Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationspreis der DEGRO für Forscherteam der UMM

04.06.2010
Ausgezeichnetes Forschungsprojekt für eine zielgenaue Behandlung beweglicher Tumore

Ein Forscherteam um Dr. sc. hum. Hansjörg Wertz hat ein neues Verfahren zur bildgestützten Strahlentherapie entwickelt, mit dem im Körper bewegliche Tumore - beispielsweise Lungentumore während des Atmens - zielgenauer behandelt werden können. Das junge Forscherteam setzt sich aus Medizinern, Medizinphysikern, Informatikern und Experten im Bereich der Bildverarbeitung zusammen. Dr. Wertz selbst ist Medizinphysik-Experte an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM).

Das erfolgreiche Forschungsprojekt ist mit dem Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) ausgezeichnet worden. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird Dr. Wertz und seinem Team am 3. Juni 2010 bei der Jahrestagung der DEGRO in Magdeburg verliehen.

Die Koppelung von Computertomograph (CT) für die Bildgebung und Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie ermöglicht es, direkt vor einer Strahlenbehandlung die Lage eines Tumors genau zu ermitteln. Auf dieser Basis kann heute die Bestrahlung exakt dreidimensional geplant werden. Erschwert wird diese sehr zielgenaue Planung jedoch, wenn Tumore nicht fest im Körper fixiert sind, sondern sich um einige Millimeter bewegen, etwa durch die Atmung oder den Herzschlag des Patienten. Um beispielsweise einen Patienten mit einem Lungentumor exakt strahlentherapeutisch behandeln zu können, muss dieser während der Bildgebung und der Strahlentherapie den Atem anhalten. Eine langsame Bildgebung ist hier der limitierende Faktor.

Fast alle Patienten, die an Lungentumoren leiden, können ihren Atem wenigstens 15 Sekunden anhalten. Das Mannheimer Forscherteam setzte sich daher das Ziel, ein Verfahren zu entwickeln, das eine Bildgebung am Linearbeschleuniger in diesem Zeitrahmen ermöglicht, damit auch Patienten mit atembeweglichen Tumoren vor der Strahlenbehandlung exakt positioniert werden können. Dafür verwendeten sie den simultanen Einsatz von niederenergetischer kV- (Kilovolt) und hochenergetischer MV- (Photonen-) Strahlung. Um mit dieser Methode eine gute Bildqualität zu erzielen, musste sowohl eine spezielle Softwarelösung als auch eine externe Synchronisationshardware entwickelt werden, damit Artefakte vermieden werden und eine Synchronisation hergestellt wird.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen hat zum Ziel geführt: Tatsächlich ist es den Wissenschaftlern gelungen, gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, das die Basis für eine ultraschnelle Volumenbildgebung an Linearbeschleunigern bildet. Mit der neu entwickelten Technik ist es weltweit erstmals möglich, bei gleichzeitiger, kontinuierlicher kV- und MV-Bild-Akquisition Artefakt-freie Projektionen zu erhalten, die für eine schnelle und qualitativ hochwertige Bildgebung zwingend sind.

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.umm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie