Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochdotierte Auszeichnung für führende Infektionsforscherin

18.04.2013
Humboldt-Professorin Emmanuelle Charpentier bringt neuen Schwerpunkt an HZI und MHH

Die mit fünf Millionen Euro dotierte Humboldt-Professur, eine der begehrtesten Forschungs-Auszeichnungen in Deutschland, wird in diesem Jahr unter anderem an Prof. Emmanuelle Charpentier vergeben.

Die französische Mikrobiologin forscht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und lehrt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Mit ihrem Schwerpunkt, Regulation in der Infektionsbiologie, wird sie den Forschungsstandort Braunschweig-Hannover im internationalen Wettbewerb stärken.

Wie geben Bakterien Antibiotikaresistenzen weiter? Wie steuern sie ihre Verteidigung gegen das Immunsystem und passen sich an Umweltbedingungen an? Die Forschungsthemen von Emmanuelle Charpentier haben einen gemeinsamen Nenner: Sie untersucht Regulationsmechanismen, die bei Infektionsprozessen eine Rolle spielen. Die Wissenschaftlerin leitet seit Dezember 2012 eine Forschungsabteilung am HZI, das der größten Wissenschaftsorganisation in Deutschland angehört, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Gleichzeitig hält sie eine Professur an der MHH, einer der größten forschungsorientierten medizinischen Hochschulen des Landes.

Bei ihren beruflichen Stationen in Frankreich, den Vereinigten Staaten, Österreich und Schweden forschte Charpentier an renommierten Einrichtungen wie dem Institut Pasteur und der Rockefeller University. Dass sie vor kurzem nach Braunschweig-Hannover wechselte, sehen Fachkollegen als großen Gewinn für die regionale und nationale Forschungslandschaft.

„Emmanuelle Charpentiers Arbeit hat das Potenzial, grundlegende neue Erkenntnisse über entscheidende Prozesse im Infektionsgeschehen beizusteuern“, erklärt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. „Die Humboldt-Professur ist eine der höchsten Ehrungen, die in Deutschland an Forscher vergeben werden können. Wir sind sehr stolz darauf, dass Frau Charpentiers wissenschaftliche Leistung von der Alexander von Humboldt-Stiftung auf diese Weise gewürdigt worden ist.“ Gemeinsam mit Charpentier erhielten jetzt drei weitere Spitzenforscher die begehrte Auszeichnung.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zu bringen“, sagt MHH-Präsident Prof. Christopher Baum. „Die exzellente Forschung von Emmanuelle Charpentier bietet hierfür bedeutende Chancen. Die neue Humboldt-Professur unterstreicht die intensive Zusammenarbeit von MHH und HZI auf dem Gebiet der Infektionsforschung.“ Translationsforschung soll Charpentier langfristig am Twincore betreiben, einem gemeinsam von MHH und HZI gegründetem Zentrum, in dem Grundlagenforscher und klinische Mediziner eng zusammenarbeiten.

Charpentier erforscht insbesondere Regulationsmechanismen in den Zellen einer bestimmten Gruppe von Mikroorganismen, der gram-positiven Bakterien. Zu ihnen gehören beispielsweise Streptokokken und Staphylokokken, die schwere akute und chronische Infektionen hervorrufen können. Charpentiers Forschung hat dazu beigetragen, dass wir heute besser verstehen, wie Bakterien Resistenzen entwickeln, so dass sie mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr bekämpft werden können. Außerdem entdeckte sie wichtige molekulare Regelkreise in der Bakterien-Zelle – sie zu kennen, eröffnet Wissenschaftlern die Möglichkeit, gezielt in den Lebenszyklus des Bakteriums einzugreifen.

Insbesondere interessiert Charpentier, wie Ribonukleinsäuren (RNA) und Proteine, zwei wichtige Grundbausteine der Zelle, funktionieren und auf welche Weise sie zusammenarbeiten, um die Aktivität der Gene zu regulieren. Sie ist Mitentdeckerin eines rudimentären „Immunsystems“ in Bakterien, das diesen erlaubt, sich gezielt gegen Viren zur Wehr zu setzen. Das Ziel der Wissenschaftlerin ist es, das Zusammenspiel dieser Biomoleküle während einer Infektion besser zu verstehen und so die Voraussetzung für die Entwicklung maßgeschneiderter Therapien zu schaffen.

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit bis zu fünf Millionen Euro der höchstdotierte internationale Preis für Forschung in Deutschland. Er wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und dient dem Ziel, den Wissenschaftsstandort Deutschland für ausländische Spitzenforscher im internationalen Wettbewerb attraktiver zu machen. Die Auszeichnung soll es herausragenden Forschern ermöglichen, langfristig an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu forschen. Jährlich werden bis zu zehn Preise verliehen. Die Preisverleihung wird 2014 in Berlin stattfinden.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.
www.helmholtz-hzi.de


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Inhoffenstraße 7
D-38124 Braunschweig

Tel 0531 6181-1401
Fax 0531 6181-1499

Besuchen Sie uns am 25.Mai 2013 –
Tag der offenen Tür am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

| Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie