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Hochschulpreisverleihung ZukunftErfindenNRW

18.01.2012
Preise für selbstleuchtendes Textil, reparable Brennstoffzelle, innovativer Körnerzähler und verbesserte Alzheimerdiagnostik -
Nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin gratuliert ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Hochschulwettbewerbs ZukunftErfindenNRW
Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, hat heute in Bonn die mit insgesamt 41.000 dotierten Preise des Hochschulwettbewerbs ZukunftErfindenNRW verliehen. Ausgezeichnet wurden vier Wissenschaftlerteams der Hochschule Niederrhein, der Fachhochschule Gelsenkirchen sowie der Universitäten Duisburg-Essen und Paderborn für ihre innovativen Erfindungen mit hohem Marktpotenzial.

„Wir brauchen kreative Erfindungen aus den Hochschulen, weil sie Lösungen für die großen Zukunftsfragen wie Klimaschutz, Ressourcen und alternde Gesellschaft aufzeigen können“, sagte Wissenschaftsministerin Schulze bei der Preisverleihung. Ausgeschrieben hatte das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen den Hochschulwettbewerb gemeinsam mit der Patentvermarktungsgesellschaft PROvendis GmbH Anfang Juni 2011. Bis Ende Juli hatten sich 140 Forscherinnen und Forscher mit ihren Erfindungen beworben. Eine namhafte Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Wissenschaftsministerium entschied sich für vier Preisträger. PROvendis-Geschäftsführer Alfred Schillert berichtet aufgrund seiner Erfahrung im Patentvermarktungsgeschäft: „Gleichwie genial eine Technologie ist – die Preisgelder sind als zusätzliche Finanzierung extrem wichtig, damit Forscherinnen und Forscher ihre innovativen Erfindungen weiter in Richtung Marktreife entwickeln können, so dass es gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen interessant bzw. möglich wird, diese ins Produktportfolio aufzunehmen.“

Die Preisträger des Wettbewerbs ZukunftErfindenNRW sind:

1. Preis: Hochschule Niederrhein – Leuchtendes Textil
Für selbstleuchtende Textilien erhielten Textil- und Bekleidungstechnikerinnen der Hochschule Niederrhein den mit 15.000 Euro dotierten ersten Preis des Hochschulwettbewerbs ZukunftErfindenNRW. Evelyn Lempa, Christine Maria Steinem und Prof. Dr. Maike Rabe haben das Verfahren E-Lumi-Tex entwickelt, mit dem man die Produktion selbstleuchtender Spezialtextilien in traditionelle Veredlungsprozesse integrieren kann. Das flexible Textil leuchtet nach Anlage eines elektrischen Potenzials von innen her. Erste Anwendung findet es bei Innenrollos oder Markisen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Herstellung elektrolumineszenter Textilien benötigt das neue Verfahren keine eingewebten Metallfäden oder sonstige leitfähige Untergründe im Textil. Die Forscherinnen entwickelten E-Lumi-Tex zunächst für Dekorationszwecke im Heimtex- und Objektbereich. Darüber hinaus lassen sich zum Beispiel Textilien im Mobilbereich sowie Sicherheitstextilien mit der Technologie funktionalisieren.

2. Preis: Fachhochschule Gelsenkirchen – Modulare Brennstoffzelle ist reparabel
Den mit 10.000 Euro dotierten zweiten Preis erhalten Elektrotechniker der Fachhochschule Gelsenkirchen für die Entwicklung eines modularen Brennstoffzellenstacks mit hydraulischer Verpressung der einzelnen Zellen zur Stromerzeugung bei erhöhter Lebensdauer. Prof. Dr. Michael Brodmann, Martin Greda, Cristian Mutascu und Jeffrey Roth haben einen Brennstoffzellenstack entwickelt, bei dem die einzelnen Brennstoffzellenmodule ausgewechselt und ihre Anzahl auf die jeweilige Anwendung angepasst werden können. Das neuartige Konzept für Brennstoffzellenstacks ist überall einsetzbar. Auf Grund der verlängerten Lebensdauer eignet es sich besonders für den stationären Einsatz, wie z.B. als Brennstoffzellen-Heizgerät. Dieses Konzept kann infolge des modularen Aufbaus aber auch im Automobil Vorteile mit sich bringen. Die Brennstoffzellen befinden sich in einem Druckgehäuse und werden mittels einer Hydraulikflüssigkeit verpresst. Hierdurch wirkt der Druck gleichmäßig auf die Brennstoffzellen, sorgt für eine homogene Verpressung und - durch die Umspülung der Zellen - für eine gleichmäßige Kühlung. Der Clou der Entwicklung ist, dass die Brennstoffzellen in die Taschen einer Gummimembran eingeschoben sind, die einen direkten Kontakt der Zellen mit dem Hydraulikmedium im Druckgehäuse verhindert. Auf einer Schmalseite sind die Brennstoffzellen in eine Grundplatte gesteckt, über die sie mit Betriebsstoffen und elektrischen Anschlüssen versorgt werden. Die Grundplatte schließt das Druckgehäuse druckdicht ab, während die Gummimembran im geöffneten Zustand verhindert, dass Hydraulikflüssigkeit austritt. Das ermöglicht einfache Reparatur- und Wartungsarbeiten, was dieses Konzept besonders für den Bereich der Instandhaltung interessant macht. Durch die Austauschbarkeit einzelner Zellen können kostengünstige Ersatzteile bevorratet werden.

3. Preis: Universität Duisburg-Essen – Frühe und zuverlässige Alzheimerdiagnose
Der 3. Preis und 8.000 Euro für Forschungszwecke gehen an Prof. Dr. Jens Wiltfang und Dr. Hermann Esselmann für einen blutbasierten Test zur verbesserten Frühdiagnostik der Alzheimer-Demenz. Die Methode wurde am Universitätsklinikum Essen entwickelt, in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Psychiatrischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Johannes Kornhuber, Prof. Dr. Piotr Lewczuk, Dr. Juan Manuel Maler und Dr. Teja Grömer. Bei der neuen Technologie wird das Verhältnis unterschiedlicher krankheitsspezifischer Eiweiße im Blut, der so genannten ß-amyloid-Peptide, für die Diagnostik genutzt. Ein zuverlässiger Bluttest für diese Demenzerkrankung existiert bisher noch nicht. Derzeit dienen Gedächtnisprüfungen und bildgebende Verfahren (Computertomografie, Magnetresonanztomografie) sowie die Bestimmung von Demenzbiomarkern im Nervenwasser (Liquordiagnostik) dem behandelnden Arzt als Grundlage für seine diagnostische Entscheidung. Die vorliegende Methode benötigt lediglich eine Blutprobe und könnte eine schnelle und zuverlässige Diagnose bereits in einem sehr frühen oder sogar präklinischen Stadium ermöglichen. In aktuellen Forschungsprojekten entwickeln die Essener Forscher einen marktreifen Bluttest, um den Test für die Routinediagnostik verfügbar zu machen.

Sonderpreis Fortschritt durch Transfer: Universität Paderborn – Genauer und schmutzunempfindlicher Sensor zur Ernteoptimierung
Den mit 8.000 Euro dotierten Sonderpreis Fortschritt durch Transfer erhalten Wissenschaftler des Instituts für Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität Paderborn. Prof. Dr.-Ing. Ulrich Hilleringmann, Dr. Siegbert Drüe, Sebastian Meyer zu Hoberge und Matthias Hölscher haben einen besonders genauen und schmutzunempfindlichen Sensor zur Erfassung von Saatgut in Drillmaschinen entwickelt. Die Wissenschaftler kooperieren mit der Firma Müller Elektronik GmbH & Co. KG, die nun die Sensor-Lizenz erworben hat. Gemeinsam bringen sie ihn zur Marktreife, so dass er bereits 2012 erhältlich ist. Durch seinen mechanischen Aufbau und die speziell darauf abgestimmte, elektronische Auswertung ist der innovative Sensor sowohl schnell und genau als auch schmutzunempfindlicher als optische Sensoren. Aufgrund seiner hohen Zählfrequenz von bis zu 15 kHz kann der Sensor deutlich größere Saatgutmengen erfassen als herkömmliche Sensoren. So wird die Saatgutausbringung optimiert und der Ernteertrag verbessert. Die Ausbringung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln kann zudem deutlich besser auf die Pflanzen abgestimmt werden.

Die Preisverleihung fand im Forschungszentrum caesar in Bonn statt.
Marion Kubitza
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
PROvendis GmbH
Eppinghofer Straße 50
45468 Mülheim a. d. Ruhr
Tel.: 0208 - 94 105 0
Fax: 0208 - 94 105 50
E-Mail: presse@provendis.info
PROvendis GmbH
PROvendis ist die Patentvermarktungsgesellschaft von 27 Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Als wichtiges Bindeglied zwischen Hochschulen und Wirtschaft begleitet PROvendis die Erfinder von der Idee über die Bewertung und Patentierung bis hin zur professionellen Verwertung ihrer Innovationen. Ziel ist es, das Innovationspotenzial der Hochschulen und Forschungseinrichtungen wirtschaftlich auszuschöpfen durch den Transfer des Wissens in Unternehmen. Weitere Informationen zu PROvendis: www.provendis.info.

PROvendis wird gefördert durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen ( MIWF ). Des Weiteren ist PROvendis gefördert durch die Initiative SIGNO . Dabei steht SIGNO für den Schutz von Ideen für die Gewerbliche Nutzung. Es handelt sich um ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ( BMWi ) zur Unterstützung von Hochschulen, Unternehmen und freien Erfindern bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung innovativer Ideen.

Marion Kubitza | PROvendis GmbH
Weitere Informationen:
http://www.provendis.info

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