Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IGF-Projekt 2014: Sensor entdeckt Schimmelpilze

07.11.2014

Mit dem Biosensor Array haben Professor Erwin Märtlbauer und Dr. Richard Dietrich von der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die Professoren Reinhard Nießner und Dietmar Knopp von der Technischen Universität München ein Messgerät entwickelt, das eine zuverlässige vor-Ort-Analyse von getreiderelevanten Mykotoxinen möglich macht.

Mit dieser Innovation erreichten sie das Finale in der Bewerbung um den Otto von Guericke-Preis 2014. Die AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen vergibt den mit 5.000 Euro dotierten Preis einmal im Jahr für herausragende Leistungen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).


Das neue Messgerät ermöglicht eine schnelle Analyse von Pilzgiften.

Milchprüfring Bayern e.V.

Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Bei Mykotoxinen handelt es sich um giftige Stoffwechselprodukte von Pilzen, die auf Getreide wachsen. Wird das kontaminierte Korn in Lebens- und Futtermitteln verarbeitet, kann es bei Mensch und Tier akute und chronische Erkrankungen auslösen.

Mykotoxine sind schon in geringen Mengen giftig. Die EU hat bereits für eine Vielzahl dieser Verbindungen mittels gesetzlicher Regelungen Höchstwerte festgelegt. Da diese Pilzgifte auch durch aufwendige Behandlungsmaßnahmen nur unzureichend aus dem Erntegut entfernbar sind, ist die Eingangskontrolle bei den Getreideannahmestellen und Mühlen entscheidend.

„Die klassische Analyse dieser Schimmelpilzgifte ist jedoch von der Probenahme bis zur Analyse sehr kostspielig und zeitintensiv.“, erläutern die Wissenschaftler die aktuelle Situation. Darüber hinaus müsse das Personal hoch spezialisiert sein.

In dem IGF-Vorhaben, das vom AiF-Mitglied Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) in Bonn koordiniert wurde, hat das Forscherteam ein softwaregesteuertes Biochip-Auslesegerät entwickelt. Das Messgerät ist in der Lage, in 20 bis 25 Minuten alle sechs in Getreide und Getreideprodukten vorkommenden Mykotoxine oder Mykotoxin-Gruppen nachzuweisen.

Durch seine kurzen Testzeiten und das breite Nachweisspektrum hebt sich das neue System von den herkömmlichen Methoden ab. Insbesondere für die gesamte getreideverarbeitende, mittelständisch geprägte Industrie sind die Er-gebnisse des Projekts von besonderer Bedeutung, da hohe Analysekosten eingespart werden.

Darüber hinaus können Einbußen in der Qualität von Lebensmitteln oder Gefahren für die Gesundheit der Konsumenten rechtzeitig erkannt werden und sowohl Imageschäden als auch Kosten infolge von Produkthaftung vermieden werden. Aus den erzielten Ergebnissen lassen sich auch weitere Nutzungsanwendungen ableiten: Vorstellbar wäre – nach einer entsprechenden Anpassung des Verfahrens – der Einsatz in anderen Bereichen der Lebensmittelproduktion, zum Beispiel bei der Herstellung von Säuglings- und Kleinkindernahrung oder Teigwaren.

Ansprechpartner zum Projekt
Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Hygiene und Technologie der Milch
Prof. Erwin Märtlbauer, E.Maertlbauer@mh.vetmed.uni-muenchen.de, Telefon: +49 89 2180 78600
Dr. Richard Dietrich, R.Dietrich@mh.vetmed.uni-muenchen.de, Telefon: +49 89 2180 78578

Technische Universität München, Lehrstuhl für Analytische Chemie, Institut für Wasserchemie und Chemische Balneologie
Prof. Reinhard Nießner, reinhard.niessner@ch.tum.de, Telefon: +49 89 2180 78231
Prof. Dietmar Knopp, dietmar.knopp@ch.tum.de, Telefon: +49 89 2180 78232

Über die AiF
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist ein 1954 gegründetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verknüpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Aufgabe ist es, als Dachverband von 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaf-ten, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2013 setzte die AiF rund 490 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein.

Pressekontakt
AiF e.V., Maria Kalina, presse@aif.de, Telefon: + 49 221 37680 114

Das beigefügte Foto (Quelle: Milchprüfring Bayern e.V.) finden Sie in druckfähiger Auflösung zum Download (2.9 MB) auf unserer Website.


Weitere Informationen:

http://www.aif.de

Maria Kalina | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie