Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe chinesische Auszeichnung für Herbert Jäckle

13.01.2014
Max-Planck-Forscher wird für seine Verdienste um die deutsch-chinesische Wissenschaftspartnerschaft geehrt

Die Volksrepublik China hat dem Göttinger Max-Planck-Forscher Herbert Jäckle den Preis für internationale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit 2013 verliehen.

Mit dieser höchsten Auszeichnung für ausländische Personen oder Organisationen im Bereich Wissenschaft und Technik wird Jäckle für seine bedeutenden Beiträge zur Entwicklung Chinas geehrt. In einer feierlichen Zeremonie am 10. Januar wurde ihm der Preis in der „Großen Halle des Volkes“ in Peking in Anwesenheit der chinesischen Staatsführung überreicht. Mit ihm wurden sieben weitere Wissenschaftler und Ingenieure aus aller Welt ausgezeichnet.

Herbert Jäckle hat die Kooperationen zwischen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) nachhaltig gefördert. Seit 2002 setzt Jäckle als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft mit kreativen Ideen wichtige Impulse in der deutschen und chinesischen Wissenschaftslandschaft sowie in der internationalen Zusammenarbeit.

Auf seine Initiative entstand im Jahr 2005 das von der MPG und der CAS gemeinsam getragene Partnerinstitut für Computergestützte Biologie in Shanghai (China). Nicht zuletzt entwickelte Jäckle ein neues sehr erfolgreiches Konzept zur Nachwuchsförderung innerhalb der MPG. Dieses wird auch am Partnerinstitut in Shanghai umgesetzt, um dort junge talentierte Forscherinnen und Forscher früh in ihrer Karriere zu unterstützen.

„Ich fühle mich sehr geehrt, dass mir die Volksrepublik China diesen hochkarätigen Preis verliehen hat. Es ist nicht nur eine große Freude für mich, sondern auch für die Max-Planck-Gesellschaft. Der tiefe gegenseitige Respekt und das Vertrauen, das sich zwischen den Kooperationspartnern in Deutschland und China entwickelt hat, ist für mich neben den wissenschaftlichen Erfolgen die wohl wichtigste Errungenschaft“, so der Max-Planck-Vizepräsident. Für den Göttinger Wissenschaftler ist es bereits die zweite Auszeichnung der Volksrepublik China: Im Januar 2013 hatte ihn die Chinesische Akademie der Wissenschaften mit dem Preis für Internationale Zusammenarbeit geehrt.

Auf seinem Forschungsgebiet der molekularen Entwicklungsbiologie hat der Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen, wie die frühe Entwicklung der Taufliege Drosophila melanogaster molekular reguliert wird und was den Energiestoffwechsel des kleinen Insekts im Gleichgewicht hält. Mit seinen Kollegen hat er eine Reihe von Schaltergenen und molekularen Regelmechanismen identifiziert, die auch beim Menschen bei der Bildung von Organen und bei der Kontrolle des Energiestoffwechsels eine wichtige Rolle spielen.

Seine Arbeiten eröffnen den Weg für neue und innovative Therapieansätze, die zur körpereigenen Wiederherstellung defekter Organstrukturen und -funktionen – wie etwa bei Diabetes oder Fettleibigkeit – eingesetzt werden könnten. In der gemeinsam mit dem amtierenden Max-Planck-Präsidenten Peter Gruss gegründeten Göttinger Biotech-Firma DeveloGen AG (heute Evotech International GmbH) wird daran gearbeitet, diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung zu überführen. Für sein Engagement als Wissenschaftsmanager und für seine Erfolge als Forscher wurde der Entwicklungsbiologe vielfach ausgezeichnet.

Über den Preisträger

Herbert Jäckle promovierte 1977 an der Universität Freiburg in Biologie. Anschließend arbeitete er an der University of Texas in Austin (USA), am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Im Jahr 1987 wurde er Ordinarius für Genetik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1991 wechselte er nach Göttingen an das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, wo er seitdem als Direktor die Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie leitet. Seit 1993 lehrt er zudem als Honorarprofessor an der Universität Göttingen. Im Jahr 2002 wurde er zum Vizepräsidenten der Max-Planck-Gesellschaft berufen.

Herbert Jäckle erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis (1986), den Feldberg-Preis (1990), den Otto Bayer-Preis (1992), den Louis Jeantet-Preis für Medizin (1999), den Deutschen Zukunftspreis (1999) und den China International Cooperation Award (2013). Im Jahr 2010 wurde er mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel) verlieh ihm im Jahr 2007 die Ehrendoktorwürde.

Über den Preis

Der Preis der Volksrepublik China für internationale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit ist ein Staatspreis für Wissenschaft und Technik, der vom Staatsrat gestiftet wurde. Er wird ausländischen Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern sowie Organisationen verliehen, die für die chinesische Wissenschaft und Technik in bilateraler oder multilateraler Zusammenarbeit wichtige Beiträge geleistet haben. Neben Herbert Jäckle erhielten sieben weitere internationale Wissenschaftler und Ingenieure den Preis für internationale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit 2013: Jan Eduard Harff (Deutschland), Jun Ni, Zhong Lin Wang, Hse Chung-Yun (alle USA), Arun S. Mujumdar (Kanada), Fabio Rocca (Italien), G.A. Zherebtsov (Russland). Unter den früheren Preisträgern sind auch der Weltraumforscher Roger Maurice Bonnet, der Astrophysiker Gerhard Börner, der Mathematiker Andreas Dress und der ehemalige deutsche Bundesumweltminister Klaus Töpfer.

Kontakt:
Dr. Carmen Rotte, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
Tel.: +49 551 201-1304
E-Mail: crotte@gwdg.de
Weitere Informationen:
http://www.mpibpc.mpg.de/de/jaeckle
Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
http://www.mpg.de/184077/China
Max-Planck-Kooperation mit China
http://www.picb.ac.cn/picb-dynamic/index.htm
CAS-MPG Partnerinstitut für Computergestützte Biologie

Dr Harald Rösch | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben
23.01.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award
23.01.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie