Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Auszeichnung in Hannover für drei Krebsforscher

20.01.2009
Deutsche Hypothekenbank verleiht Johann-Georg-Zimmermann-Preis und -Medaille am
21. Januar / Zwei Niedersachsen teilen sich den Preis / Medaille für Leukämieforschung

Eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland wird in diesem Jahr geteilt: Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2008/2009 geht an den Göttinger Chirurgen Professor Dr. B. Michael Ghadimi und seinen hannoverschen Kollegen Professor Dr. Nisar Peter Malek.

Professor Ghadimi von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin Göttingen, der Georg-August-Universität Göttingen erforscht die molekularen Grundlagen einer individualisierten Tumortherapie. Professor Malek aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) beschäftigt sich mit der gezielten, akademischen Wirkstoffentwicklung in der Onkologie. "Professor Ghadimi bereitet mit seiner Grundlagenforschung den Weg zur Tumortherapie von morgen: auf jeden Patienten gezielt abgestimmte Behandlungskonzepte", betont Professor Dr. Michael Manns, Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Georg-Zimmermann-Vereins und Leiter des Zentrums Innere Medizin der MHH.

"Professor Malek hat gezeigt, dass durch intensive Kooperationen neue Wirkstoffe zur Therapie des Darmkrebses entdeckt werden können. Es handelt sich um einen neuen Proteasomen-Hemmer, ein innovativer Vertreter der gezielten molekularen Krebstherapie, auch bekannt als ,targeted molecular therapies'."

Die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille erhält Professor Dr. Rüdiger Hehlmann von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. "Professor Hehlmann ist einer der führenden Leukämie-Forscher Europas", sagt Professor Manns. "Mit dem European LeukemiaNet hat er etwas Einmaliges und Bleibendes für die Koordination der Leukämiebehandlung in Europa geschaffen." Der Preis wird am Mittwoch, 21. Januar 2009, im Foyer der Deutschen Hypothekenbank in Hannover verliehen. Die Preise werden überreicht von Jürgen Morr, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft), und Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH.

Wir laden Medienvertreter zur feierlichen Preisverleihung ein am

Mittwoch, 21. Januar 2009,
um 15.30 Uhr
im Foyer der Deutschen Hypothekenbank, Georgsplatz 8, 30159 Hannover.
Für Fotografen: Die Preisträger stehen um 15.15 Uhr für einen Fototermin bereit.
Die Auszeichnung wurde 1972 von der Deutschen Hypothekenbank gestiftet und zählt zu den ältesten und bestdotierten in Deutschland. Bislang ist eine Vielzahl deutscher und internationaler Forscher geehrt worden. Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2007/2008 wurde etwa der aktuelle Nobelpreisträger für Medizin, Professor Dr. Harald zur Hausen, ausgezeichnet.

Johann-Georg-Zimmermann-Preis 2008/2009

Individualisiert gegen den Krebs

Professor Dr. B. Michael Ghadimi (40), leitender Oberarzt und Stellvertreter des Direktors der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin Göttingen der Georg-August-Universität Göttingen, treibt mit seiner Klinischen Forschergruppe die individualisierte Therapie für Patienten mit Mast- oder Enddarmkrebs voran, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Ziel der Forschungen ist es, bei Patienten mit einem Rektumkarzinom im Voraus stimmen zu können, welche Krebstherapie am besten wirkt, welche überhaupt nicht - und welche Nebenwirkungen zu erwarten sind. Grundlagen für Vorhersage sind die genetische Veranlagung des Patienten und die biologischen Eigenschaften seines Tumors. Letztendlich soll die individualisierte Therapie den Betroffenen unwirksame und belastende Behandlungsstrategien ersparen. Gleichzeitig werden aber auch die Patienten identifiziert, die eine intensivere Behandlung oder sogar andere Therapien benötigen. Damit kann nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und deren Leben verlängert werden, sondern auch das Gesundheitssystem kann langfristig entlastet werden: Teure, aber für den einzelnen Patienten voraussichtlich unwirksame Behandlungen werden vermieden.

Mit dem Naturstoff Argyrin gegen Krebs

Professor Dr. Nisar Peter Malek (40), Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und Arbeitsgruppenleiter im Institut für Molekularbiologie der Medizinischen Hochschule Hannover, hat mit dem Naturstoff Argyrin gezeigt, dass eine akademische Wirkstoffentwicklung in der Onkologie zielführend sein kann. Wenn das Protein p27, ein Cyclin-Kinase-Hemmer, in Zellen fehlt, kann das Krebserkrankungen auslösen, wie Professor Malek in Tierversuchen herausgefunden hatte. Der MHH-Forscher machte sich daher gezielt auf die Suche nach einer Substanz, die den Abbau dieses Proteins verhindert. Gemeinsam mit einem Forscher des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig testete Professor Malek in einem automatisierten Verfahren Hunderte von Naturstoffen, die Mikroorgansimen (Myxobakterien) produziert hatten. Die im Boden lebenden Myxobakterien haben sich bereits als Fundgrube für potenzielle Wirkstoffe erwiesen. Professor Malek identifizierte das Argyrin als optimalen Wirkstoff. Nach weiteren chemischen Analysen war klar, dass Argyrin die molekulare Maschinerie der Zelle blockiert, mit der sie eigentlich Proteine abbaut, die nicht mehr benötigt werden - und damit auch den Abbau des Kinase-Hemmers, dessen Fehlen Krebserkrankungen auslöst. Werden krebskranke Tiere mit Argyrin behandelt, stellt der Tumor sein Wachstum ein, schrumpft um bis zu 50 Prozent. Sein Inneres beginnt sich aufzulösen, wie die Tierversuche ergaben. Derzeit optimieren die Wissenschaftler um Professor Malek gemeinsam mit Forschern der Leibniz Universität Hannover die chemische Struktur der Moleküle, um demnächst erste klinische Prüfungen vornehmen zu können.

Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2008/2009

Der Netzknüpfer der europäischen Leukämieforschung

Professor Dr. Rüdiger Hehlmann (65) wird für seine Verdienste um die Leukämieforschung in Europa mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2008/2009 ausgezeichnet. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 12.000 Menschen an Leukämie. Die Erkrankung ist mit einer hohen Mortalität und Morbidität verbunden und stellt daher eine hohe gesellschaftliche Herausforderung und einen erheblichen Kostenfaktor dar. Trotz eines hohen Standards der Versorgung und Behandlung können mit allen zur Verfügung stehenden Therapiemaßnahmen bislang nur 30 bis 40 Prozent der Leukämien beim Erwachsenen geheilt werden. Professor Hehlmann, der auch der Koordinator des Kompetenznetzes "Akute und chronische Leukämien" ist, hat daher den Zusammenschluss European LeukemiaNet (ELN) initiiert: In diesem "Network of Excellence" kooperieren die Koordinatoren der führenden europäischen Leukämiestudiengruppen und ihre interdisziplinären Partner auf dem Gebiet der Leukämieforschung. Das ELN wird von der Europäischen Union gefördert und hat sich zum Ziel gesetzt, den Fortschritt der Leukämieforschung durch Kooperation und Vernetzung voranzubringen. In dem Netzwerk arbeiten 147 Zentren in 28 Ländern zusammen und betreuen gemeinsam etwa 50.000 Patienten mit Leukämie. Ziel ist, die Heilungschancen und Therapiebedingungen für Leukämiepatienten in ganz Europa weiter zu verbessern. Dies ist notwendig, denn trotz der großen Fortschritte in den vergangenen zwei Jahrzehnten können immer noch lediglich ein Drittel der erkrankten Erwachsenen geheilt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei
Professor Dr. Michael P. Manns, Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Georg-Zimmermann-Vereins, manns.michael@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-3306.
So erreichen Sie die beiden Preisträger des Johann-Georg-Zimmermann-Preises 2008/2009:
Professor Dr. B. Michael Ghadimi, mghadim@uni-goettingen.de, Telefon (0551) 3989700.

Professor Dr. Nisar Peter Malek, malek.nisar@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-4585.

Der Preisträger der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2008/2009 ist zu erreichen:
Professor Dr. Rüdiger Hehlmann, R.Hehlmann@urz.uni-heidelberg.de, Telefon (0621) 383-4450.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht ERC Grant: Wie sich Pflanzen an vielfältige Umweltbedingungen anpassen
09.04.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics