Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ilmenauer Studenten gewinnen Mikrosystemtechnik-Preis COSIMA für innovativen Rollator

18.10.2013
Vier Masterstudenten der TU Ilmenau sind im bundesweiten Mikrosystemtechnik-Wettbewerb COSIMA (Competition of Students in Microsystems Applications) in Aachen für die technische Verbesserung von Rollatoren ausgezeichnet worden. Als Preis gewannen die Studierenden der TU Ilmenau die Teilnahme am internationalen Mikrosystemtechnik-Wettbewerb in Japan.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen des soeben zu Ende gegangenen Mikrosystemtechnik-Kongresses 2013 in Aachen vergeben. Der Mikrosystemtechnik-Kongress ist das bedeutendste nationale Forum für Elektronik- und Mikrosysteme. Er wird vom VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung alle zwei Jahre gemeinsam ausgerichtet.


Die prämierten vier Ilmenauer Masterstudenten mit Rollator und Urkunde. Von links: Antoine Heim (Mechatronik), Markus Mayer (Maschinenbau), Thomas Schönfelder (Mechatronik) und Nils Ziegenspeck (Mechatronik).

Die TU Ilmenau und insbesondere ihr Institut für Mikro- und Nanotechnologien MacroNano® war mit 17 wissenschaftlichen Beiträgen und zwei Ilmenauer Professoren im Programmkomitee außerordentlich stark bei der diesjährigen Tagung vertreten. Vorgestellt wurden unter anderem aktuelle Forschungsergebnisse zur kontinuierlichen Ölzustandsüberwachung in der Flugzeughydraulik und mikrooptische Systeme für den Einsatz in Augenimplantaten. Bei der begleitenden Fachmesse präsentierte sich die TU Ilmenau außerdem sowohl mit einem eigenen Messestand als auch auf dem Gemeinschaftsstand des Netzwerkes „nanogoesmakro“.

Ilmenauer Studenten mit Elektro-Rollator erfolgreich

Zu den Höhepunkten des Kongresses gehört der Studentenwettbewerb COSIMA, an dem die TU Ilmenau in diesem Jahr erstmals beteiligt war. Und das gleich mit großem Erfolg: Die Studierenden des Masterstudienganges Mechatronik, Antoine Heim, Thomas Schönfelder und Nils Ziegenspeck, sowie der Student des Masterstudienganges Maschinenbau, Markus Mayer, wurden für ihren Beitrag „Elekto-Rollator“ (Roll-E) mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

COSIMA ist ein Wettbewerb für Studierendenteams von Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum, um Einsatzmöglichkeiten von Mikrosystemen in verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens zu finden und erste Erfahrungen in der Entwicklung und Vermarktung von eigenen Projektideen zu sammeln. Deshalb beinhaltet COSIMA die wirtschaftliche Planung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Projektdurchführung und die Präsentation des Vorhabens im Rahmen eines Wettbewerbs.

Das Team der TU Ilmenau gehört zu den drei Teams, die nach dreitägiger Präsentation während des Mikrosystemtechnik-Kongresses von der Fachjury für die Auszeichnung ausgewählt wurden. Sie werden nun Deutschland im Jahr 2014 beim internationalen Studentenwettbewerb iCan in Japan vertreten.

Forschung für Mobilität im Alter

Rollatoren sind schon heute nicht mehr aus dem Leben älterer und gehbehinderter Menschen wegzudenken. So sind sie beim Gehen eine Stütze, bieten Stauraum für Einkäufe und stellen zusätzlich eine mobile Sitzfläche für kleine Pausen dar. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen ein Rollator hinderlich ist. Beispielsweise bergauf muss der Nutzer die zusätzliche Last des Rollators nach oben befördern. Besonders ein beladener Rollator bringt mobiltätseingeschränkte Menschen dabei oftmals an ihre Grenzen.

Das Ilmenauer Studententeam hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ein System zu entwickeln, das den Nutzer von dieser zusätzlichen Last befreit. Dabei ist Roll-E entstanden. Der entwickelte Prototyp basiert auf einem handelsüblichen Rollator Handicare Gemino 30, der zusätzlich mit diversen Sensoren sowie Motoren der Marke Faulhaber ausgestattet wurde. Gegenüber den herkömmlichen Rollatoren weist die Entwicklung intelligente, intuitiv funktionierende Griffeinheiten auf, die die Schubbewegungen des Nutzers erfassen können. Zusammen mit Sensoren zur Neigungserkennung im Gelände und einem Mikrocontroller können die Hinterräder über geregelte Gleichstrommotoren entsprechend angetrieben oder abgebremst werden. Damit ist eine aktive Unterstützung insbesondere bei der Beladung des Rollators, bei Gefälle oder Steigung und eine Entkopplung der zusätzlichen Last vom Nutzer möglich. Den Studenten gelang es dabei, die Komponenten der Sensorik, Aktorik, Regelungstechnik und Energieversorgung platzsparend in einen handelsüblichen Rollator zu integrieren, wodurch dieser zum intelligenten Assistenzsystem aufgewertet wird.

Die Ilmenauer Entwicklung, so zeigte sich die Jury überzeugt, wird eine bewährte Alltagshilfe in Zukunft noch wesentlich hilfreicher machen.

Basis der preisgekrönten Entwicklung waren sowohl die Forschungsergebnisse aus der Mikrosystemtechnik als auch der Biomechatronik zu intelligenten Rollatoren, die zu einer Vielzahl moderner Assistenzsysteme gehören. So sind innovative Systeme für Life Sciences und Mobilität zentrale Themen der Forschungsarbeiten des IMN MacroNano® und des Thüringer Innovationszentrums ThIMo der TU Ilmenau. Hier eingebunden ist u.a. die vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft Arbeit Technologie geförderte Industrienahe Forschergruppe „SilverMobility“, in der sechs Forscherteams der TU Ilmenau zusammen mit Kollegen aus Jena und dem Fraunhofer Institutsteil für Anwendungs- und Systemtechnik AST in Ilmenau nach neuen technischen Lösungen für die Erhaltung der Mobilität von Menschen in der Altersgruppe 50+ suchen.

Das Studentenprojekt Roll-E entstand im Rahmen eines in das Masterstudium Mechatronik integrierten Projektseminars, in dem Studierendenteams unter Anleitung von erfahrenen Ingenieuren ein produktorientiertes Projekt von der Idee bis zum Demonstrator umsetzen. Am preisgekrönten Rollator arbeiteten zwei Teams aus den Gebieten „Mikrosystemtechnik“ (Fachgebietsleitung: Professor Martin Hoffmann) und „Biomechatronik“ (Fachgebietsleitung: Professor Hartmut Witte) zusammen. Die ausgezeichnete Ausbildung und Betreuung an der TU Ilmenau im Studiengang Mechatronik wurde so nicht nur wiederholt durch die Spitzenplatzierungen im CHE-Ranking bestätigt, sondern ebnete nunmehr auch den Weg zum Gewinn des COSIMA-Preises.

Weitere Informationen:

TU Ilmenau
Fachgebiet Mikromechanische Systeme
Prof. Martin Hoffmann
Tel. 03677 69-2487
martin.hoffmann@tu-ilmenau.de
Fachgebiet Biomechatronik
Prof. Hartmut Witte
Tel. 03677 69-2456
Hartmut.witte@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten