Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IPP nimmt teil am Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt"

07.05.2009
Wie lässt sich der Energieverbrauch einer Stadt senken? Mit welchen Strategien lässt sich am besten sparen? Beantworten soll dies der Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt", den das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschrieben hat.

Wenn mit der Auftaktveranstaltung am 7. und 8. Mai die zweite Wettbewerbsrunde beginnt, ist auch das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching dabei.

Mit seiner Gruppe für Energie- und Systemstudien ist das IPP Forschungspartner im Projekt "Energieeffizientes Oldenburg", einem der 15 Gewinner der ersten Auswahlrunde. Sie wurden Ende letzten Jahres aus insgesamt 72 eingereichten Ideenskizzen ausgewählt.

In der nächsten Wettbewerbsrunde sollen die ausgewählten Projekte ihre Ideenskizzen nun mit finanzieller Unterstützung des Bundesforschungsministeriums zu genauen Konzepten weiterentwickeln. Um klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen zu senken und Energie effizienter zu nutzen, hat sich die Stadt Oldenburg mit drei Forschungspartnern - neben dem IPP die Universität Oldenburg und das Institut für Informatik (OFFIS) - sowie dem Energieversorger EWE und dem Projektkoordinator RIS-Energie zusammengeschlossen.

Grundlage ist ein federführend vom IPP zu entwickelndes Energiemodell für Oldenburg und seine 160.000 Einwohner. Die IPP-Gruppe "Energie- und Systemstudien" untersucht seit vielen Jahren städtische Energiemodelle als Elemente eines umfassenden "Weltmodells", das die künftige energiewirtschaftliche Entwicklung global beschreiben soll. Die Untersuchungen begleiten die physikalischen Forschungen des IPP an der Zukunftsenergie Kernfusion.

Für das Oldenburger Energiemodell lehnen sich die IPP-Wissenschaftler an bereits für Wien, Greifswald und Augsburg erarbeitete Modelle an (siehe IPP-Presseinfo 10/06). Aufbauend auf städtischen Daten soll das Modell den Wärme- und Stromverbrauch in Oldenburg sowie den Energieverbrauch im Verkehr beschreiben und rechnerisch "greifbar" machen. So kann anschließend das zu erwartende Ergebnis verschiedenster Maßnahmen - stadtplanerische Projekte, Sanierungen, Mobilitätskonzepte oder Veränderungen der Energieversorgung - errechnet und bezüglich Energieaufwand und Emissionen bewertet werden. Als Entscheidungsgrundlage für Stadt, Unternehmen und Haushalte soll das Modell helfen, Einsparpotenziale abzuschätzen und die Wirksamkeit verschiedener Strategien gegeneinander abzuwägen.

In Oldenburg setzt man dabei darauf, viel stärker als bisher auch die Verbraucher einzubeziehen. Gelingt es, die Folgen individuellen Handelns sichtbar zu machen, kann der Bürger für das Thema Energie sensibilisiert werden. Energieverbrauch und Emissionen will man außerdem nicht nur in den Bereichen Verkehr, Wohnen und Arbeiten untersuchen, sondern auch für Dienstleistungen - bisher eher ein blinder Fleck in der Effizienz-Strategie. Allerdings ist es auch besonders schwierig, systematisch zu erfassen, wie viel Kohlendioxid beispielsweise bei einer Steuerberatung, einem Einkauf oder einem Arztbesuch anfällt und welche Rückschlüsse sich daraus für Stadtplanung und Energieversorgung ableiten lassen.

Um beide Ziele zu erreichen, erstellt das IPP jeweils eine eigene Simulation für die Oldenburger Haushalte sowie für die drei Dienstleistungsbranchen Gesundheit, Schulen und Einzelhandel. Über die klassischen Energieketten hinaus müssen dazu die beiden Simulationen auf typischen Vorgängen im Haushalt, Krankenhaus, in der Schule oder einem Geschäft aufbauen. Werden dann neue Elemente eingebaut - etwa veränderte Größe und Verteilung von Supermärkten - lässt sich erkennen, ob der Verbrauch gesenkt werden kann. Für verschiedene Szenarien können so Energieaufwand und Emissionen verglichen werden.

Eineinhalb Jahre haben die 15 Projekte für die Ausarbeitung ihrer Konzepte nun Zeit. Für maximal fünf Projekte wird es dann nach erneuter Auswahl weitergehen. Auf sie wartet für drei bis fünf Jahre eine Fördersumme von jeweils rund einer Million Euro pro Jahr zur Umsetzung des erarbeiteten Konzepts.

Isabella Milch | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipp.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE