Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Energieversorgung - Zwei Nanoprojekte im Landeswettbewerb erfolgreich

10.11.2008
Mit gleich zwei Projekten zur innovativen Energieversorgung hat sich die Universität Duisburg-Essen (UDE) beim Wettbewerb "NanoMikro+Werkstoffe.NRW" des Landes-Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie durchgesetzt. Damit untermauert sie ihre herausragende Stellung in den Nanowissenschaften.

Zu den insgesamt 15 Gewinnern zählen der Antrag "NanoEnergieTechnikZentrum"(NETZ) - unter Federführung der Uni sollen hier maßgeschneiderte Materialien für neue Energietechnik entstehen - und das Projekt "Halbleiter-Nanodrähte für Solarzellen und Leuchtdioden (NaSoL)". NaSoL wird von einem marktführenden Industrieunternehmen gemeinsam mit zwei Forschergruppen der Uni getragen.

Wann NETZ und NaSoL starten, steht noch nicht genau fest. Beide Projektteams müssen wie alle Wettbewerbssieger auf die Bewilligung ihrer Förderanträge warten. Dabei geht es jeweils um mehrere Millionen Euro aus insgesamt 61 Millionen Euro Landes- und EU-Mitteln.

Bei dem Anfang 2008 erstmals ausgelobten Wettbewerb wurden die besten Ideen aus zukunftweisenden Technologiefeldern gesucht. NETZ und NaSoL sind in der Tat vielversprechend: Die Partner aus Industrie und Wissenschaft in beiden Projekten wollen mit unterschiedlichen Schwerpunkten den Einsatz von Nanotechnologien in der Energietechnik vorantreiben. Ob bei der Energieproduktion, der Energiespeicherung oder der Energieeinsparung - Nanotechnologien können nicht nur bestehende Verfahren effizienter machen, sondern auch ganz neue Wege im Bereich der regenerativen Energien ermöglichen.

NETZ: Funktionale Nanomaterialien für die Industrie

Allerdings haben Nanotechnologien in der Energietechnik bislang keinen Eingang in die großtechnische Nutzung gefunden. Das Problem für die Unternehmen: Ihnen fehlen ausreichende Mengen spezifischer Nanomaterialien, um die weiteren Verfahrensschritte für die Weiterverarbeitung zu entwickeln. Diese Lücke möchten die Projektpartner mit NETZ schließen. Sie wollen eine Technologieplattform entwickeln und für die Industrie maßgeschneiderte funktionale Materialien für energietechnische Anwendungen bereitstellen. Zunächst einmal exemplarisch für die Bereiche Brennstoffzelle, Lithiumionen-Batterien, Energietechnisch relevante Katalyse, Photovoltaik und Thermoelektrik. Später dann, wenn die grundlegenden Technologieschritte getan sind, für ein weitaus größeres Spektrum.

Das Projekt NETZ wird maßgeblich getragen vom forschungsstarken Center for Nanointegration (CeNIDE) der Universität Duisburg-Essen und wird von Professor Dr. Christof Schulz koordiniert. Kooperationspartner sind zwei An-Institute der Uni - das Institut für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) und das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) -, darüber hinaus das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und die H2-Solar GmbH (beide Mülheim) sowie die Uni Münster.

Die Voraussetzungen für NETZ sind bestens: Die bisherigen Forschungsleistungen und der Expertenpool an der Uni, die Labor- und anderen experimentellen Kapazitäten sowie die Energietechnik-Anwender vor Ort lassen für CeNIDE-Sprecher Prof. Dr. Axel Lorke nur einen Schluss zu: "Mit einem NanoEnergieTechnikZentrum könnten wir schrittweise die fachspezifischen Kapazitäten in der Region und in ganz NRW bündeln."

NaSoL: Mehr Effizienz bei Solarzellen und Leuchtdioden

Die Partner im Projekt NaSoL wollen Solarzellen und Leuchtdioden auf Nanodraht-Basis entwickeln, da die bislang verwendeten Halbleiter-Schichtsysteme an ihre Grenzen stoßen (z. B. bei Kosten, Material). Die innovativen Halbleiter-Nanodrähte wären nicht nur erheblich leistungsfähiger sowohl bei der Absorption als auch bei der Emission von Licht, sondern versprechen auch sehr geringe Verluste beim Energietransport. Dafür sorgt ein neues technologisches Verfahren, bei dem hochperfekte Halbleiterkristalle auf einem kostengünstigen Substrat hergestellt werden. Ihre nanoskaligen koaxialen Kern-Mantel-Heterostrukturen haben eine größere Oberfläche und können so mehr Licht aufnehmen bzw. abgeben.

Kooperationspartner bei NaSoL sind die AIXTRON AG aus Aachen sowie von Uni-Seite das Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) und das Fachgebiet Werkstoffe der Elektrotechnik. Eine optimale Konstellation, so ZHO-Leiter Prof. Dr. Franz-Josef Tegude: "Mit AIXTRON als Marktführer auf dem Gebiet der Anlagenherstellung und den Expertisen unserer Uni zur Prozessentwicklung, Analytik und Bauelementherstellung können wir rasch eine Technologieplattform für Solarzellen und Leuchtdioden aufbauen. Wir gehören zu den ersten, die in dieser Form Halbleiter-Nanodrähte verwenden, und verfügen mit dem an der Uni ansässigen Netzwerk OpTech-Net über beste Kontakte zu Endabnehmern. Das sind klare Wettbewerbsvorteile. Die Produktion von Ressourcen sparenden, kostengünstigen Komponenten für die Optoelektronik und die Photovoltaik sichert und schafft nicht zuletzt auch Arbeitsplätze."

Weitere Informationen:
NETZ: Dr. Marion Franke, CeNIDE-Geschäftsführerin, Tel. 0203/379-2752, franke@cenide.de, www.cenide.de

NaSoL: Prof. Dr. Franz-Josef Tegude, Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik, Tel. 0203/379-3391, franz.tegude@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau