Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe wissenschaftliche Auszeichnung für Bayreuther Polymerchemiker

14.12.2011
Der Hermann-Staudinger-Preis, der bedeutendste Forschungspreis in Deutschland auf dem Gebiet der Polymerchemie, geht 2012 an Prof. Dr. Axel Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Makromolekulare Chemie II an der Universität Bayreuth.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) würdigt damit insbesondere seine herausragenden Forschungsbeiträge zur Weiterentwicklung der Polymersynthese und zur Herstellung komplexer nanoskaliger Polymerarchitekturen.

Die GDCh erinnert mit diesem Preis, den sie in der Regel nur alle drei Jahre verleiht, an Hermann Staudinger (1881 – 1965), den Begründer der modernen Polymerwissenschaften. Der langjährige Leiter des Instituts für Makromolekulare Chemie an der Universität Freiburg wurde 1953 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

Prof. Dr. Axel Müller ist ein wissenschaftlicher "Enkel" von Staudinger, da sein Doktorvater in Freiburg habilitiert hatte. Er ist seit 1999 als Professor für Makromolekulare Chemie an der Universität Bayreuth tätig. Mit polymerwissenschaftlichen, oftmals fächerübergreifend angelegten Projekten trägt er wesentlich dazu bei, die Makromolekül- und Kolloidforschung als international sichtbares Profilfeld der Universität Bayreuth weiter zu entwickeln. Die DFG-Sonderforschungsbereiche "Komplexe Makromolekül- und Hybridsysteme in inneren und äußeren Feldern" und "Von partikulären Nanosystemen zur Mesotechnologie" verdanken ihm zahlreiche neue Ideen und Impulse. Darüber hinaus hat er auch eine Reihe europäischer Verbundprojekte koordiniert.

Hohe internationale Beachtung fanden in jüngster Zeit vor allem seine Forschungsarbeiten zu neuartigen Nanopartikeln, insbesondere Januspartikeln, die ihren Namen dem römischen Gott mit zwei Gesichtern verdanken. Sie besitzen zwei chemisch unterschiedliche Seiten und haben hervorragende Eigenschaften, u.a. zur Stabilisierung von Emulsionen und Polymerlegierungen. Ein weiteres Arbeitsfeld von Prof. Dr. Axel Müller sind Nanodrähte und -röhren. Dabei dienen Polymere, die wie Flaschenbürsten geformt sind, als Gerüst für anorganische Partikel. Diese eindimensionalen Hybridpartikel besitzen z.B. magnetische oder halbleitende Eigenschaften und können in der Katalyse genutzt werden.

Im Bereich der Lehre gehört Prof. Dr. Axel Müller zu den Begründern des deutschlandweit einmaligen Bachelor-Studiengangs "Makromolekül- und Kolloidchemie" und des Masterstudiengangs "Polymer Science". Als Dekan der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften betrieb er maßgeblich die Gründung der Bayreuther Graduiertenschule für Mathematik und Naturwissenschaften BayNAT. Gastprofessuren an renommierten ausländischen Universitäten – u.a. in Shanghai, Paris, Montreal, Kyoto und Sydney – sind Ausdruck einer weltweiten Wertschätzung. 1991 hat sich Professor Dr. Axel Müller an der Universität Mainz mit einer Arbeit zu neuen Polymerisationsmethoden habilitiert; zuvor hatte er dort sein Chemiestudium mit Diplom und Promotion abgeschlossen.

Die Verleihung des Hermann-Staudinger-Preises wird am 23. Februar 2012 im Rahmen des Makromolekularen Kolloquiums an der Universität Freiburg stattfinden.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Axel Müller
Lehrstuhl Makromolekulare Chemie II
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 55 3399
E-Mail: axel.mueller@uni-bayreuth.de

Christian Wißler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie