Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Inhoffen-Medaille für amerikanischen Biochemiker

11.04.2013
Am 25. April: HZI und TU ehren Christopher T. Walsh / Pressetermin um 14.40 Uhr

Wie Bakterien mit giftigem Quecksilber fertig werden, wie sie die Behandlung mit Antibiotika überstehen und wie man sie mittels so genannter „Suizid-Inhibitoren“ trotzdem besiegen könnte: Das sind nur einige der zahlreichen Forschungsthemen, denen sich der US-Biochemiker Christopher Walsh in seiner wissenschaftlichen Laufbahn gewidmet hat.


Die Inhoffen-Medaille: Der angesehenste deutsche Preis auf dem Gebiet der Naturstoffchemie.
HZI

Am Donnerstag, 25. April, wird Walsh dafür in Braunschweig geehrt: Der Harvard-Professor erhält die mit 5000 Euro dotierte Inhoffen-Medaille, den angesehensten deutschen Preis auf dem Gebiet der Naturstoffchemie.

Die Auszeichnung wird vom Förderverein des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) finanziert und im Rahmen der öffentlichen Inhoffen-Vorlesung verliehen, einer gemeinsamen Veranstaltung des HZI und Technischen Universität Braunschweig. Die Inhoffen-Vorlesung findet in diesem Jahr am Donnerstag, 25. April, statt. Sie beginnt um 15 Uhr im Forum des HZI. „Mit diesem Preis möchten wir Walshs beeindruckenden Beitrag für die Wissenschaft anerkennen“, erläutert Prof. Dietmar Schomburg, Vorsitzender des Fördervereins des HZI, die Entscheidung.

Bakterien verfügen über raffinierte „Produktionsstraßen“, um Wirkstoffe herzustellen, die sie für ihr Überleben benötigen. Viele dieser Substanzen sind für uns Menschen medizinisch interessant, beispielsweise weil sie als Antibiotikum eingesetzt werden können. Christopher T. Walsh, Professor an der renommierten Harvard Medical School in Boston, USA, ist ein bedeutender Experte auf dem Gebiet dieser bakteriellen Fabriken.

In vielen Forschungsprojekten befasste sich der US-Amerikaner mit der Struktur und Funktion von Enzymen, den Katalysatoren der Zelle, um ihre molekulare Basis besser zu verstehen. Unter anderem erforschte er die so genannten „Suizid-Inhibitoren“. Diese Stoffe ähneln den Molekülen, die normalerweise von einem Enzym-Katalysator erkannt und umgesetzt werden. Das Enzym hält sie fälschlicherweise für natürliche Reaktionspartner, bindet an sie und baut sie um – wodurch dann ein Hemmstoff entsteht, der das Enzym dauerhaft blockiert. Suizid-Inhibitoren, die gegen die Enzyme von Bakterien wirken, können für den Einsatz zu medizinischen Zwecken weiterentwickelt werden.

Walshs Arbeiten ermöglichten es auch, von Bakterien produzierte Enzyme nachträglich künstlich zu verändern. Das stellte einen enormen Fortschritt für die biologische Synthese von Wirkstoffen dar. Er entdeckte außerdem, wie Bakterien Resistenzen gegen das Reserveantibiotikum Vancomycin entwickeln, was die Erzeugung neuer Antibiotika vorantrieb.

Im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung würdigt der Förderverein des HZI auch herausragende lebenswissenschaftliche Dissertationen. Träger der mit je 1000 Euro dotierten Förderpreise sind Dr. Cornelia Chizzali und Dr. Christian Mayer. Chizzali erforschte in ihrer Dissertation, Abwehrstoffe, mit denen sich Obstbäume gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand wehren; Mayer befasste sich mit Mechanismen der Immuntoleranz.

Neben den Förderpreisen wird auch der Fritz-Wagner-Preis zur Förderung der Biotechnologie verliehen. Die Auszeichnung und die damit verbundenen 500 Euro erhält in diesem Jahr Patrick Rabe für seine Promotion über die Synthese und Analytik von sekundären Stoffwechselprodukten, die von Bakterien produziert werden.

Foto- und Interview-Termin
Im Vorfeld der Veranstaltung um 14:40 Uhr, besteht für Medienvertreter die Möglichkeit, die Preisträger zu treffen und zu fotografieren. Nähere Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0531 61811401.

Hans Herloff Inhoffen und die gleichnamige Medaille
Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Prof. Hans Herloff Inhoffen veranstalten die TU Braunschweig und das HZI (damals noch: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, kurz GBF) seit 1994 regelmäßig die Inhoffen-Vorlesung, bei der der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der TH Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Er gründete darüber hinaus 1965 das „Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik“ (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF und damit des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
http://www.helmholtz-hzi.de

Die Technische Universität (TU) Braunschweig:
An der Technischen Universität Braunschweig (gegründet 1745, 15.500 Studierende) sind Ingenieur- und Naturwissenschaften als Kerndisziplinen eng vernetzt mit den Wirtschafts- und Sozial-, Geistes- und Erziehungswissenschaften. Die TU Braunschweig ist Partner in der Allianz der Niedersächsischen Technischen Universität (NTH) und der TU9 German Institutes of Technology.

http://www.tu-braunschweig.de

Dr. Birgit Manno | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Wirtschaftsmagazin Capital: Platz 1 für wohngesundes Bauen geht an das Ökohaus-Unternehmen Baufritz
17.06.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Muskelaufbau im Computer: Internationales Team will Entstehung von Myofibrillen enträtseln
13.06.2018 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics