Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hessen fördert weiteren LOEWE-Schwerpunkt an der TU Darmstadt mit 4,5 Millionen Euro

04.07.2012
Die Technische Universität Darmstadt erhält einen weiteren LOEWE-Schwerpunkt: Wie das hessische Wissenschaftsministerium am Mittwoch (4. Juli) bekannt gab, wird im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms „LOEWE“ (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz)“ der Schwerpunkt „Sensors Towards Terhartz“ von 2013 bis 2015 mit 4,5 Millionen Euro gefördert.

Ob Mikrowellenherd, Mobiltelefon, drahtloser Internetzugang oder Infrarot-Fernbedienung: Mikrowellen und Infrarotwellen sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Zwischen diesen beiden Spektralbereichen liegt aber ein Bereich im elektromagnetischen Spektrum, der bislang nur für wenige, sehr aufwendige Forschungszwecke genutzt wird: der Terahertz-Frequenzbereich zwischen 100 GHz und mehreren 10 THz. Obwohl Terahertz-Wellen zum einen viele Materialien und teilweise auch biologisches Gewebe durchdringen und bei bildgebenden Verfahren eine höhere Auflösung als Mikrowellen erlauben und darüber vieler Stoffe und Stoffgemische identifizieren können, deren Strukturen im THz-Frequenzbereich besonders deutlich ausgeprägt sind, ist dieser Bereich bislang nur wenig erforscht.

Im LOEWE-Schwerpunkt „Sensors towards Terahertz“ wollen Forscher der TU Darmstadt die anwendungsorientierte Grundlagenforschung der Terahertz-Technologie maßgeblich voranbringen. Die Anwendungsgebiete sind aufgrund der besonderen Eigenschaften der Wellen äußerst vielfältig: Terahertz-Systeme könnten etwa Werkstoffe zerstörungsfrei prüfen, unter der Kleidung versteckte Materialien wie Waffen und Sprengstoffe schnell und sicher finden, Tumorzellen ohne die Entnahme von Gewebeproben diagnostizieren oder drahtlose breitbandige Kommunikation mit sehr hoher Datenraten von mehr als 10 GBit/s erlauben. Der neue LOEWE-Schwerpunkt wird bis 2015 mit insgesamt 4,5 Millionen Euro gefördert.

Neben diesem neuen LOEWE-Schwerpunkt ist die TU Darmstadt außerdem am neuen LOEWE-Schwerpunkt Elektronendynamik chiraler Systeme (ELCH) beteiligt, der unter Federführung der Universität Kassel steht und mit 4,2 Millionen Euro gefördert wird.

In der fünften LOEWE-Förderstaffel waren insgesamt 23 Antragsskizzen von hessischen Hochschulen und in Hessen angesiedelten außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingereicht worden. Nach der Vorauswahl im Sommer 2011 waren noch acht Anträge im Rennen, darunter vier unter Federführung oder mit Beteiligung der TU Darmstadt.

In der Finalrunde nicht erfolgreich waren die Anträge der TU Darmstadt zur Einrichtung eines LOEWE-Zentrums Substitutionsmaterialien und Materialkreisläufe (SubMateK) sowie zum LOEWE-Schwerpunkt „Future Internet Society & Economy“. Der thematische Schwerpunkt des beantragten Zentrums SubMateK sollte auf den so genannten Substitutionsmaterialien liegen, also auf dem Ersatz von Metallen, Seltenen Erden und weiteren Elementen in Funktionsmaterialien, aber auch auf dem Design völlig neuer Werkstoffe. Der Schwerpunkt „Future Internet Society & Economy“ sollte untersuchen, wie Internetdienste wie Facebook oder Twitter den Prozess der Informationserstellung und -verbreitung verändern und welche – positiven wie negativen – Potentiale sich daraus für Unternehmen, Gesellschaft und staatliche Akteure ergeben.

Das LOEWE-Programm an der TU Darmstadt

Mit dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE will das Land Hessen seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse setzen und damit die hessische Forschungslandschaft nachhaltig stärken. Die Landesregierung leistet eine Anschubfinanzierung, die den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen eine Schwerpunktbildung und damit eine weitere Profilierung erleichtern soll. Mit der heutigen Entscheidung ist die TU Darmstadt an folgenden LOEWE-Projekten beteiligt:

LOEWE-Zentren

Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED)
(Koordination: TU Darmstadt)

Zentrum Adaptronik – Research, Innovation, Application (AdRIA)
(Koordination: Fraunhofer LBF)

Helmholtz International Centre for FAIR (HIC for FAIR)
(Koordination: Goethe-Universität Frankfurt)

LOEWE-Schwerpunkte

Eigenlogik der Städte
(Koordination: TU Darmstadt)

Sensors towards Terahertz – Neuartige Technologien für Lif Sciences, Prozess- und Umweltmonitoring
(Koordination: TU Darmstadt)

Dynamo PLV – Dynamische und nahtlose Integration von Produktion, Logistik und Verkehr
(Koordination: TU Darmstadt)

Cocoon – Kooperative Sensorkommunikation
(Koordination: TU Darmstadt)

SOFT CONTROL – Mit Polymeren an Grenzflächen Funktionen effizient schalten
(Koordination: TU Darmstadt)

Digital Humanities
(Koordination: Goethe-Universität Frankfurt)

Elektronendynamik chiraler Systeme (ELCH)
(Koordination: Universität Kassel)

MI-Nr. 56/2012, csi

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie