Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochschule Osnabrück: Eine Million Euro für Innovationsforschung im Gesundheitswesen

03.07.2015

Interdisziplinäres Forschungsteam will das Innovationspotenzial von eHealth-Entwicklungen messbar machen. Hochschule Osnabrück freut sich über Mittel aus dem „Niedersächsischen Vorab“.

Rund eine Millionen Euro erhält die Hochschule Osnabrück aus Mitteln des „Niedersächsischen Vorab“ für ihren neuen Forschungsschwerpunkt „Initiative eHealth – Innovationen identifizieren, adoptieren, verankern, evaluieren“.

Das hat das Kuratorium der VolkswagenStiftung in der Vorwoche beschlossen. Insgesamt wurden Mittel in Höhe von rund 87 Millionen Euro für Forschungsvorhaben an niedersächsischen Hochschulen im Rahmen des „Niedersächsischen Vorab“ bewilligt.

Grundsätzlich ist eHealth die IT-gestützte interne und externe Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen, einschließlich der Patientinnen und Patienten. Im Forschungsantrag der Hochschule heißt es:

„Einer der größten Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen in den letzten und kommenden Jahrzehnten ist der Umbruch von einer isolierten Behandlungskultur durch einzelne Leistungserbringer hin zu einer kooperativen langzeitlichen Versorgungsstrategie von Patienten.“ Dieser Wechsel sei die Folge der Wissensexplosion in der Medizin und der damit verbundenen Verteilung des Wissens auf viele Spezialisten.

Mit eHealth verbindet sich die Absicht, eine Informations- und Prozessverbesserung zu bewirken. Für einen Patienten, der zum Beispiel von einem Netzwerk von Ärzten, Pflegekräften und Physiotherapeuten aus Krankenhäusern und niedergelassenen Praxen, einem Sanitätshaus und Home-Care-Anbieter betreut wird, ist es von großer Bedeutung, dass den Beteiligten die relevanten Informationen zum Krankheitsverlauf sinnvoll aufbereitet vorliegen.

Unter anderem ist damit die elektronische Patientenakte angesprochen. Diesem Thema widmet sich die „Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen“ an der Hochschule Osnabrück unter Leitung von Prof. Dr. Ursula Hübner schon seit vielen Jahren.

Der jetzt geförderte Forschungsschwerpunkt Initiative eHealth verfolgt zwei konkrete Ziele: „Zum einen geht es darum, die Messung des Innovationspotenzials von eHealth- Entwicklungen und von Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsnetzen über ein zu erarbeitendes Innovations-Kennzahlensystem zu ermöglichen“, erläutert Ursula Hübner, die Sprecherin des Forschungsschwerpunktes.

Kennzahlen ergeben sich zum Beispiel daraus, wie häufig neue Entwicklungen tatsächlich zum Einsatz kommen oder wie Nutzerinnen und Nutzer ihre Gebrauchstauglichkeit einschätzen. Zum anderen soll im Forschungsprojekt ein Management-Verfahren zur erhöhten Adoption, Akzeptanz und Verankerung von Innovationen in der Gesundheitswirtschaft entwickelt werden. Die Forschenden hinterfragen, welche Entwicklungen in der Gesundheitswirtschaft wirklich das Potenzial von Innovationen in sich tragen und dementsprechend auch systematisch gefördert werden sollten.

Mit Prof. Dr. Ursula Hübner, Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff, Prof. Dr. Stephan Kleuker, Prof. Dr. Thorsten Litfin und Prof. Dr. Frank M. Thiesing arbeitet ein interdisziplinäres Team der Hochschule an den Fragestellungen. Die Forscherinnen und Forscher bringen ihre Expertise aus den Bereichen Medizin- und Gesundheitsinformatik, Informatik, Betriebswirtschaft und Marketing ein.

„Diese Förderung auf Basis der Vorschläge des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ist ein weiterer wertvoller Impuls für den Gesundheitscampus Osnabrück“, freut sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram. Der Gesundheitscampus wird gemeinsam von Hochschule und Universität Osnabrück mit ihren regionalen Partnern realisiert.

„Projekte, die nach strengem Maßstab begutachtet worden sind, greifen mit den Themenfeldern Verminderung des Armutsrisikos und dem deutschen Gesundheitssystem Fragestellungen auf, die gesellschaftlich eine besonders hohe Relevanz haben", wird die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, in der Pressemitteilung der VolkswagenStiftung zitiert.

Kontakt

Prof. Dr. Ursula Hübner
Professorin für Medizinische und Gesundheitsinformatik und Quantitative Methoden
Tel.: 0541 969-2012
E-Mail: U.Huebner@hs-osnabrueck.de

Zum Niedersächsischen Vorab

Mit dem „Niedersächsischen Vorab“ werden ausschließlich Forschungsvorhaben an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen unterstützt. Über die Vergabe der Fördermittel im „Niedersächsischen Vorab" entscheidet das Kuratorium auf der Grundlage von Vorschlägen der Niedersächsischen Landesregierung. Nach § 8 Abs. 2 der Satzung der VolkswagenStiftung setzt sich das „Vorab“ aus drei Teilen zusammen: Es umfasst zum einen den Gegenwert der jährlichen Dividende auf nominal 77,3 Millionen Euro VW-Aktien, der der VolkswagenStiftung aus der Beteiligung des Landes Niedersachsen an der Volkswagen Aktiengesellschaft zusteht, ferner den Ertrag aus der Anlage von 35,8 Millionen Euro aus einem Vertrag mit dem Land Niedersachsen von 1987 sowie zehn Prozent der übrigen zur Verfügung stehenden Fördermittel.

Weitere Informationen:

http://tinyurl.com/pftoqaw - die Pressemitteilung der VolkswagenStiftung.
http://www.volkswagenstiftung.de/foerderung/vorab.html - weitere Informationen zum Niedersächsischen Vorab

Holger Schleper | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Blutplättchen im Visier

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil

24.05.2018 | Bildung Wissenschaft

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics