Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Auszeichnung für den Würzburger Neonatologen Prof. Christian P. Speer

21.07.2014

Prof. Christian P. Speer hat von der Europäischen Gesellschaft für Perinatalmedizin den „Maternité Prize 2014“ erhalten. Die international hochrangige Auszeichnung ehrt den Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik vor allem für seine bedeutenden wissenschaftlichen Beiträge in der Früh- und Neugeborenenmedizin.

Die European Association of Perinatal Medicine (EAPM) verleiht mit dem Maternité Prize alle zwei Jahre die international wohl wichtigste Auszeichnung in der Früh- und Neugeborenenmedizin. In diesem Jahr ging der mit 5 000 Euro dotierte Preis an Prof. Christian P. Speer, den Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. In seiner Laudatio unterstrich der Präsident der EAPM, Prof. Umberto Simeoni, vor allem die weltweite Bedeutung von Speers wissenschaftlichen Leistungen.


Prof. Christian P. Speer bei der Verleihung des Maternité-Preises in Florenz/Italien.

Bild: EAPM

Surfactant rettete über einer Million Frühgeborenen das Leben 

So arbeitete der heute 61-Jährige seit dem Jahr 1986 an der internationalen klinischen Entwicklung und Optimierung eines Lungenfaktors, des sogenannten Surfactants, mit, der vielen Frühgeborenen bei der Geburt fehlt. Ohne die hauptsächlich aus Lipiden und Proteinen bestehende körpereigene Substanz, die die Lungenbläschen stabilisiert, kann bei den Frühgeborenen ein akutes Lungenversagen eintreten.

Mit der Gabe von nur einem Milliliter eines aus Tierlungen gewonnenen Surfactants in die Atemwege des Frühgeborenen kann diese lebensbedrohliche Krankheit wirksam gebannt werden. Laut Prof Simeoni ist die Surfactanttherapie einer der größten Erfolge in der Neugeborenenmedizin und rettete bislang weltweit weit mehr als einer Million Frühgeborenen das Leben.

Erkenntnisse zu Lungenentzündungen 

Als weiteren wissenschaftlichen Erfolg Prof. Speers und seiner Arbeitsgruppe nennt die Preisbegründung das Beschreiben von Entzündungsmechanismen, die bei einigen Frühgeborenen zu einer bleibenden Schädigung der Lungenstruktur und -funktion führen können. „Diese Erkenntnisse lassen hoffen, dass wir in Zukunft neue präventive und therapeutische Ansätze finden, die vielen Hochrisikokindern ein Leben ohne Einschränkungen der Lungenfunktion ermöglichen werden“, sagt Prof. Speer.

Dank an die Mitstreiter

Bei der Preisverleihung dankte er seinen internationalen Mitstreitern und seinen Arbeitsgruppen in Göttingen, Tübingen und Würzburg. Einen speziellen Dank richtete er an die Verantwortlichen der Würzburger Universität und des Universitätsklinikum Würzburg (UKW), die ihm ein klinisches und wissenschaftliches Arbeiten in einem hervorragenden Umfeld ermöglichen.

Quasi im Gegenzug zeigte sich der Ärztliche Direktor des UKW, Prof. Christoph Reiners, hocherfreut über die Auszeichnung Prof. Speers: „Wir sind sehr stolz, mit Ihnen als erstem deutschen Maternité-Preisträger einen weltweit so anerkannten Experten in unseren Reihen zu haben.“

Susanne Just | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ukw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten