Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HPI-Wissenschaftler siegen in weltweitem Informatiker-Wettbewerb

12.07.2010
Ein Wissenschaftler-Team des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat im Finale des internationalen Informatik-Wettbewerbs "IEEE Service Cup 2010" den ersten Platz erreicht.

Der veranstaltende Verband IEEE, dem weltweit mehr als 395.000 Wissenschaftler und Ingenieure der Elektrotechnik und Informatik angehören, zeichnete die Potsdamer für ihre Lernplattform "Services Security Lab" aus. Das Web-Labor soll Internetsicherheit sowohl für angehende als auch für erfahrene Experten erlebbar machen. Es bietet Möglichkeiten, Sicherheitsmechanismen für Internet-Dienste auszuprobieren und deren Effekte zu analysieren.

Die Doktoranden Ivonne Thomas, Michael Menzel und Robert Warschofsky vom HPI-Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme des Institutsleiters Prof. Christoph Meinel nahmen die Auszeichnung am Rande der achten internationalen Konferenz über Web-Dienste (ICWS) in Miami entgegen.

In Potsdam freuten sich ihre Team-Kollegen, der wissenschaftliche Mitarbeiter Christian Willems sowie Instituts- und Fachgebietsleiter Prof. Christoph Meinel, mit ihnen über den Sieg. Auf Platz 2 landete ein Team aus Australien. Rang 3 belegten Wissenschaftler aus Kanada. Informatiker aus Schweden kamen auf Platz 4. Bereits in den vergangenen beiden Jahren waren Teams aus HPI-Studenten beim IEEE Service CUP jeweils in die Endrunde gelangt. 2009 gab es in Los Angeles einen dritten Platz, 2008 einen ersten in Peking. "Wir freuen uns sehr, dass Doktoranden und Studenten aus unseren Fachgebieten bei diesem internationalen Informatik-Wettbewerb so oft in Folge derartig gut abschnitten", sagte Meinel.

Beim diesjährigen Wettbewerbsbeitrag des HPI handelt es sich um eine Internet-Plattform, durch die verschiedene Web-Dienste ausgewählt, modellhaft miteinander verknüpft und in ihrer Sicherheit getestet werden können. "Die Plattform soll den Nutzen sicherer Service-orientierter Technologien und Architekturen an Hand von praktischen Beispielen demonstrieren", sagte Ivonne Thomas. Indem Mechanismen vor Augen geführt würden, die normalerweise im Verborgenen liegen, solle die Wichtigkeit sicherer Internetanwendungen verdeutlicht werden.

Das in Miami präsentierte System zeigt unter anderem am Beispiel von Bestellungen in Webshops, wie im Hintergrund eigenständige und verteilte IT-Systeme über Dienst-Schnittstellen miteinander kommunizieren, um bestimmte Prozesse abzuarbeiten. "Solche Szenarien kann man im Services Security Lab ausprobieren", erläuterte Michael Menzel. Im Labor steht eine Sammlung von Diensten für die Bezahlung und die Logistik bereit, die sich der Nutzer mit wenigen Mausklicks zusammenstellen soll. Als nächstes kann er Sicherheit hinzufügen, in dem er beispielsweise festlegt, dass Kreditkarteninformationen verschlüsselt an den Finanzdienstleister übertragen werden sollen.

"Im folgenden Schritt kümmert sich unser Services Security Lab eigenständig darum, aus den Angaben des Benutzers ein laufendes System zu erstellen", sagte Robert Warschofsky. Das heißt: Das Labor erzeugt alle notwendigen Konfigurationsdateien, greift sich aus dem Speicher den entsprechenden Dienst, der noch ungesichert ist, konfiguriert diesen mit den erzeugten Sicherheits-Konfigurationsdateien und startet das Ganze exklusiv für den jeweiligen Benutzer in einer virtuellen Umgebung.

Für einen besonderen Lerneffekt beim Benutzer sorgt die Möglichkeit, dass er sich für alle seine Schritte die Nachrichten ansehen kann, die zwischen den verschiedenen Systemen, etwa dem Webshop und dem Finanzdienstleister, ausgetauscht wurden. Denn die Kommunikation zwischen den verschiedenen Diensten wird vollständig aufgezeichnet. Damit ist bei Systemen, die auf Service-orientierten Architekturen (SOA) basieren, bereits vor ihrem produktiven Einsatz ein nachhaltiges Testen möglich. "Sicherheitskritische Stellen eines modellierten Systems können also vor dem praktischen Einsatz erkannt sowie mögliche Angriffspunkte beseitigt werden", hob Ivonne Thomas hervor. Auch könnten Entwickler Veränderungen in der Systemstruktur und der Sicherheitskonfiguration sofort testen sowie deren Auswirkungen auf die Kommunikation analysieren.

Kurzprofil Hasso Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 450 Studenten genutzt wird. Insgesamt gut ein Dutzend Professoren und über 50 weitere Lehrende sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme. Das HPI kam beim jüngsten CHE-Hochschulranking unter die besten vier Informatikstudiengänge im deutschsprachigen Raum, die sich Rang 1 teilen.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://iscc.servicescomputing.org/2010
http://www.hpi.uni-potsdam.de/meinel/forschung/security_engineering/soasecurity1

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Geothermie: Den Sommer im Winter ernten

18.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Kompositmaterial für die Wasseraufbereitung

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht

18.01.2017 | Informationstechnologie