Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Stadtspeicher erhält neues Gesicht

12.03.2013
Universität Jena und Kunstverein Jena stellen Gewinner der ersten Runde des Wettbewerbs zur temporären Gestaltung der Stadtspeicherfassade vor

Im Rahmen des gerade gestarteten Kunstprojekts „BrandSchutz – Mentalitäten der Intoleranz“ haben die Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Jenaer Kunstverein einen Wettbewerb zur temporären Gestaltung der Glasfassade des Jenaer Stadtspeichers ausgeschrieben: Künstlerinnen und Künstler aller Sparten waren aufgerufen, die markante Fassade des historischen Gebäudes im Herzen der Stadt als künstlerische Arbeitsfläche zu nutzen und ihre Ideen für eine temporäre Verwandlung der Glasfläche einzureichen. Die Gestaltung der Fassade soll wie die gesamte „BrandSchutz“-Ausstellung unter dem Leitthema von Toleranz und Intoleranz stehen.


Die markante Fassade des Jenaer Stadtspeichers wird zur Ausstellungsfläche: Im Rahmen des Kunstprojekts "BrandSchutz - Mentalitäten der Intoleranz" haben die Universität Jena und der Kunstverein Jena einen Wettbewerb zur temporären Gestaltung der Glasfassade ausgeschrieben.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Gestern (11. März) hat die Wettbewerbs-Jury getagt und die sechs Gewinner der ersten Wettbewerbsrunde ausgewählt: Die Künstler Markus Döhne (Köln), Farida Heuck (Berlin) und Maria Walcher (Weimar), die Künstler/innengemeinschaften Kathrin Dörfler/Romana Rust/Marlene Hausegger (Wien) und Andrea Knobloch/Ute Vorkoeper (Düsseldorf/Hamburg) sowie das Architekturbüro SPAR*K Architekten (Berlin) sind nun aufgerufen, ihre Entwurfsskizzen zu fertigen Präsentationen auszuarbeiten. Am 13. Mai wird die Jury aus diesen sechs den Siegerentwurf auswählen, der vom 3. Oktober 2013 an der Fassade zu sehen sein wird.

„Der Wettbewerb ist bei nationalen und internationalen Künstlern auf große Resonanz gestoßen“, freut sich Prof. Dr. Verena Krieger von der Universität Jena. Unter den Wettbewerbsteilnehmern seien sowohl junge als auch renommierte Künstler aus Deutschland und Europa vertreten, so die Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte. „Insgesamt haben wir 117 Bewerbungen von Künstlern zehn verschiedener Nationalitäten für die temporäre Fassadengestaltung des Jenaer Stadtspeichers erhalten.“

Die eingereichten Entwürfe umfassen eine große Bandbreite künstlerischer Mittel, von installativen, zeichnerischen und malerischen Interventionen bis hin zu textbasierten oder performativen Arbeiten sowie auf Fotografie, Videokunst und Soundinstallationen basierende Arbeiten. In vielen Vorschlägen spielt die Partizipation der Jenaer Bevölkerung eine Rolle. Entscheidend für die Auswahl der sechs Gewinner-Entwürfe, so Jury-Mitglied und Vorsitzender des Kunstvereins, Wolfram Stock, waren neben der Auseinandersetzung mit dem Thema „Mentalitäten der Intoleranz“ auch die Interaktion mit der bestehenden Glasfassade.

Der Künstler und Architekt Ruairì O’Brien, nach dessen Entwürfen die Hologrammfassade gestaltet und 2008 fertiggestellt worden ist, hat als Mitglied der Wettbewerbs-Jury die Gewinner mit ausgewählt. Der Jury gehörten außerdem an: Prof. Liz Bachhuber (Uni Weimar), Johannes Honeck (Uni Jena), Prof. Dr. Verena Krieger (Uni Jena), Erik Stephan (Kunstsammlung Jena), Wolfram Stock (Kunstverein Jena), Dr. Claudia Tittel (Uni Jena).

Die Gewinner und Gewinnerinnen der ersten Runde des Wettbewerbs im Detail:

Im Oeuvre des Kölner Künstlers Markus Döhne (Jg. 1961) steht die Verarbeitung vorgefundener fotografischer Bilder im Zentrum. Durch deren Transformation in druckgrafischen Verfahren arbeitet er an der Bewältigung zeitgeschichtlicher Themen wie Flucht und Gewalt. Sein Vorschlag für die Fassade ist bildhauerischer Natur und setzt sich mit dem historischen Bau des Stadtspeichers auseinander.
Farida Heuck (Berlin) war bereits an einer großen Anzahl von Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt und hat darüber hinaus auch zahlreiche Vorträge und Workshops abgehalten. Auch hat sie an verschiedenen Kunstakademien Lehraufträge innegehabt. Gesellschaftspolitische Themen spielen in ihrer künstlerischen Arbeit eine große Rolle. Ihr Vorschlag “Seitdem…“ kombiniert Textelemente mit Fotografien.

Die aus Südtirol stammende Maria Walcher (Jg. 1984) hat in Wien ein Studium zur Kunsterzieherin absolviert. Neben der kunstpädagogischen verfolgte sie stets eine intensive künstlerische Tätigkeit. Derzeit absolviert sie ein weiteres Studium im Masterprogramm „Public Art and New Artistic Strategies“ an der Bauhausuniversität Weimar. Ihr Vorschlag für die Fassade verbindet Schrift mit textilen Materialien, die in Bewegung gesetzt werden.

Die Wiener Künstlerin Marlene Hausegger (Jg. 1984) hatte bereits mehrere Einzelausstellungen und ist bekannt für ihre oft witzigen Interventionen im öffentlichen Raum. Für die Jenaer Fassade hat sie einen Entwurf gemeinsam mit dem gleichfalls aus Wien stammenden Architektinnenduo dorfundrust (Kathrin Dörler, Jg. 1983, Romana Rust, Jg. 1984) mit dem Titel „Patchwork“ eingereicht, bei der leuchtende LED-Bänder zum Einsatz kommen sollen.

Die „Akademie einer anderen Stadt“ besteht aus der Düsseldorfer Künstlerin Andrea Knobloch (Jg. 1961) und der Hamburger Kunstwissenschaftlerin Ute Vorkoeper (Jg. 1963). Knobloch hat zahlreiche Ausstellungen und künstlerische Projekte im öffentlichen Raum im In- und Ausland durchgeführt und war auch selbst in der künstlerischen Lehre tätig. Vorkoeper hat an verschiedenen Kunstakademien gelehrt, ist kuratorisch tätig und verbindet künstlerische und wissenschaftliche Arbeit. Ihr gemeinsamer Vorschlag „Raum für grenzwertige Mitteilungen“ möchte die Jenaer Bevölkerung intensiv beteiligen.

Das Berliner Büro SPAR*K Architekten, bestehend aus Carsten Dankert (Jg. 1971), Gunnar Krempin (Jg. 1976), Malte Schröder (Jg. 1974), arbeitet vorzugsweise im Grenzbereich zwischen klassischer Architektur, Skulptur und Installation. Dabei kommen unterschiedlichste Materialien ebenso wie auch Licht zum Einsatz. Sein Entwurf „Push for Respect“ verbindet leuchtende Schriftelemente mit einem partizipatorischen Ansatz.
Kontakt:
Prof. Dr. Verena Krieger, Christina Reusch
Kunsthistorisches Seminar und Kustodie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 18, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944160, 03641 / 944168
E-Mail: verena.krieger[at]uni-jena.de, christina.reusch[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.brandschutz.uni-jena.de/
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops