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Jenaer Modell der Lehrerbildung ausgezeichnet

02.02.2010
Universität Jena und Partner siegen in bundesweitem Wettbewerb des Stifterverbandes

2007 hat die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) das "Jenaer Modell der Lehrerbildung" bei der Ausbildung von Lehramtsstudierenden eingeführt. Das Konzept - das gemeinsam mit den Studienseminaren, dem Landesinstitut ThILLM und den Schulen in Thüringen eine stärkere Verbindung zwischen erster, zweiter und dritter Phase der Lehrerbildung herstellt - führt zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung.

Dies hat jetzt auch der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bestätigt und das Jenaer Modell beim deutschlandweiten Wettbewerb "Von der Hochschule in den Klassenraum - Neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Studienseminaren" ausgezeichnet. Der Thüringer Wettbewerbsbeitrag "Die unteilbare Lehrerbildung - vom Lehren zum Lernen und zurück", der gemeinsam von der Jenaer Universität in Kooperation mit den Studienseminaren in Gera und Erfurt sowie dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) erarbeitet wurde, gehört damit zu den insgesamt vier Siegern, die jeweils 200.000 Euro Preisgeld erhalten.

Die Freude ist bei allen Partnern groß. "Der Sieg des Jenaer Konzepts aus über 50 Anträgen bestätigt, dass wir mit unserer Lehrerbildung auf dem richtigen Weg sind", so Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder. "Wir werden das Preisgeld zusammen mit unseren Partnereinrichtungen gezielt für die Weiterentwicklung des Jenaer Modells sowie für die Unterstützung unserer Lehramtsstudierenden und Lehramtsanwärter einsetzen", sagt der Prorektor für Lehre und Struktur der Universität Jena.

"Der Preis des Stifterverbandes wird die Qualität der Thüringer Lehrerbildung in ganz Deutschland publik machen", sagte Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie. Das Ministerium unterstützt das Siegerkonzept zusätzlich durch die Finanzierung einer zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung aller künftigen Fachleiter der Zweiten Lehrerausbildungsphase. "Eine solche Ausbildung ist in Deutschland einmalig", hebt der Minister hervor. Von gut ausgebildeten Lehrern hänge ganz entscheidend der Bildungserfolg in den Schulen ab.

Bei der Endrunde des Wettbewerbs in Bonn haben Dr. Eva Burmeister, Direktorin des ThILLM, Dr. Bärbel Falke, Leiterin des Studienseminars für die Gymnasiallehrerausbildung in Jena, und Prof. Dr. Will Lütgert von der Universität Jena die pädagogischen Ideen präsentiert - und die Jury überzeugt. Sie prüfte die Konzepte vor allem hinsichtlich ihrer praktischen Relevanz, ihres Innovations- und Entwicklungspotenzials, ihrer Einbettung in bestehende Strukturen, ihrer Nachhaltigkeit und ihres Modellcharakters.

"Das Jenaer Modell setzt dabei Maßstäbe und hat die Lehrerbildung zukunftsfähig gemacht", weiß auch die wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Lehrerbildung und Didaktikforschung (ZLD) der Universität Jena, Prof. Dr. Juliane Köster. "Uns ist es mit dem Jenaer Modell gelungen, die entsprechenden Institutionen der ersten und zweiten Lehrerbildungsphase und damit auch fachdidaktische Forschung und Praxis zusammenzubringen". Außerdem gehört als "Herzstück" ein Praxissemester im 5. bzw. 6. Semester für alle Lehramtsstudierenden zum erfolgreichen Jenaer Modell.

Neben dem Ausbildungsprojekt für Fachleiter wird es in den kommenden Jahren drei weitere Projekte zur Lehrerbildung geben. Mit ihnen werden die theoretische und praktische Ausbildung in der Ersten und Zweiten Phase der Lehrerbildung so aufeinander abgestimmt, dass ein systematischer Kompetenzaufbau der angehenden Lehrerinnen und Lehrer noch besser möglich wird.

"Die Konzepte liegen vor", so Prof. Köster, "jetzt haben wir die Möglichkeit, sie nachhaltig umzusetzen."

Kontakt:
PD Dr. Karin Kleinespel
Zentrum für Lehrerbildung und Didaktikforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Planetarium 4, 07743 Jena
Tel: 03641 / 945090
E-Mail: karin.kleinespel[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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