Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Auszeichnung für Freiburger Immunbiologen

14.11.2012
Michael Reth erhält einen mit 2,24 Millionen Euro dotierten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats

Prof. Dr. Michael Reth, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Immunologie am Institut für Biologie III, Sprecher des Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies und Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik Freiburg, bekommt vom Europäischen Forschungsrat (ERC) einen Advanced Grant für seine Forschung.

Die Auszeichnung ist mit 2,24 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre dotiert. Der Forscher der Albert-Ludwigs-Universität möchte in dieser Zeit auf eine „Entdeckungsreise in den Nanobereich der biologischen Membran gehen“, wie er sagt. Die Ergebnisse sollen neue Erkenntnisse für die Grundlagenforschung bringen und die medizinische Diagnostik und Praxis bereichern.

Das geförderte Projekt „Nanoscale analysis of protein islands on lymphocytes” baut auf Reths bisherigen Forschungsergebnissen auf: Er untersucht die Strukturen und Funktionen von Rezeptoren auf Immunzellen. Rezeptoren sind Proteine oder Proteinkomplexe, die Signalmoleküle binden können und dadurch Signalprozesse in Zellen auslösen. Mit seiner Arbeitsgruppe gelang es Reth bereits, ein neues Modell zur Aktivierung des B-Zell-Antigenrezeptors aufzustellen und durch den Einsatz neuer Methoden zu bestätigen. Seine Untersuchungen zeigten zudem, dass Rezeptoren im Nanobereich von Membranen komplexer organisiert sind als bisher angenommen.

Aufgrund der physikalischen Auflösungsgrenze des sichtbaren Lichts von 250 Nanometern (nm) können die Strukturen von Rezeptoren auf lebenden Zellen nicht direkt gesehen werden. Die meisten auf Rezeptorumlagerungen beruhenden Signalprozesse in Zellen finden jedoch in Bereichen unterhalb von 150 nm statt. Reths Arbeitsgruppe entwickelte Methoden, mit denen erstmalig Rezeptororganisationen auf Membranen im Bereich zwischen 10 und 100 nm untersucht werden können. „Bei unseren Untersuchungen des Nanobereichs biologischer Membranen fühlen wir uns wie Meeresforscher, die erstmalig in der Lage sind, in die tiefsten Regionen des Ozeans vorzudringen und dort neue Welten zu entdecken“, erklärt der Immunbiologe. Das Projekt kann in den nächsten Jahren wesentliche neue Erkenntnisse über die Organisation biologischer Membranen liefern. Ganz nach dem Motto von BIOSS „Signale verstehen und steuern“ könnten sich daraus neue Therapiemöglichkeiten für fehlgeleitete Signalprozesse ergeben.

Reth wurde 1989 von Nobelpreisträger Prof. Dr. Georges Köhler nach Freiburg geholt. Er erhielt 1995 den Leibniz-Preis und 2009 den Schering-Plough-Preis für Immunforschung.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Reth
BIOSS Centre for Biological Signalling Studies
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-97374
E-Mail: michael.reth@bioss.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2012/pm.2012-11-14.316-en?set_language=en

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften