Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationszentrum für Applied System Modeling in Kaiserslautern: Erfolgsmodell für beschleunigten Technologietransfer

30.09.2013
Der traditionelle Weg zu Innovationen führt von ‘Grundlagenforschung‘ über ‘anwendungsorientierte Grundlagenforschung‘ und ‘angewandte Forschung‘ zu ‘Entwicklung & Engineering‘ und endet schließlich mit ‘Prototypenentwicklung & Technologietransfer‘.

Die heutzutage immer kürzer werdenden Innovationszyklen erfordern, dass diese Entwicklungsstufen nicht nur parallel, sondern auch in neuartigen Kombinationen stattfinden.

Innovationszentrum Applied System Modeling Kaiserslautern

Hier setzt das „Innovationszentrum für Applied System Modeling“ in Kaiserslautern an: interdisziplinäre Kompetenzen vernetzen, Ressourcen entlang des Innovationsprozesses bündeln und international verfügbares Wissen stärker verzahnen – mit diesen drei Ansätzen können die aktuellen Herausforderungen der Globalisierung und des Strukturwandels schneller gemeistert werden. Parallel dazu werden die regionalen Strukturen genutzt. Durch den verstärkten Technologietransfer leistet das Innovationszentrum ferner einen Beitrag zu einem globalen Effekt.

2010 gingen das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering IESE, das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM, die Abteilung Materialcharakterisierung und -prüfung des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM sowie die Fachbereiche Informatik und Mathematik der Technischen Universität Kaiserslautern im Rahmen des Innovationszentrums eine fruchtbare Kooperation ein. Seitdem findet ein reger Austausch zwischen Informatikern, Mathematikern und Ingenieuren der TU Kaiserslautern sowie der beteiligten Fraunhofer-Institute statt.

Wissenschaftliche Ergebnisse der TU Kaiserslautern in Form von Veröffentlichungen, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen werden in Kooperation mit Wissenschaftlern der Fraunhofer-Institute gemeinsam zur wirtschaftlichen Umsetzbarkeit weiterentwickelt. Hierbei liegt ein Fokus auf Simulationstechnologien: Diese werden sowohl in der Informatik als auch in der Mathematik erforscht, um Systemaspekte zu evaluieren, die man an realen Systemen nicht oder nur mit hohem Aufwand untersuchen kann. Zum Beispiel wurde eine Simulationsumgebung entwickelt, die die Kommunikationsnetzwerke so genannter „eingebetteter“ Systeme vollständig nachbildet. So kann man in Zukunft Flugzeuge und Kraftfahrzeuge sicher testen und Designentscheidungen frühzeitig anhand von Fakten validieren. Es wurden auch Methoden zur Modellierung von faserverstärkten Kunststoffen entwickelt, die es ermöglichen, Eigenschaften, die man nur schwierig messen kann, mithilfe von Simulationen zu ermitteln. Umgesetzt werden diese wirtschaftsreifen Ergebnisse über Ausgründungen oder Transferprojekte mit unterschiedlichen Wirtschaftspartnern.

Dass dieses neue, parallele Innovationsmodell erfolgreich ist und weitreichende Auswirkungen hat, lässt sich daran erkennen, dass das Innovationszentrum für Applied System Modeling in Kaiserslautern seine Transferziele nicht nur erfüllt, sondern sogar übererfüllt hat, und dass eine Evaluierung des Zentrums durch ein internationales Expertengremium sehr positiv ausfiel. Darüber hinaus wurde das Konzept inzwischen sogar als Modell für die Standortpolitik der Fraunhofer-Gesellschaft insgesamt übernommen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft sowie das Land Rheinland-Pfalz werden dieses erfolgreiche Modell weiter fördern. Der Wissenschaftsstandort Kaiserslautern hat mit dem Innovationszentrum Applied System Modeling seine Schlagkraft eindeutig gestärkt und wird das Modell der Integration von grundlagenorientierter und angewandter Forschung in den kommenden Jahren durch noch stärkere Einbeziehung der Wirtschaft sowie Ausweitung auf zusätzliche Kompetenzthemen am Standort weiter ausbauen.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklungsmethoden. Die Produkte seiner Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Informationssysteme, Gesundheitswesen und Medizintechnik bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Die Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit ist das Institut der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer trägt das Fraunhofer IESE seit über 15 Jahren maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagiert es sich gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 60 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten sie die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.

Nicole Spanier-Baro | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de/de/presse/current_releases/PM_2013_25_300913_applied-system-modeling.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften