Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationsministerium kürt NETZ und NaSoL Zwei Nanoprojekte erfolgreich

07.11.2008
Mit gleich zwei Projekten zur innovativen Energieversorgung hat sich die Universität Duisburg-Essen (UDE) beim Wettbewerb "NanoMikro+Werkstoffe.NRW" des Landes-Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie durchgesetzt. Damit untermauert sie ihre herausragende Stellung in den Nanowissenschaften.

Zu den insgesamt 15 Gewinnern zählen der Antrag "NanoEnergieTechnikZentrum"(NETZ) -- unter Federführung der Uni sollen hier maßgeschneiderte Materialien für neue Energietechnik entstehen -- und das Projekt "Halbleiter-Nanodrähte für Solarzellen und Leuchtdioden (NaSoL)". NaSoL wird von einem marktführenden Industrieunternehmen gemeinsam mit zwei Forschergruppen der Uni Duisburg-Essen getragen.

Wann NETZ und NaSoL starten, steht noch nicht genau fest. Beide Projektteams müssen wie alle Wettbewerbssieger auf die Bewilligung ihrer Förderanträge warten. Dabei geht es jeweils um mehrere Millionen Euro aus insgesamt 61 Millionen Euro Landes- und EU-Mitteln.

Bei dem Anfang 2008 erstmals ausgelobten Wettbewerb wurden die besten Ideen aus zukunftweisenden Technologiefeldern gesucht. NETZ und NaSoL sind in der Tat vielversprechend: Die Partner aus Industrie und Wissenschaft in beiden Projekten wollen mit unterschiedlichen Schwerpunkten den Einsatz von Nanotechnologien in der Energietechnik vorantreiben. Ob bei der Energieproduktion, der Energiespeicherung oder der Energieeinsparung -- Nanotechnologien können nicht nur bestehende Verfahren effizienter machen, sondern auch ganz neue Wege im Bereich der regenerativen Energien ermöglichen.

NETZ: Funktionale Nanomaterialien für die Industrie

Allerdings haben Nanotechnologien in der Energietechnik bislang keinen Eingang in die großtechnische Nutzung gefunden. Das Problem für die Unternehmen: Ihnen fehlen ausreichende Mengen spezifischer Nanomaterialien, um die weiteren Verfahrensschritte für die Weiterverarbeitung zu entwickeln. Diese Lücke möchten die Projektpartner mit NETZ schließen. Sie wollen eine Technologieplattform entwickeln und für die Industrie maßgeschneiderte funktionale Materialien für energietechnische Anwendungen bereitstellen. Zunächst einmal exemplarisch für die Bereiche Brennstoffzelle, Lithiumionen-Batterien, Energietechnisch relevante Katalyse, Photovoltaik und Thermoelektrik.

Später dann, wenn die grundlegenden Technologieschritte getan sind, für ein weitaus größeres Spektrum.

Das Projekt NETZ wird maßgeblich getragen vom forschungsstarken Center for Nanointegration (CeNIDE) der Universität Duisburg-Essen und wird von Professor Dr. Christof Schulz koordiniert. Kooperationspartner sind zwei An-Institute der Uni -- das Institut für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) und das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) --, darüber hinaus das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und die H2-Solar GmbH (beide Mülheim) sowie die Uni Münster.

Die Voraussetzungen für NETZ sind bestens: Die bisherigen Forschungsleistungen und der Expertenpool an der Uni, die Labor- und anderen experimentellen Kapazitäten sowie die Energietechnik-Anwender vor Ort lassen für CeNIDE-Sprecher Prof. Dr. Axel Lorke nur einen Schluss zu: "Mit einem NanoEnergieTechnikZentrum könnten wir schrittweise die fachspezifischen Kapazitäten in der Region und in ganz NRW bündeln."

NaSoL: Mehr Effizienz bei Solarzellen und Leuchtdioden

Die Partner im Projekt NaSoL wollen Solarzellen und Leuchtdioden auf Nanodraht-Basis entwickeln, da die bislang verwendeten Halbleiter-Schichtsysteme an ihre Grenzen stoßen (z. B. bei Kosten, Material). Die innovativen Halbleiter-Nanodrähte wären nicht nur erheblich leistungsfähiger sowohl bei der Absorption als auch bei der Emission von Licht, sondern versprechen auch sehr geringe Verluste beim Energietransport. Dafür sorgt ein neues technologisches Verfahren, bei dem hochperfekte Halbleiterkristalle auf einem kostengünstigen Substrat hergestellt werden. Ihre nanoskaligen koaxialen Kern-Mantel-Heterostrukturen haben eine größere Oberfläche und können so mehr Licht aufnehmen bzw. abgeben.

Kooperationspartner bei NaSoL sind die AIXTRON AG aus Aachen sowie von Uni-Seite das Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) und das Fachgebiet Werkstoffe der Elektrotechnik. Eine optimale Konstellation, so ZHO-Leiter Prof. Dr. Franz-Josef Tegude: "Mit AIXTRON als Marktführer auf dem Gebiet der Anlagenherstellung und den Expertisen unserer Uni zur Prozessentwicklung, Analytik und Bauelementherstellung können wir rasch eine Technologieplattform für Solarzellen und Leuchtdioden aufbauen. Wir gehören zu den ersten, die in dieser Form Halbleiter-Nanodrähte verwenden, und verfügen mit dem an der Uni ansässigen Netzwerk OpTech-Net über beste Kontakte zu Endabnehmern. Das sind klare Wettbewerbsvorteile. Die Produktion von Ressourcen sparenden, kostengünstigen Komponenten für die Optoelektronik und die Photovoltaik sichert und schafft nicht zuletzt auch Arbeitsplätze."

Weitere Informationen:

NETZ: Dr. Marion Franke, CeNIDE-Geschäftsführerin, Tel. 0203/379-2752, franke@cenide.de, www.cenide.de

NaSoL: Prof. Dr. Franz-Josef Tegude, Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik, Tel. 0203/379-3391, franz.tegude@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429

Ulrike Bohnsack | Universitaet Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de
http://www.cenide.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Diagnostik der Zukunft - Europäisches Projekt zur Erforschung seltener Krankheiten startet
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Wenn Computer lernen: Zentrum für maschinelles Lernen gegründet
15.01.2018 | Hochschule Heilbronn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften