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Hohe Auszeichnung für Krebsforscher

15.01.2010
Deutsche Hypothekenbank verleiht Johann-Georg-Zimmermann-Preis und -Medaille am 20. Januar / Brust- und Darmkrebsforschung stehen im Vordergrund

Eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland wird am Mittwoch, 20. Januar 2010, im Foyer der Deutschen Hypothekenbank verliehen: Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2009/2010 geht an PD Dr. Florian Richard Greten, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München.

Dr. Greten erforscht die molekularen Ursachen für die Verknüpfung von chronischer Entzündung und Krebs am Beispiel des Dickdarmkrebses. "Dr. Florian Greten gehört zu den besten Nachwuchsforschern in der Krebsforschung. Seine Untersuchungen eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung neuer, zielgerichteter Therapien des Kolonkarzinoms", betont Professor Dr. Michael Manns, Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Georg-Zimmermann-Vereins und Leiter des Zentrums Innere Medizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille erhält Professor Dr. Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm. "Professor Kreienberg gehört zu den herausragenden Frauenärzten in Deutschland, der sich insbesondere um die Standardisierung von Diagnose und Behandlung des Brustkrebses sowie als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft verdient gemacht hat", sagt Professor Manns.

Die Preise werden überreicht von Jürgen Morr, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft), und Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH.

Wir laden die Medienvertreter zur Preisverleihung ein am

Mittwoch, 20. Januar 2010
um 15.30 Uhr
im Foyer der Deutschen Hypothekenbank, Georgsplatz 8, 30159 Hannover.
Für Fotografen: Die Preisträger stehen um 15.15 Uhr für einen Fototermin bereit.

Die Auszeichnung wurde 1972 von der Deutschen Hypothekenbank gestiftet und zählt zu den ältesten und bestdotierten in Deutschland. Bislang ist eine Vielzahl deutscher und internationaler Forscher geehrt worden. Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2006/2007 wurde etwa der Nobelpreisträger für Medizin, Professor Dr. Harald zur Hausen, ausgezeichnet.

Johann-Georg-Zimmermann-Preis 2009/2010

Molekulare Ursachenforschung: Chronische Entzündungen und Krebs

Chronische Entzündungen sind ein Risikofaktor für die Entstehung von Karzinomen, deshalb haben Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Kolonkarzinomen. PD Dr.Florian Richard Greten, Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe, und sein Team erforschen seit vielen Jahren die molekularen Mechanismen dieser Erkrankung. "Wir fanden Hinweise darauf, dass Makrophagen eine entscheidende Bedeutung während der entzündungs-assoziierten Kolonkarzinogenese zukommt, und konnten zeigen, welche intrazellulären Signalwege sowohl in Makrophagen als auch in Tumorzellen für das Fortschreiten der Tumorentstehung verantwortlich sind", erklärt Dr.Greten. Diese Arbeiten erweitern einerseits das molekulare Verständnis für die Entstehung von Kolonkarzinomen und stellen andererseits die Grundlage für die Entwicklung neuer Präventionsstrategien sowie zielgerichteter Therapien des Kolonkarzinoms dar.

Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2009/2010

Therapeutische Maßarbeit in der Brustkrebsbehandlung

Professor Dr. Rolf Kreienberg (63) wird für seine Verdienste um eine optimierte Vorsorge und Therapie bei Brustkrebserkrankungen mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2009/2010 ausgezeichnet. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 57.000 Frauen an Brustkrebs. Die durchschnittliche Überlebenswahrscheinlichkeit liegt bei über 81 Prozent, damit gehört der Brustkrebs zu den zunehmend heilbaren Krebserkrankungen. In den vergangenen Jahren wurden in der Brustkrebsfrüherkennung wie auch in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge hochwertige Leitlinien erstellt, die in mehr als 190 zertifizierten Brustzentren umgesetzt werden. Sie garantieren nicht nur die Einhaltung der Behandlungsstandards, sie haben zudem durch die hohe Anzahl an Behandlungsfällen eine größere Expertise. Professor Dr. Kreienberg hat als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)und Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm entscheidend zu dieser Entwicklung beigetragen. Unter seiner Leitung wurde auch das Studiennetzwerk BRENDA etabliert (Breast Cancer Care under Evidence based Guidelines), ein Netzwerk aus 16 regionalen zertifizierten Brustzentren, das über Jahre die Brustkrebstherapien von über 7000 Patientinnen ausgewertet hat. Die bislang wichtigste Erkenntnis zeigt, dass bereits jeweils fünf erkannte Abweichungen von den zur Zeit geltenden Leitlinien die Überlebensrate der Frauen um bis zu 40 Prozent verringern. "Die Überlebenswahrscheinlichkeit stieg mit der Zunahme der Einhaltung der Behandlungsstandards" betont Professor Kreienberg, "alle Frauen sollten deshalb nach Leitlinien behandelt werden." Um der Frage nachzugehen, wie die Abweichungen in den Behandlungsstandards entstehen, wird das Studiennetzwerk weitergeführt - mit BRENDA II. Trotz aller Erfolge sieht Professor Kreienberg noch offene Fragen: die vollständige Erfassung der Erkrankung in den Krebsregistern der einzelnen Bundesländern ist noch nicht erreicht und auch das Mammographie-Screening muss noch mehr von den Frauen angenommen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Professor Dr. Michael P. Manns, Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Georg-Zimmermann-Vereins, manns.michael@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-3306.

So erreichen Sie die beiden Preisträger:

Johann-Georg-Zimmermann-Preis:
PD. Dr. Florian Richard Greten, florian.greten@lrz.tum.de, Telefon (089) 4140-6789/6790
Johann-Georg-Zimmermann-Medaille:
Professor Dr. Rolf Kreienberg, rolf.kreienberg@uniklinik-ulm.de, Telefon (0731) 500-58500.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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