Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HU-Physiker gewinnen internationalen Preis „Computing in Cardiology Challenge 2013“

18.10.2013
Niels Wessel und Maik Riedl für ihre Arbeit zu fötalen Herzschlägen ausgezeichnet

Niels Wessel und Maik Riedl aus dem Bereich Kardiovaskuläre Physik der Humboldt-Universität zu Berlin wurden gemeinsam mit Ingenieuren der Technischen Universität Dresden mit dem Preis „Computing in Cardiology Challenge 2013“ geehrt. Dabei handelt es sich um einen internationalen Auszeichnung auf dem Gebiet der Analyse medizinischer Daten, einem interdisziplinären Forschungsgebiet aus Medizin, Physik, Informatik und Ingenieurswissenschaft.

Das diesjähriges Thema lautete „Noninvasive Fetal ECG“ (Nichtinvasive Messung des fötalen Elektrokardiogramms). Ziel war es, die fötalen Herzschläge aus elektrophysiologischen Aufnahmen am Bauch von schwangeren Frauen zu extrahieren. Die Schwierigkeit dabei ist, dass das fötale Signal von der mütterlichen elektrischen Herzaktivität und anderen störenden Einflüssen überlagert ist und selbst eine visuelle Detektion schwer möglich ist. „Eine nicht-invasive automatische Extraktion der fötalen elektrischen Herzaktivität wäre für die pränatale Diagnostik und das pränatale ‚Homemonitoring’ von größtem Nutzen, da so lebensbedrohliche Zustände des Fötus, wie z.B. eine Unterversorgung mit Sauerstoff, detektiert werden könnten“ erklärt der HU-Wissenschaftler Niels Wessel.

„Leider war bis zu Beginn dieses Wettbewerbes kein akzeptabler Algorithmus zur automatischen Bestimmung der fötalen Herzschläge aus solchen nichtinvasiven Messungen bekannt“, so Maik Riedl. Somit war es Ziel des Wettbewerbs, einen Algorithmus mit einer möglichst geringen Fehlerquote zu entwickeln. Dazu wurden nach der Entwicklungsphase den Teilnehmern 100 nichtinvasive Messungen aus verschieden klinischen Studienzentren zur Verfügung gestellt, die mittels der entwickelten Algorithmen bearbeitet wurden. Die detektierten fötalen Herzschläge wurden anschließend an die Wettbewerbsleitung zurückgesendet, die diese mit den Detektionen aus parallel aufgenommenen invasiven Messungen verglichen.

Die Berliner und Dresdner Forscher wurden von den Preisrichtern als beste Gruppe von 50 Forscherteams aus der ganzen Welt dafür ausgezeichnet, dass ihre extrahierten fötalen Herzschläge die geringste Zahl an Fehldetektionen aufwiesen. Die äußerst geringe Fehlerquote wurde von den Wissenschaftlern durch eine Kombination von zwei Methoden erzielt. Die Forscher haben zum einen die Detektion von Mustern, die einem fötalen Herzschlag ähneln, mit Hilfe von neuen selbstoptimierenden Algorithmen verbessert. Zum anderen wurden durch innovative Verfahren die Detektorergebnisse aus den vier Aufzeichnungskanälen einer jeden nichtinvasiven Messung nicht nur zusammengeführt, sondern auch entschieden, ob die Detektionen als fötale Herzschläge gewertet werden.

"Mit diesem Gewinn wird unsere langjährige Arbeit im Feld der Kardiovaskulären Physik gewürdigt. Die erfolgreiche Kooperation mit der Gruppe von Prof. Malberg der TU Dresden zeigt zum wiederholten Mal das Potential interdisziplinärer Zusammenarbeit, einem Grundprinzip unserer Arbeitsgruppe." freut sich Niels Wessel.

Der Wettbewerb „Computing in Cardiology“ wird seit dem Jahr 2000 jährlich von PHYSIONET, einer Forschergruppe des Boston's Beth Israel Deaconess Medical Center, der Harvard Medical School, der Boston Universität, der McGill Universität und des Massachusetts Institute of Technology ausgetragen. Ziel dieses internationalen Wettbewerbs ist es, mittels innovativer Analysemethoden aktuelle Probleme in der klinischen Diagnostik zu lösen.

Kontakt
PD Dr. Niels Wessel
Humboldt-Universität zu Berlin
Tel.: 030 2093-99181
niels.wessel@physik.hu-berlin.de

Hans-Christoph Keller | idw
Weitere Informationen:
http://www.hu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics