Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatik-Professorin der Saar-Uni erhält Innovatoren-Preis für neuartige Gen-Simulation

06.11.2013
Verena Wolf, Informatik-Professorin der Universität des Saarlandes, hat den Nachwuchswettbewerb „Innovatoren unter 35“ des Wirtschafts- und Wissenschaftsmagazins Technology Review gewonnen.

Wolf forscht daran, komplexe Prozesse in Zellen mit Computersimulationen darzustellen. So können die Informatiker um Verena Wolf mit einer neuen Software die Entwicklung ganzer Zellpopulationen in nur wenigen Tagen nachbilden. Bislang war dies ein zeitaufwendiges Unterfangen. Mediziner und Biologen können mit den Modellen künftig zum Beispiel neuartige Krebs-Therapien erforschen.

Prozesse auf zellulärer Ebene sind sehr komplex: Ähnlich wie die Zahnräder in einem Uhrwerk greifen in einer Zelle unterschiedliche Prozesse ineinander: Gene regulieren sich gegenseitig, ein Protein schaltet ein Gen ab, dafür ein anderes an und so weiter. Kommt es hier zu Fehlern, kann das etwa dazu führen, dass Krankheiten entstehen. Bislang haben Wissenschaftler nicht vollständig geklärt, wie sich Gene gegenseitig regulieren und mit Proteinen zusammenspielen. Diese Mechanismen zu verstehen, würde aber beispielsweise helfen, Krankheiten wie Krebs erfolgreicher zu therapieren.

Einen vielversprechenden Ansatz hierbei verfolgt Verena Wolf, Professorin für Modellierung und Simulation an der Saar-Uni. Zusammen mit ihrer Gruppe arbeitet die Informatikerin an mathematischen Modellen und Computersimulationen, die „genregulatorische Netzwerke“ erkunden. Die Saarbrücker Forscher können hierbei Vorgänge im Inneren von Zellen und im Labor gemachte Beobachtungen viel detaillierter beschreiben, als dies mit früheren Modellen der Fall war.

Mit bestimmten Rechenverfahren schalten die Informatiker bei ihren Simulationen zufällig etwa Gene ein oder aus. Sie sind sogar in der Lage mittels ihrer Software SHAVE (Stochastic Hybrid Analysis of Markov Population Models) Prozesse ganzer Zellpopulationen nachzuahmen. Dies war bislang nur mit aufwendigen mehrwöchigen Verfahren möglich, wohingegen SHAVE dafür nur wenige Tage benötigt. Mediziner und Biologen können die neue Software künftig nutzen, um beispielsweise die Entstehung einer Krebserkrankung besser zu verstehen oder effizientere Therapien zu entwickeln.

Mit ihrer Forschungsarbeit konnte die 34-jährige Professorin nun beim Nachwuchswettbewerb „Innovatoren unter 35“ des Magazins Technology Review punkten. Die Auszeichnung richtet sich an junge Talente aus Forschung und Entwicklung, die nicht älter als 35 Jahre sind. Insgesamt konnten sich fünf Teilnehmer mit ihren Projekten gegen 41 weitere Kollegen durchsetzen. Die Preisträger wurde gestern Abend auf dem Innovationskongress von Technology Review in Berlin verkündet.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Verena Wolf
Modelling and Simulation
E-Mail: wolf@cs.uni-saarland.de
Tel.: 0681/302-5586
Redaktion:
Gordon Bolduan
Wissenschaftskommunikation
Kompetenzzentrum Informatik Saarland
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de
Tel. 0681/302-70741
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610).

Friederike Meyer zu Tittingdorf | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://mosi.cs.uni-saarland.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften