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Innovationspreis für Plasma-Forschung der HAWK, des Fraunhofer IST und der UMG

15.06.2015

Stiftung Familie Klee zeichnet Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Prof. Dr. med. Steffen Emmert, Dr. Andreas Helmke und Regina Tiede in Frankfurt am Main aus.

Für ihre innovative Plasma-Forschung zur Behandlung von Hauterkrankungen sind Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Vizepräsident der HAWK und Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Plasma und Photonik, Prof. Dr. med. Steffen Emmert, Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Dr. Andreas Helmke vom Fraunhofer-Anwendungszentrum und Regina Tiede von der UMG mit dem Innovationspreis der Familie Klee ausgezeichnet worden.

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird seit 1995 an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, deren Leistung »es durch neuartige Kombination medizinischer und technischer Kenntnisse ermöglicht, Krankheiten zu heilen, ihre Therapie zu verbessern oder die Auswirkungen der Krankheit zu mildern«.

Dem 2002 in Frankfurt verstorbenen Ingenieur Gerhard Klee war es ein Anliegen, auch über seinen Tod hinaus Menschen zu fördern, die seine Liebe zur biomedizinischen Technik, seinen Wissensdurst und seine Beharrlichkeit teilen.

Klee arbeitete bei der Samson AG und hatte in seinem Arbeitsvertrag zur Bedingung gemacht, »mit einem kleinen Bruchteil an der Umsatzsteigerung der Firma beteiligt zu werden, wenn die Steigerung auf von ihm entwickelte neuartige, patentamtlich geschützte Produkte zurückzuführen wäre«. Im Laufe der Jahrzehnte wurden viele Erfindungen patentiert. Aus diesen Erlösen konnte die Stiftung »Familie Klee« gegründet werden.

Mediziner Emmert und Techniker Viöl wurden am 12. Juni 2015 in Frankfurt am Main für ihre »neuartigen Therapieansätze mit kaltem Atmosphärendruck-Plasma in der Dermatologie« ausgezeichnet. Beide Wissenschaftler arbeiten mit ihren Forschungsgruppen seit sieben Jahren eng zusammen.

Physikalisches Plasma kann vereinfacht als teilweise ionisiertes Gas angesehen werden und kommt z. B. in Leuchtstoffröhren oder der Unterhaltungselektronik (Fernseher) zum Einsatz. Bei einer Plasmaapplikation auf der Haut wirken Plasmakomponenten auf das Gewebe ein und können eine ganze Reihe komplexer biophysikalischer und biochemischer Reaktionen und physiologischer Wirkungen auslösen.

Viele unabhängige Studien konnten zum Beispiel zeigen, dass kaltes Atmosphärendruck-Plasma entzündungshemmend und stark antimikrobiell wirkt. Diese Untersuchungen belegen, dass Plasma effizient und innerhalb von Sekunden verschiedene Arten von Bakterien, Pilzen, Sporen und Viren inaktivieren kann.

Aus der Entwicklungsarbeit der Universitätsmedizin Göttingen, des Fraunhofer-Anwendungszentrums, der HAWK und der CINOGY GmbH, einer HAWK-Ausgründung, entstanden beispielsweise die PlasmaDerm®-Produkte zur Desinfektion von Haut und Wunden.

Diese Geräte bekamen im Frühjahr 2013 die weltweit erste CE-Kennzeichnung eines medizinisch einsatzfähigen Plasmagerätes als ein plasmatherapeutisches Medizinprodukt zur Wundbehandlung in der Dermatologie. Das CE-Zertifikat belegt die Einhaltung von Anforderungen zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz.

Das Preisgeld soll für die weitere Erforschung von potentiellen Risiken sowie weitere Einsatzmöglichkeiten von kaltem Atmosphärendruck-Plasma verwendet werden.

Weitere Informationen:

http://www.ist.fraunhofer.de

Dr. Simone Kondruweit | Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST

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