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„Hufeland-Preis“ und 20.000 Euro für erfolgreiches Kita-Präventions-Projekt aus MV

29.09.2014

Ältester deutscher Medizinpreis geht an Greifswalder Wissenschaftler

Mit dem renommierten „Hufeland-Preis“ 2013 wurden dieses Jahr Wissenschaftler aus Greifswald für ein innovatives Präventionsprojekt in Kindertagesstätten in Mecklenburg-Vorpommern geehrt. In einem Festakt im Berliner Hotel Adlon erhielten Prof. Wolfgang Hoffmann und Dr. Marco Franze vom Institut für Community Medicine und Annika Gottschling-Lang von der Medizinischen Hochschule Hannover in der letzten Woche den Forschungspreis für Präventionsmedizin.

Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, lobte besonders den Präventionsansatz bereits im frühen Lebensalter, in dem entscheidende Weichenstellungen für ein gesundes und erfolgreiches Leben möglich sind. Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, begrüßte den interdisziplinären Ansatz des Konzeptes: „Hier wird Prävention über den Tellerrand der Medizin hinaus erforscht“, sagte er bei der Übergabe.

Die Deutsche Ärzteversicherung ist Stifterin des Hufeland-Preises, der zu den bedeutendsten deutschen Medizinpreisen zählt. Der Hufeland-Preis wird an Mediziner für richtungsweisende Leistungen und heraus-ragende Forschungsergebnisse in der Präventivmedizin verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert. Der Preis trägt seinen Namen nach dem Arzt und Gesundheitserzieher Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836).

Entwicklungsstörungen frühzeitig erkennen und behandeln

Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen in den einzelnen Bundesländern zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Kinder insbesondere von Auffälligkeiten in der sprachlichen Entwicklung betroffen ist, immerhin etwa 10 bis 25 Prozent der Einschüler.

Solche Ergebnisse sind besorgniserregend, denn die betroffenen Kinder haben ungünstige Voraussetzungen für den Schulerfolg. Daher ist es sinnvoll, Kinder möglichst frühzeitig gezielt zu fördern. Genau da setzt das nun ausgezeichnete Modell an, mit dem frühzeitig mögliche Entwicklungsstörungen aufgezeigt und diesen aktiv entgegengewirkt werden können.

Von November 2008 bis Mai 2011 führte das Institut für Community Medicine an der Universitätsmedizin Greifswald das vom Landessozialministerium MV finanzierte Projekt „Kinder in Kitas“ (KiK) durch.

An dem Modellprojekt nahmen knapp 1.000 Drei- bis Sechsjährige und rund 200 Erzieherinnen aus zwölf Kitas in MV teil. Über 97 Prozent der befragten Erzieherinnen bewerteten das vom Institut für Community Medicine umgesetzte Testverfahren in der Studie als hilfreich zur Erkennung von Entwicklungsgefährdungen.

In der Folge des erfolgreichen Modellprojekts wurde das Früherkennungsprogramm gesetzlich im Kindertagesförderungsgesetz (KiföG MV) verankert und wird flächendeckend in ganz Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt. Damit nimmt Mecklenburg-Vorpommern bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Jährlich werden Testergebnisse aus über 100 Kitas erhoben.

Aktuell liegen Gesundheitsdaten von über 6.200 Kindern vor, wobei die freiwillige Beteiligung am Projekt eine beeindruckende Teilnahmequote von 96 Prozent erreicht.

In der aktuellen Phase des Projektes werden unter anderem die Einflüsse gezielter individueller Förderung in der Kita auf die Ergebnisse der späteren Einschulungsuntersuchung analysiert.

Weitere Informationen unter http://www.aerzteversicherung.de/Unternehmen/Hufeland-Preis

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Community Medicine
Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, MPH
Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
T +49 3834-86-7750/7751
E wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de
http://www.community-medicine.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de
http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald

Constanze Steinke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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