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Der Humangenetiker Christian Kubisch erhält den Leopoldina Early Career Award

29.09.2010
Prof. Dr. Christian Kubisch, Universität Ulm, hat heute den mit 30.000 Euro dotierten Leopoldina Early Career Award – gefördert von der Commerzbank-Stiftung – im Rahmen eines Festakts auf der Jahreskonferenz der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Erlangen erhalten.

Der Preis wurde erstmals in dieser Form vergeben. Christian Kubisch wird mit dem Early Career Award für seine herausragenden Arbeiten zur Aufklärung der Ursachen und Funktionsstörungen verschiedenster genetischer Erkrankungen geehrt.

Christian Kubisch, Jahrgang 1967, studierte Medizin in Bonn und wurde dort mit einer Arbeit über molekulare Grundlagen des Wachstums von Herzmuskelzellen promoviert. Nach beruflichen Stationen in Hamburg, wo er am Zentrum für Molekulare Neurobiologie und im Institut für Humangenetik der Universität Hamburg tätig war, war Kubisch 1999 bis November 2004 Arbeitsgruppenleiter am Institut für Humangenetik der Universität Bonn, wo er 2003 auch die Weiterbildung zum Facharzt für Humangenetik abschloss.

Ohne Habilitation erhielt er den Ruf auf eine Professur, die er ab Dezember 2004 am Institut für Humangenetik der Universität Köln als Leiter der Genetischen Beratungsstelle des Instituts ausfüllte. Ebenfalls 2004 erhielt Herr Kubisch zudem einen Ruf auf den Lehrstuhl für Humangenetik an der Universität Lübeck, den er jedoch ablehnte. 2009 folgten Rufe auf die Lehrstühle für Humangenetik an den Universitäten Basel, Ulm und Rotterdam. Kubisch entschied sich für die Professur für Humangenetik an der Universität Ulm und ist dort seit 1. August dieses Jahres Direktor des gleichnamigen Instituts.

Christian Kubisch hat ein breites wissenschaftliches Arbeitsgebiet und hat zur Aufklärung einer Reihe verschiedener genetischer Krankheiten beigetragen. So hat er wichtige Ergebnisse auf dem Gebiet der Ionenkanalkrankheiten geliefert, die sich zum Beispiel als Muskelkrankheiten, Herzrhythmusstörungen, Epilepsie oder Störungen der Sinnesorgane äußern. Kubisch hat unter anderem einen Defekt in einem von ihm entdeckten Kaliumkanal als Ursache einer dominant erblichen Schwerhörigkeit erstmals beschrieben. Erstmals beschrieben hat Kubisch auch die genetischen Ursachen einer Form der frühkindlichen Taub-Blindheit (Usher-Syndrom) und einer Subform des früh manifesten Parkinsonismus (Schüttellähmung). Beteiligt war Kubisch ebenso an der kürzlich gemachten Entdeckung eines dritten Hauptgens für den erblichen Brust- und Eierstockkrebs.

Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit Kubischs ist zudem die genetische Bearbeitung der Migräne. Ende August 2010 ist unter seiner maßgeblichen Mitwirkung zu diesem Thema eine große internationale Studie in der Zeitschrift Nature Genetics vorab veröffentlicht worden. Die Publikationen von Christian Kubisch sind auch in weiteren führenden Zeitschriften wie Cell, Nature und Science publiziert worden.

Der mit 30.000 Euro dotierte und von der Commerzbank-Stiftung geförderte Leopoldina Early Career Award wird von nun an alle zwei Jahre vergeben. Zuvor hatte sich die Stiftung beim Forschungspreis der Leopoldina engagiert, der bislang an herausragende Wissenschaftler im Rahmen der Jahresversammlung der Akademie vergeben wurde. Dieser war mit 15.000 Euro dotiert und wird vom Early Career Award abgelöst.

Caroline Wichmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.leopoldina.org

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