Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochschulinnovationspreis für Entwicklung von Material für Gewebeersatz

06.12.2013
Gestern (Donnerstag, 5. Dezember 2013) hat die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ihren Hochschulinnovationspreis verliehen.

Die Auszeichnung, die mit 5000 Euro dotiert ist, ging an Professor Dr. Edda Tobiasch und Professor Dr. Margit Schulze aus dem Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften am Campus Rheinbach für ihre Forschungen zu neuem Biomaterial für die Knochenregeneration.

Tobiasch und Schulze waren weltweit die ersten, die 2012 zeigen konnten, dass purinerge Rezeptoren die Entwicklung von Stammzellen in verschiedene Gewebezellen aktiv fördern. Josef Hastrich, stellvertretetender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, die den Preis stiftet, überreichte das Preisgeld zusammen mit Hochschulpräsident Hartmut Ihne.

Die Professorinnen arbeiten zusammen mit regionalen Partnern an der Entwicklung eines für Patienten maßgeschneiderten Gewebeersatzmaterials, einem Knochensurrogat.

Ausgangspunkt ist, dass Knochendefekte ein erhebliches Gesundheitsproblem darstellen, das aber durch die gängigen Materialien für Knochenersatz nicht oder nicht effizient therapiert werden kann. In der Zahnmedizin bedient man sich in der Regel aus der Hüfte des Patienten, was nicht zuletzt bedingt durch die langwierige Prozedur große Einschränkungen für die Patienten mit sich bring. Große Knochendefekte hingegen werden mit künstlichen Biomaterialien behandelt, die aber bislang eine unzureichende Regenerationskapazität aufweisen.

In einem ersten Ansatz möchten die Forscherinnen erreichen, dass durch bestimmte Substanzen die Knochenregeneration angeregt wird. Zunächst ist die Applikation der Substanzen zur Behandlung kleiner Knochendefekte im Dentalbereich geplante. Das Verfahren könnte zur Stabilisierung von Implantaten und zum Aufbau der Kieferknochen angewendet werden. In einem weiteren Schritt soll das System auf große Knochendefekte übertragen werden. Um einen individuellen Gewebeersatz zu erhalten, der keine Abstoßungsreaktion verursacht, wird ein Trägermaterial mit Stammzellen des jeweiligen Patienten bestückt.

Tobiasch und Schulze waren weltweit die ersten, die 2012 zeigen konnten, dass purinerge Rezeptoren die Entwicklung von Stammzellen in verschiedene Gewebezellen aktiv fördern. Diese P-Rezeptoren gehören zu den G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, über die rund 60 Prozent aller verschreibungspflichtigen Medikamente wirken. Den Entdeckern der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren wurde im vergangenen Jahr der Nobelpreis für Medizin verliehen. Darüber hinaus entdeckte Tobiasch, dass die Stammzellen, die aus Zahnsäckchen von Weisheitszähnen oder aus Knochenspänen stammen, bereits weiter in Richtung Knochendifferenzierung festgelegt sind, als vergleichbare Stammzellen aus anderen Quellen. Das mache die Anwendung beim Menschen wahrscheinlicher, weil weniger ungewünschte Nebeneffekte wie Tumore zu erwarten sind, so Tobiasch. Die Stärke des Projekts liegt in der zukunftsträchtigen Kombination zweier Ansätze aus der Materialentwicklung und der Stammzellforschung.

Kooperationspartner in dem Projekt sind die Praxis für Oralchirurgiee in Rheinbach und die Matricel GmbH in Herzogenrath.

Kontakt:
Edda Tobiasch, Prof. Dr. Margit Schulze
Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften Tel. 02241/865-576 (Tobiasch), -566 (Schulze)

E-Mail: edda.tobiasch@h-brs.de, margit.schulze@h-brs.de

Eva Tritschler | idw
Weitere Informationen:
http://www.h-brs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individuelle Gebäudehülle aus dem Drucker

24.08.2017 | Architektur Bauwesen

Wie sich Krebszellen gegen Chemotherapeutika „immun“ machen

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

"Comammox"-Bakterien: Langsam, aber super-effizient

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie