Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Analyse komplexer Verarbeitungsprozesse – DFKI ist Partner im BMBF-Projekt AGATA

21.01.2015

„AGATA – Analyse großer Datenmengen in Verarbeitungsprozessen“, unter diesem Namen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit über 2,2 Millionen Euro ein Projekt von 7 Partnern aus Forschung und Wirtschaft, darunter auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Unter Konsortialführung des Fraunhofer IOSB-INA werden in AGATA Technologien entwickelt, um die komplexe Datenflut von Verarbeitungsprozessen in Industrie und Landwirtschaft besser wirtschaftlich zu nutzen.

Die Menge an Daten und Informationen wächst rasanter denn je. Durch neue Technologien und den Einzug von Industrie 4.0 werden Verarbeitungsprozesse immer vielschichtiger. Sowohl in der industriellen als auch in der landwirtschaftlichen Produktion sind durch das Internet als Datenquelle, Cloud-Dienste und Sensordaten von Maschinen und ganzen Fabriken immer mehr Informationen digital verfügbar.

Durch Sammlung, Analyse und Vernetzung dieser Daten entstehen vielfältige, bislang ungenutzte kommerzielle Anwendungsmöglichkeiten. Immer schnellere Computer und neue Programme mit intelligenten Algorithmen bieten die Grundlage, um wichtige Zusammenhänge in Big Data zu erkennen und Informationen miteinander zu verknüpfen.

„In AGATA entwickeln wir ein selbstlernendes Assistenzsystem, das die bei der Produktion anfallenden Datenmengen beobachtet und analysiert, um Zusammenhänge zwischen den Produktionsprozessen, Maschineneinstellungen und Randbedingungen zu finden. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse über Fehler und Abweichungen des Systems sind wichtige Parameter, um den Einsatz der Maschinen zu optimieren und die Effizienz der gesamten Produktion zu verbessern“, so Prof. Andreas Dengel, Standortleiter des DFKI in Kaiserslautern und Wissenschaftlicher Direktor des Forschungsbereichs Wissensmanagement.

Das DFKI entwickelt in AGATA Verfahren und Methoden zur Erkennung von Anomalien auf Rohdaten. Solche auffälligen Muster geben Hinweise auf Fehlerquellen oder Optimierungsmöglichkeiten.

Ein Beispiel illustriert dabei die Komplexität der Herausforderung an die Algorithmen eines solchen Systems: Ein Mähdrescher hat mehr als 500 Sensoren und Parameter, die hunderte von Messdaten - teilweise im Sekundentakt - zur Verfügung stellen. Je nach Einstellung und abhängig von Umweltfaktoren wie Lage und Neigung des Feldes, Sonnenschein, Regen oder Wind, variiert die Erntedifferenz der Maschine in Extremfällen um das Zehnfache.

Hier gilt es die optimale Einstellung für jedes komplexe Szenario zu finden. Zunächst werden die Messdaten auf Fehler und Unregelmäßigkeiten analysiert um das richtige Setup für die jeweiligen Randbedingungen einzustellen. Die entwickelten Algorithmen werden für Praxistests bei landwirtschaftlichen Anwendungen und zur Prozessanalyse zur Verfügung stehen.

Smart Farming trifft Big Data
Die Integration von Technologien des "Internet der Dinge und der Dienste" in der Agrarwirtschaft ist eines der Spezialgebiete des DFKI-Forschungsbereichs Wissensmanagement. So war das DFKI Konsortialführer des Groß-Forschungsprojekts „iGreen“ (igreen-projekt.de), einer Kooperation von 23 Partnern aus der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette und der angewandten IT-Forschung zur Realisierung eines standortbezogenen Dienste- und Wissensnetzwerks zur Verknüpfung verteilter, verschiedener, öffentlicher, wie auch privater Informationsquellen. Das DFKI arbeitet in AGATA eng mit dem Projektpartner und DFKI-Gesellschafter CLAAS zusammen und bringt seine Kompetenz in den Bereichen Smart Farming und Big Data ein.

DFKI auch erfolgreich in weiteren Smart Data-Wettbewerb des Bundes
Auf dem Gebiet des Zukunftsthemas Big Data war das DFKI jüngst auch bei Smart Data-Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sehr erfolgreich und schnitt hervorragend im Technologiewettbewerb „Smart Data - Innovationen aus Daten“ ab. Von 130 Einreichungen zu Anwendungen der Datenanalytik in den Bereichen Industrie, Mobilität, Energie und Gesundheit wurden 13 Projekte für die Förderung ausgewählt. Insgesamt ist das DFKI mit den Standorten Kaiserslautern und Saarbrücken sowie dem Projektbüro Berlin an fünf der ausgewählten Vorhaben beteiligt. Mit den Forschungsprojekten „PRO-OPT – Big Data Produktionsoptimierung in Smart Ecosystems“ und „SmartRegio – SmartRegionalStrategy – Strategische Analyse heterogener Massendaten im urbanen Umfeld“ konnten sich die Forschungskonsortien mit Beteiligung des DFKI Kaiserslautern in den Themenfeldern Industrie und Energie gegen die Mitbewerber durchsetzen.

Im vom Fraunhofer IOSB-INA geführten Projekt AGATA sind neben dem DFKI und der CLAAS KGaA mbH die Bayer Technology Services GmbH, die Hilscher Gesellschaft für Systemautomation und die Tönsmeier Dienstleistungs GmbH & Co KG als Partner beteiligt.

Kontakt:
Prof. Dr. Prof. h.c. Andreas Dengel / Dr. Ansgar Bernardi
Forschungsbereich Wissensmanagement
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631 205 75-1010 / 1050
E-Mail: andreas.dengel@dfki.de / ansgar.bernardi@dfki.de

Pressekontakt:
Christian Heyer
Unternehmenskommunikation DFKI Kaiserslautern
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: +49 631 205 75-1710
E-Mail: uk-kl@dfki.de

Udo Urban | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics