Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hightech-Fahrradjacke erhält Red Dot Design Award

03.09.2013
Die Fahrradjacke Sporty Supaheroe wird in einem der renommiertesten Designwettbewerbe der Welt, dem Red Dot Design Award, mit dem Best-of-the-Best-Award 2013 in der Kategorie „Design Concept“ von einer hochkarätig besetzten Expertenjury ausgezeichnet.

Entwickelt wurde die Jacke von Wolfgang Langeder (UTOPE) in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM und der Stretchable Circuits GbR. Die feierliche Preisverleihung vor mehreren hundert Gästen aus Design, Medien und Industrie aus der ganzen Welt findet am 25. Oktober 2013 in Singapur statt.


In die Fahrradjacke integrierte LEDs erhöhen die Sichtbarkeit des Fahrers. Utope


Statt konventionellem Leiterplattenmaterial wird thermoplastisches Urethan verwendet, wodurch die Elektronik dehnbar wird und sich den Bewegungen des Trägers anpasst. Utope

Sporty Supaheroe ist eine Hightech-Fahrradjacke für den urbanen Nomaden, die nicht nur dessen Augen zum Leuchten bringt. Dank integrierter LEDs erhöht sie die Sichtbarkeit von Radfahrern in der Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmer deutlich und steigert so die Sicherheit im Straßenverkehr. In der Jacke ist ein mikroelektronisches System integriert, das LEDs, Sensoren, Steuerungselemente, einen Ein-/Aus-Schalter und eine wieder aufladbare Batterie beinhaltet.

Das System ist dabei dehnbar wie Textilien und verkapselt, wodurch es vor allem robust und auch unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. Es reagiert auf die Bewegungen des Trägers und synchronisiert diese mit dem Lichtmuster der LEDs im Vorder- und Rückenbereich. Je schneller die Bewegung des Radfahrers, desto schneller ist die Lichtwelle, die weißes Licht nach vorne und rotes nach hinten abstrahlt. Entwickelt wurde die Fahrradjacke in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in Berlin.

Rein funktional orientiert sich das Design der Jacke an den speziellen Anforderungen eines aktiven und mobilen Trägers. Eine besondere Herausforderung stellt hierbei die Integration von meist starrer und empfindlicher Elektronik in einen weichen Stoff dar. Denn die Jacke muss im Alltag jede Bewegung des Trägers mitmachen. Starre Elektronik-Module wären in diesem Fall äußerst störend und könnten bei bestimmten Belastungen leicht ihre Funktionalität einbüßen.

Die elektronischen Bauteile müssen daher genauso strapazierfähig und flexibel sein wie das Textil, in das sie integriert sind, bei gleichzeitig angenehmen Trageeigenschaften. Zudem soll die Jacke nicht nur den Träger vor Wind und Wetter schützen. Auch das komplette mikroelektronische System muss unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit sein. Nur wenn die intelligenten Textilien diesen Anforderungen entsprechen, sind sie auch wirklich alltagstauglich.

Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IZM in Berlin. »Grundlage des elektronischen Systems der Jacke ist ein dehnbarer Schaltungsträger auf Basis einer flexiblen Folie aus thermoplastischem Polyurethan, den wir am Fraunhofer IZM entwickelt haben«, erläutert Christian Dils, Forscher am TexLab. Bestückt mit Sensoren, Kupferleiterbahnen und LEDs wird dieser auf einen textilen Untergrund laminiert. Die Dehnbarkeit ist eine Grundvoraussetzung für den Einsatz elektronischer Systeme in Kleidung. Eine starre Leiterplatte würde durch die Bewegungen des Menschen innerhalb kürzester Zeit kaputt gehen. „Der Schaltungsträger lässt sich in konventionellen Fertigungsprozessen der Leiterplattenindustrie herstellen und ist somit eine Grundvoraussetzung für die Serienproduktion.“, so Dils.

Der Fokus bei der Entwicklung lag insbesondere bei der Sicherheit bzw. Robustheit des Systems. Die Leiterplatte ist unempfindlich gegenüber Nässe und mechanischer Belastung, nur der Akku ist aufgesteckt und muss vor dem Waschen entfernt werden. Das Waschen des Textils samt integrierter Elektronik kann allerdings problemlos in der Waschmaschine erfolgen. Mehrere Sicherheitsmechanismen sorgen weiterhin dafür, dass keine Kurzschlüsse entstehen können. Das System arbeitet mit einer maximalen Spannung von fünf Volt und ist daher bei direktem Berühren ungefährlich.

„Das Besondere dieser Jacke liegt darin, dass sie Modedesign, Technologie und sinnvolle Anwendungen zu einem Ganzen verschmilzt. Sporty Supaheroe ermöglicht völlig neuartige Produkte und Anwendungen für Kleidung und integriert sie in unseren täglichen digitalen Lifestyle. Damit eröffnen sich neue gestalterische und ökonomische Horizonte für Design, Mode und Sportswear. Auch als dekoratives Gestaltungselement kann das Leuchtdisplay der Jacke eingesetzt werden.“, sagt Wolfgang Langeder von Utope.

Nach einer Weiterentwicklung von Sporty Supaheroe soll es auch möglich sein, über Blinkzeichen den anderen Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, wenn der Radfahrer abbiegen will. Sogar Datenübertragung per Funksignal soll möglich werden, um zum Beispiel Text oder Bilder auf dem Display einzublenden.

Durch die Lösung der Hardwareprobleme eröffnen sich auch viele Möglichkeiten, die nicht nur Modedesignerherzen höher schlagen lassen. So werden zukünftige Entwicklungen es möglich machen, persönliche Wertgegenstände am Körper vor Diebstahl zu schützen, Körper- und Umgebungsdaten zu messen oder mit der Jacke durch die Stadt zu navigieren.

Der Red Dot Design Award, dessen Ursprünge bis 1955 zurückreichen, ist heute der größte und renommierteste Designwettbewerb der Welt. Er unterteilt sich in die drei Disziplinen „Product Design“, „Communication Design“ sowie „Design Concept“ und wird jährlich ausgeschrieben. Insgesamt verzeichnete der Wettbewerb im Jahr 2013 rund 4400 Anmeldungen aus mehr als 50 Ländern.

Kontakt Utope:
Wolfgang Langeder
Wiesenweg 5
4209 Engerwitzdorf
Österreich
Tel: +43 699 125 785 42
utope@utope.eu
www.utope.eu
Kontakt Fraunhofer IZM:
Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM
Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin, Germany
www.izm.fraunhofer.de
Christian Dils
Tel: +49 30 46403-208
christian.dils@izm.fraunhofer.de
Weitere Informationen:
http://www.red-dot.sg/de/ Red Dot Design Award
https://vimeo.com/52871984 Das Video zur Jacke
http://www2.izm.fraunhofer.de/Bilder/SPORTYSUPAHEROE_FRAUNHOFER_IZM.ZIP Bildmaterial zum Download

Georg Weigelt | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.izm.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Space Exploration Masters 2017: Topaktueller Innovationswettbewerb
22.06.2017 | AZO Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen

nachricht Otto-Hahn-Medaille für Jaime Agudo-Canalejo
21.06.2017 | Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie