Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heraeus Innovationspreise 2011: Revolutionäre Temperaturmessung mit Glasfasern beste Innovation

16.11.2011
 Beste Prozessinnovation: Effizientes Verfahren zur Herstellung von Quarzglasrohren für Siliziumwafer

Beim 9. Heraeus Innovationspreis 2011, der Mitte November in Hanau verliehen wurde, erhielten eine neuartige Temperaturmessung für die Aluminiumindustrie und ein effizientes Produktionsverfahren zur Herstellung großer Quarglasrohre für Siliziumwafer die ersten Preise.


Heraeus Innovationspreise 2011 (v. l.): Jan Rinnert (stellvertretender Vorsitzender Geschäftsführung Heraeus Holding), Dr. Tanja Eckardt (Heraeus Innovationsmanagement), Michael Hahn (Beste Prozessinnovation), Nicole Gübler (3. Platz Produkt), Jan Cuypers (Beste Produktinnovation), Dr. Frank Heinricht (Vorsitzender der Geschäftsführung Heraeus Holding), Dr. Stephan Kirchmeyer (2. Platz Produkt), Dr. Wulf Brämer (Heraeus Innovationsmanagement)

Mit der messtechnischen Produktinnovation FiberLanceTM revolutioniert Jan Cuypers, Entwickler beim Geschäftsbereich Sensoren (Heraeus Electro- Nite), die Temperaturmessung von Schmelzen in industriellen Öfen zur Aluminiumerzeugung. Statt mit in der Branche üblichen Thermoelementen und Pyrometern erfolgt die Temperaturmessung mit Quarzglasfasern, die mit Lichterkennungssensoren verbunden sind. Michael Hahn, Produktionsleiter bei Heraeus Quarzglas, gewann bei den Prozessinnovationen mit einem kostengünstigen, flexiblen und weltweit standardisierten Herstellverfahren von Quarzglas-Großrohren. Diese werden für die Produktion von Siliziumwafern (300-mm-Wafer-Technologie) für Mikrochips und zur Herstellung von Solarzellen als hochtemperaturstabile Bauteile in Prozesskammern benötigt.

Platz 2 bei den Produktinnovationen ging an Dr. Stephan Kirchmeyer von Heraeus Precious Metals, der mit einer innovativen Kombination aus leitfähigen Polymeren (Clevios) und einer neu entwickelten Ätztechnologie erstmals unsichtbare elektrische Funktionsschichten auf flexiblen Touchscreens z. B. für Smartphones erzeugen kann. Den dritten Platz bei den Produktinnovationen belegte Nicole Gübler, Entwicklerin bei Heraeus Materials Technology, mit einer versiegelnden keramischen Schutzschicht für Platinbauteile für die Glasindustrie.

Innovationspreis wird seit 2003 ausgelobt

Die Preisträger wurden im Rahmen einer Feierstunde von Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender der Geschäftsführung Heraeus Holding, und Jan Rinnert, stellvertretender Vorsitzender Geschäftsführung Heraeus Holding, ausgezeichnet. „Heraeus schreibt seit 160 Jahren erfolgreich Industriegeschichte mit Produkt- und Prozessinnovationen. Hinter diesen Innovationen stehen immer Menschen; Sie als Mitarbeiter in der Forschung, Entwicklung, Anwendungstechnik oder Engineering. Ihre Innovationen sind essentiell für unseren Erfolg“, bedankte sich Dr. Frank Heinricht bei den Preisträgern.

Der Heraeus Innovationspreis wird seit 2003 ausgelobt. Teilnehmen können weltweit alle Forscher und Entwickler von Heraeus. Über 190 Produktinnovationen wurden seitdem eingereicht, insgesamt 29 Produkte und Prozesse prämiert. In diesem Jahr waren 21 Projekte am Start. „Mit dem Innovationspreis würdigen wir Spitzenleistungen, die zum Unternehmenserfolg beitragen, und das motiviert. Unsere Entwicklerinnen und Entwickler dürfen zu Recht stolz auf ihre Innovationen sein“, betonte Dr. Tanja Eckardt, Leiterin Innovationsmanagement bei Heraeus.

Beste Produktinnovation: Revolutionäre Temperaturmessung - Glasfasern erobern die Aluminium-Schmelze

Aluminium ist weltweit begehrt als Leichtmetall in der Automobil-, Flugzeugund Verpackungsindustrie. Bei der Herstellung kommt es auf präzise Temperaturkontrolle an. Je schneller und genauer die Temperatur der Alu- Schmelze (Elektrolyse) gemessen werden kann, umso energiesparender erfolgt die Herstellung. Mit einer messtechnischen Innovation warten nun Jan Cuypers, Entwickler bei Heraeus Electro-Nite, und sein Team auf. Statt mit in der Branche üblichen Thermoelementen setzen die Sensor- Experten auf eine Temperaturmessung mit Glasfasern!

FiberLance™ wurde zur direkten und präzisen Temperaturmessung der Schmelze in den industriellen Öfen der primären Aluminiumerzeugung entwickelt. Das technisch Neuartige an dem Messsystem: Es verwendet eine mit einem Lichterkennungssensor verbundene Quarzglasfaser. Die Quarzglasfaser wird bei der Messung verbraucht. Da diese aber in Längen von 100 Metern auf einer Plastiktrommel mitgeliefert werden, können bis zu 10.000 Badtemperaturmessungen durchgeführt werden, ohne dass eine erneute Kalibirierung des Gerätes erforderlich wäre. Die neue Messtechnik bedeutet auch für die Heraeus Sensorspezialisten Neuland. „Der Einsatz von Lichtleitfasern ist zwar neu für uns, ergänzt aber sinnvoll unser Produktsegment bei Temperatursensoren für die Stahlindustrie. Wir haben dabei extern mit einem britischen Forschungsinstitut und intern mit dem Spezialfaserbereich von Heraeus Quarzglas zusammengearbeitet“, freut sich Jan Cuypers über die Auszeichnung.

Beste Prozessinnovation: Kostengünstiges Verfahren zur Herstellung von Quarzglas-Großrohren für die Halbleiterindustrie

Der hochreine Hightech-Werkstoff Quarzglas ist heute bei der Herstellung von Lichtleitfasern für die Telekommunikationsindustrie, von Halbleitern sowie von Solarzellen für die Photovoltaik unentbehrlich geworden. Grundlage von Mikrochips sind Silizium-Wafer mit Durchmessern von 300 Millimeter. Bei der Verarbeitung dieser Wafer spielen Großrohre aus Quarzglas eine Schlüsselrolle. Die hochtemperaturstabilen Bauteile werden in Prozesskammern bei zahlreichen Prozessschritten benötigt. Mit einer Prozessinnovation von Michael Hahn und einem internationalen Entwicklerteam kann Heraeus Quarzglas die Herstellung von Quarzglas- Großrohren für die 300-mm-Wafer-Technologie noch kostengünstiger und effizienter gestalten. „Mit dem einzigartigen flexiblen Verfahren und weltweit standardisierten Umform-Prozessen reduzieren wir die Prozessschritte im Vergleich zum bisherigen Standardverfahren erheblich. Die Innovation erlaubt zudem die Herstellung noch größerer Rohre für die nächste Generation der Siliziumwafer in 450-mm-Technologie“, betont Produktionsleiter Michael Hahn.

Produktinnovation – Platz 2: Clevios - Organische Elektronik für Touchscreens

Heraeus produziert unter der Marke Clevios™ leitfähige Polymere in Form bläulicher Dispersionen, die als elektrische Funktionsschichten immer mehr Anwendungsfelder in unserem Alltag finden. Ein neues hochinteressantes Einsatzfeld sind flexible Touchscreens in Smartphones und Tablet-PCs. Hinter diesen intuitiven Bedienoberflächen steckt eine innovative Mikroelektronik auf dünnen, leitfähig beschichteten Folien. Mit einer Kombination aus verschiedenen leitfähigen Polymeren und einer neu entwickelten Ätztechnologie gelingt es Dr. Stephan Kirchmeyer, Leiter Business Unit Functional Coatings, und einem Entwicklerteam von der Heraeus Conductive Polymer Division, diese funktionalen Folien auf den Touchscreen für das menschliche Auge absolut unsichtbar aufzubringen. Moderne Touchscreen-Technologie verlangt eine gezielte Strukturierung der Oberfläche in leitfähige und nicht leitfähige Bereiche. Die nun entwickelte Ätztechnologie ersetzt mechanische Strukturierung durch Desaktivierung der Leitfähigkeit, ohne das Polymer zu entfernen. So entstehen leitfähige Strukturen, die für das Auge vollkommen unsichtbar sind. „Für den Einsatz unserer leitfähigen Polymeren haben wir mit dieser Erfindung einen Durchbruch erzielt“, führt Stephan Kirchmeyer aus. „Nun sieht niemand mehr die Farbunterschiede. Auch aufgrund dieser neuen Strukturierungsmöglichkeit interessieren sich mehr und mehr Touchscreen- Hersteller für unsere leitfähigen Polymere.“

Produktinnovation – Platz 3: Innovatives Platin-Schutzsystem senkt Herstellungskosten von Spezialgläsern

Platin und seine Legierungen werden in der Glasindustrie aufgrund der chemischen Beständigkeit und hohen Schmelzpunkte als Bauteilwerkstoff eingesetzt, um Spezialgläser (z. B. Displayscheiben) bei hohen Temperaturen über 1400 °C zu schmelzen und herzustellen. Je höher die Glasschmelze erhitzt wird, desto effizienter lässt sich das hochwertige Glas läutern und produzieren. Wermutstropfen: Bei den hohen Einsatztemperaturen reagiert Platin mit Sauerstoff zu Platinoxiden und dampft von der Oberfläche des Bauteils ab. Je höher die Einsatztemperatur, desto größer die Abdampfrate, desto schneller wird das Bauteil geschädigt und letztendlich zerstört.

„Die Kundenanforderung war, ein Platinbauteil zu entwickeln, das bei 1650 °C für bis zu 8000 Stunden ohne größere Abdampfverluste eingesetzt werden kann“, beschreibt Nicole Gübler, Entwicklerin bei Heraeus Materials Technology, die Herausforderung. Sie und ihr Team haben nun eine innovative, versiegelnde keramische Schicht entwickelt, die wie eine zweite Haut um das Platin-Bauteil aufgebracht wird. Diese Schutzhülle verhindert das Abdampfen von Platin als Platinoxid signifikant und ermöglicht eine Einsatztemperatur von 1650 °C. In der Glasindustrie sind weltweit über 100 Tonnen Platin in Bauteilen gebunden. Durch die Innovation lassen sich die Prozess- und somit Herstellungskosten von Spezialgläsern reduzieren und gleichzeitig wertvolle Ressourcen einsparen.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit einer 160-jährigen Tradition. Unsere Kompetenzfelder umfassen die Bereiche Edelmetalle, Materialien und Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte, Dentalprodukte sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von 4,1 Mrd. € und einem Edelmetallhandelsumsatz von 17,9 Mrd. € sowie weltweit über 12 900 Mitarbeitern in mehr als 120 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Leiter Technologiepresse & Innovation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstraße 12-14
63450 Hanau
Tel. +49 (0) 6181.35-5706
Fax +49(0) 6181.35-4242
E-mail : Joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie