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Jenaer Wissenschaftler erhält internationalen Forschungspreis

01.12.2008
Prof. Dr. Peter F. Zipfel, Universitätsprofessor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Abteilungsleiter am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut - wurde anlässlich der Jahrestagung der Ungarischen Gesellschaft für Immunologie mit dem europäischen EFIS-Lecture Award ausgezeichnet.

Die Vereinigung der Europäischen Immunologischen Gesellschaften (EFIS) vergibt gemeinsam mit der Fachzeitschrift Immunological Letters diese renommierte Auszeichnung an ausgewiesene Wissenschaftler, die mit ihren Forschungsarbeiten maßgeblich zum Fortschritt in der Immunologie in Europa beigetragen haben.

Peter Zipfel erhielt den Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Komplementforschung. Das Komplementsystem ist ein frühzeitig wirksamer immunologischer Schutzschild des Menschen gegenüber Infektionserregern und stellt ein zentrales Abwehrsystem der angeborenen Immunität dar. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in der Abteilung Infektionsbiologie des Hans-Knöll-Instituts erarbeitete Peter Zipfel grundlegende Mechanismen dieses Immunabwehrsystems.

Es besteht - ähnlich dem Blutgerinnungssystem - aus einer Kaskade sich gegenseitig aktivierender Proteinmoleküle, die in der Zerstörung von Krankheitserregern mündet. Das Team um Zipfel konnte bei Krankheitserregern einen neuen Mechanismus der Immunevasion aufklären. Darunter verstehen die Wissenschaftler einen Vorgang, bei dem die Erreger durch verschiedene Tricks der Erkennung oder der Abwehr durch das Immunsystem entgehen.

Diese Ergebnisse erleichtern darüber hinaus auch das Verständnis von Autoimmunerkrankungen. Defekte im Komplementsystem und bei der Immunabwehr können beispielsweise zu Autoimmunkrankheiten und zu einer Schädigung der Nieren führen. Peter Zipfels Arbeiten in der Grundlagenforschung führten durch eine enge Kooperation mit klinischen Gruppen, insbesondere am nephrologischen Zentrum des Universitätsklinikums Jena, zu neuen Verfahren für die Diagnose und Therapie von seltenen Nierenerkankungen.

Informationen zum HKI

Das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut - wurde 1992 gegründet und gehört seit 2003 zur Leibniz-Gemeinschaft. Die Wissenschaftler des HKI befassen sich mit der Infektionsbiologie humanpathogener Pilze. Sie untersuchen die molekularen Mechanismen der Krankheitsauslösung und die Wechselwirkung mit dem menschlichen Immunsystem. Neue Naturstoffe aus Mikroorganismen werden auf ihre Wirksamkeit gegen Pilzerkrankungen untersucht und zielgerichtet modifiziert.

Das HKI verfügt derzeit über fünf wissenschaftliche Abteilungen, deren Leiter gleichzeitig berufene Professoren der Friedrich-Schiller-Universtät Jena (FSU) sind. Hinzu kommen drei Nachwuchsgruppen und vier Querschnittseinrichtungen mit einer integrativen Funktion für das Institut, darunter das anwendungsorientierte Biotechnikum als Schnittstelle zur Industrie. Zur Zeit arbeiten 270 Menschen am HKI, darunter 80 Doktoranden.

Informationen zur Leibniz-Gemeinschaft

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 82 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie sechs assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 14.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6500 Wissenschaftler, davon wiederum 2500 Nachwuchswissenschaftler.

Dr. Michael Ramm | idw
Weitere Informationen:
http://www.hki-jena.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

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