Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Tapete im „Land der Ideen“ ausgezeichnet

12.07.2011
Das Projekt „Seismische Tapete – Intelligenter Erdbebenschutz“ des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie des KIT erhält die Auszeichnung „Ausgewählter Ort“ 2011 im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“.

Dank komplexer Faserstruktur und Spezialmörtel fängt die innovative Tapete Erschütterungen ab. Intelligent wird sie durch eingewebte optische Sensoren, die entstandene Risse erfassen und damit das Gebäude überwachen. Zu der Preisverleihung am Freitag, 15. Juli, sind Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Die Preisverleihung beginnt um 9 Uhr am Institut für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB), KIT-Campus Süd, Gebäude 50.31, Hörsaal 107, mit einem Vortrag von Professor Lothar Stempniewski, Leiter der Abteilung Massivbau des IMB. „Ziel der intelligenten Tapete ist, Menschen vor einstürzenden Mauerwerksgebäuden oder Teilen davon zu schützen“, erklärt der am Projekt beteiligte Ingenieur Moritz Urban. Die Tapete besteht aus einem Textilmaterial mit vier verschiedenen Faserrichtungen und wird mit einem speziellen Mörtel aufgebracht. Dadurch kann ein Gebäude wesentlich höheren Erdbebenstärken standhalten. Optische Sensoren, die in die Tapete eingewebt sind, erfassen Risse. So lässt sich nach Erschütterungen durch Erdbeben, Sturm, Fahrzeuganprall oder Ähnliches feststellen, ob das Mauerwerk Schaden genommen hat. Bei Bedarf lassen sich Schäden dann gezielt beheben.

Den Beweis, dass der gemeinsam mit Partnern entwickelte Erdbebenschutz funktioniert, haben die KIT-Forscher an einem zweistöckigen Gebäude in der italienischen Stadt Pavia erbracht. Die Architektur des Gebäudes ist typisch für die Region und auch für die Stadt L’Aquila, die 2009 von einem starken Erdbeben mit vielen Todesopfern betroffen war. Zunächst testeten die Karlsruher Wissenschaftler das Gebäude ohne Verstärkung auf einem Rütteltisch. Es stürzte nach 0,4 g Beschleunigung beinahe ein. Anschließend wurde dasselbe Gebäude mit der seismischen Tapete versehen und erneut getestet – auch nach 0,6 g Beschleunigung traten nur unbedeutende Schäden auf, die sich mithilfe der Sensoren feststellen und begutachten ließen.

„Die Wissenschaftler des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie zeigen mit der ‚Seismischen Tapete‘, dass in jedem noch so vermeintlich normalen Alltagsgegenstand ein ungeahntes innovatives Potenzial verborgen sein kann“, erklärt Frank Arlaud von der Deutschen Bank, der das Projekteam am 15. Juli als „Ausgewählten Ort 2011“ auszeichnen wird. Der bundesweite Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“, eine Aktivität der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank, macht das Potenzial des Innovationsstandorts Deutschland, die Kreativität und das Engagement in Unternehmen, Institutionen, sozialen und kulturellen Einrichtungen sichtbar. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Das Projekt „Seismische Tapete – Intelligenter Erdbebenschutz“ setzte sich dieses Jahr unter 2.600 Bewerbungen durch.

Das Programm der Preisverleihung finden Sie unter:
http://www.imb.kit.edu/mb/
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Wenn Computer lernen: Zentrum für maschinelles Lernen gegründet
15.01.2018 | Hochschule Heilbronn

nachricht Präventiv gegen Gehirnmetastasen
15.01.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Im Focus: Extrem helle und schnelle Lichtemission

Eine in den vergangenen Jahren intensiv untersuchte Art von Quantenpunkten kann Licht in allen Farben wiedergeben und ist sehr hell. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern der ETH Zürich hat nun herausgefunden, warum dem so ist. Die Quantenpunkte könnten dereinst in Leuchtdioden zum Einsatz kommen.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern der ETH Zürich, von IBM Research Zurich, der Empa und von vier amerikanischen Forschungseinrichtungen hat die...

Im Focus: Paradigmenwechsel in Paris: Den Blick für den gesamten Laserprozess öffnen

Die neusten Trends und Innovationen bei der Laserbearbeitung von Composites hat das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT im März 2018 auf der JEC World Composite Show im Fokus: In Paris demonstrieren die Forscher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL unter anderem, wie sich Verbundwerkstoffe mit dem Laser fügen, strukturieren, schneiden und bohren lassen.

Keine andere Branche hat in der Öffentlichkeit für so viel Aufmerksamkeit für Verbundwerkstoffe gesorgt wie die Automobilindustrie, die neben der Luft- und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

Wie sieht die Bioökonomie der Zukunft aus?

10.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen

15.01.2018 | Architektur Bauwesen

Feldarbeiten der größten Bodeninventur Deutschlands sind abgeschlossen

15.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein

15.01.2018 | Materialwissenschaften