Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochschule OWL erhält rund 850.000 Euro für Maschinenpark zur Fertigung von Elektronikprototypen

19.12.2014

Es ist eines der großen Trendthemen im Bereich Elektrotechnik: Technische Geräte und elektronische Module werden immer kleiner, gleichzeitig sollen auf kleinstem Raum immer mehr Funktionen realisiert werden.

Um bei der fortschreitenden Miniaturisierung auch weiterhin auf der Höhe der Zeit forschen zu können, erhält das Labor für Leistungselektronik und Elektrische Antriebe der Hochschule OWL rund 850.000 Euro im Forschungsprogramm „FHInvest“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Damit soll auf dem Campus Lemgo ein rund 100m² großer Maschinenpark zur Fertigung von Elektronikprototypen eingerichtet werden.


Solche und ähnliche Elektronikprototypen können dank der Förderung demnächst deutlich schneller und kleiner gefertigt werden.

Bei der Entwicklung von Elektronik oder elektronischen Bauteilen ist die Fertigung von Prototypen, also Vorab-Exemplaren einer späteren Serienfertigung, ein essenzieller Schritt. „Mit den Prototypen können wir erproben, ob unsere auf dem Papier angefertigte Theorie wirklich so funktioniert wie vorgesehen. Über meist mehrere Revisionsschritte kommt man dann zum fertigen Produkt“, erklärt Urs Obernolte, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für Leistungselektronik und Elektrische Antriebe.

Derzeit werden diese Prototypen an der Hochschule OWL noch händisch und mit zu großen Abmessungen hergestellt, komplexe Prototypen müssen sogar von externen Firmen erstellt werden. „Mit den neuen Maschinen ist es möglich, Prototypen so herstellen, wie sie später auch aussehen sollen. Wir können dann Leiterkarten mit einer Strukturbreite von etwa 50 Mikrometer anfertigen – das entspricht der Hälfte eines menschlichen Haars“, so Obernolte.

Im zweiten Schritt werden diese Bauelemente dann auf der Platine, dem Trägerelement für elektronische Bauteile, platziert – auch das läuft in Zukunft automatisch über eine Maschine. Anschließend wird die Platine nach dem neusten Stand der Technik belichtet, gelötet und am Ende unter Schutzatmosphäre gelagert. „Durch die Förderung können wir eine komplette Fertigungsstraße für Multilayer-Prototypen in der Hochschule aufbauen. Dank der deutlich kürzeren Durchlaufzeiten werden die Prototypen dann sehr viel schneller fertig: Früher mussten wir in Tagen oder Wochen rechnen, jetzt wird die Platine innerhalb von drei bis vier Stunden, die gesamte Baugruppe innerhalb eines Tages hergestellt“, freut sich Obernolte.

Die Lieferung der 13 neuen Maschinen erfolgt im Januar, ab Februar geht es in die produktive Phase. Zahlreiche Projekte warten dann schon: „Wir möchten zum Beispiel im Bereich der Energietechnik mithilfe der Anlage die Möglichkeiten erforschen, wie die benötigte Leistungselektronik eines drehzahlvariablen Blockheizkraftwerkes in das Lagerschild des Generators integriert werden kann, um so die Abwärme der Elektronik direkt in den Heizkreislauf abführen und nutzen zu können“, sagt Obernolte. Das Labor wird die Anlagen aber auch nach außen öffnen: Neben anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule OWL kann sie auch für Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Partnern aus der Industrie genutzt werden.

Das Projekt mit dem Namen „Miniaturisierung und Hochintegration von Elektronik in Energie- und Antriebstechnik“ (MintEA) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm FHInvest gefördert, mit dem strategische Investitionen an Fachhochschulen unterstützt werden. Durch die Förderung werden Fachhochschulen befähigt, optimale Rahmenbedingungen – insbesondere durch das Vorhandensein von Forschungsgeräten – für den Wissens- und Technologietransfer bei Unternehmen zu bieten. 80% der eingeworbenen Fördergelder erhält die Hochschule OWL vom BMBF, 20% übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen.

Julia Wunderlich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger
28.06.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive