Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationspreis Synchrotronstrahlung für intelligente Softwareentwicklung

08.12.2008
Automatisierungs-Software revolutioniert Synchrotron-basierte Forschung in der makromolekularen Kristallographie

Der diesjährige Innovationspreis Synchrotronstrahlung ist am 4. Dezember 2008 an Vicente Rey Bakaikoa (BLISS group, ESRF) und Dr. Olof Svensson (Scientific Software group, ESRF) "für ihre entscheidende Rolle und Beteiligung an der Entwicklung einer maßgeschneiderten Software-Umgebung an den ESRF-Strahlrohren für die makromolekulare Kristallographie (MX)" verliehen worden.

Die feierliche Ehrung im Rahmen des BESSY II - Nutzertreffens übernahm stellvertretend Professorin Dr. Sine Larsen, die wissenschaftliche Direktorin der ESRF (European Synchrotron Radiation Facility).

Die flexible, einfach zu bedienende Software erleichtert den Kristallographen die immer komplexer werdende Durchführung der Experimente am Strahlrohr durch eine automatisierte schnelle Datenerfassung und -auswertung. Basierend auf der Automatisierung der MX-Strahlrohre und automatisierten Probenwechslersystemen der letzten Jahre, revolutioniert diese Innovation den Forschungsalltag der Kristallographen.

Für eine erfolgreiche Strukturlösung müssen bis zu 100 Kristalle untersucht werden. Anschaulich demonstrierte Sine Larsen in Ihrem Vortrag, wie sehr sich Effizienz und Produktivität durch die Automatisierung gesteigert haben. Vergleicht man die Anzahl der täglich untersuchten Kristalle an den MX-Strahlrohren der ESRF vor 10 Jahren mit der heute möglichen Durchsatzrate, hat sich diese heute etwa 100-fach gesteigert. Damit konnte ein rapider Wissenszuwachs von Strukturen und Funktionen biologischer Materie erzielt werden - wie ein Blick auf die Statistik der Proteindatenbank zeigt.

Die Software wird bereits bei BESSY II und zahlreichen anderen Speicherring-Anlagen wie Diamond, MAX-lab, Swiss Light Source oder Soleil eingesetzt. Und der Clou: In naher Zukunft können die Nutzer die Experimente sogar über Fernbedienung via Internet steuern, im Prinzip von überall auf der Welt.

Der Innovationspreis Synchrotronstrahlung wird vom Verein der Freunde und Förderer von BESSY seit dem Jahr 2001 verliehen. Honoriert werden exzellente Leistungen, die europaweit zur weiteren Entwicklung von Technik, Methoden oder Nutzung der Synchrotronstrahlung beitragen. Dieses Jahr wurde der mit 3.000 Euro dotierte Preis von der SPECS GmbH und BESTEC GmbH gesponsert.

Im Zuge der Fusion der BESSY GmbH und des "Hahn-Meitner-Institut GmbH" zur "Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH" wird der Verein der Freunde und Förderer von BESSY seinen Namen ändern in "Freundeskreis Helmholtz-Zentrum Berlin e. V.".

Dr. Markus Sauerborn | idw
Weitere Informationen:
http://www.bessy.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie