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Hohe Auszeichnung für Durchbruch in der Elektronenmikroskopie

16.02.2011
Maximilian Haider von der CEOS GmbH, Heidelberg, Harald Rose von der Technischen Universität Darmstadt und Knut Urban vom Forschungszentrum Jülich erhalten in diesem Jahr gemeinsam den renommierten Wolf-Preis für Physik.

Die Wissenschaftler nehmen die mit 100.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung für ihre Verdienste um die Weiterentwicklung der Elektronenmikroskopie am 29. Mai entgegen. Israels Staatspräsident Shimon Peres und Erziehungsminister Gideon Sa’ar überreichen den Preis in der Knesset, dem israelischen Parlament, in Jerusalem.

Die drei Physiker schlossen sich Anfang der 90er-Jahre zusammen, um in der Elektronenmikroskopie ein neues Konzept zu verfolgen, das es erlauben würde, die Auflösung bis in den atomaren Bereich voranzutreiben. Es beruht auf dem Ansatz, zur Korrektur der bis dahin technisch unvermeidbaren Abbildungsfehler der Elektronenoptik magnetische Multipole als unrunde Linsen zu verwenden.

Im Rahmen eines von der Volkswagen-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projektes gelang es den drei Wissenschaftlern nicht nur zu zeigen, dass man auf der Basis der von ihnen vorgeschlagenen Technik tatsächlich fehlerkorrigierte Elektronenlinsen bauen und die Materie im atomaren Bereich untersuchen kann. Sie setzten diese Idee auch technisch um und bauten bis 2001 einen Prototypen eines fehlerkorrigierten Elektronenmikroskops. Dieser wurde zum Stammvater einer neuen Generation von kommerziellen Geräten, die ab 2004 auf den Markt kam. Heute fertigen alle großen Elektronenoptikunternehmen der Welt Mikroskope auf der Basis der neuen Elektronenoptik, die von CEOS geliefert bzw. in Lizenz gefertigt wird.

Die Elektronenmikroskopie ist eine Schlüsseltechnik der modernen Wissenschaft und Technik. Sie bedient sich der kurzen Wellenlänge der Elektronenstrahlen, die gebündelt durch Magnetfelder als Linsen Vergrößerungen erlauben, die über zehntausend Mal höher sind als im besten Lichtmikroskop. Von der Aufklärung der Funktion biologischer Makromoleküle, der Identifikation von Viren bis zur Struktur von Kohlenstoff-Nanoröhrchen, von der Physik und der Fertigung neuer Chips für die Mikroelektronik, von der Entwicklung von Höchstleistungswerkstoffen für eine sichere und energiesparende Verkehrstechnik bis zur Photovoltaik und anderen Formen kohlendioxidfreier Energieerzeugung, überall leistet die Elektronenmikroskopie Beiträge mit Schlüsselcharakter.

Die Jury würdigt mit ihrer Entscheidung die revolutionäre Wirkung der Entdeckung der drei Wissenschaftler für die modernen Materialwissenschaften. Die Möglichkeit, nun die Eigenschaften von Materialien und die Funktionen von Bauelementen unmittelbar im atomaren Bereich zu studieren, wird Wissenschaft und Technik neue Felder eröffnen. Achim Bachem, Vorstandvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, beglückwünschte die drei Physiker zu ihrer hohen Auszeichnung: „Ihr Einsatz und ihre Ausdauer über mehr als ein Jahrzehnt hat sich gelohnt. Mit dieser Auszeichnung erhält diese innovative Forschungsleistung und ihr Verdienst für das Gebiet der Elektronenoptik seine verdiente Würdigung.“

Der Wolf-Preis wird seit 1978 an weltweit herausragende Wissenschaftler und Künstler verliehen. Er gilt als eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen im Vorfeld des Nobelpreises. Der letzte an einen deutschen Wissenschaftler vergebene Wolf-Preis für Physik ging 2007 an den Jülicher Forscher und Nobelpreisträger Peter Grünberg.

Informationen zum Wolf-Preis:
http://www.wolffund.org.il/main.asp
Informationen zum Ernst-Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen:

http://www.er-c.org/centre/centre.htm

Pressekontakt:
Erhard Zeiss
Tel.: 02461 611841
e.zeiss@fz-juelich.de
Das Forschungszentrum Jülich…
… betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung, stellt sich drängenden Fragen der Gegenwart und entwickelt gleichzeitig Schlüsseltechnologien für morgen. Hierbei konzentriert sich die Forschung auf die Bereiche Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Einzigartige Expertise und Infrastruktur in der Physik, den Materialwissenschaften, der Nanotechnologie und im Supercomputing prägen die Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher. Mit rund 4 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den großen Forschungszentren Europas.

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Juelich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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