Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz investiert in Zukunftsthemen

21.11.2016

Welche Rolle werden künftig Supercomputer in unserem Leben spielen? Welche neuen Materialien werden in der Medizin zum Einsatz kommen? Welche Konsequenzen wird der Klimawandel für uns haben? Zur Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen trägt die Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft maßgeblich bei. Im Rahmen ihres Impuls- und Vernetzungsfonds fördert sie künftig innovative Themen in strategischen Zukunftsfeldern, die zur Weiterentwicklung und stärkeren Zusammenarbeit der Forschungsbereiche beitragen.

„Dadurch nutzen wir die Kompetenzen der unterschiedlichen Zentren und Disziplinen in Helmholtz noch gewinnbringender als bisher“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Insgesamt stehen dafür in den nächsten drei Jahren Mittel in Höhe von rund 80 Millionen Euro zur Verfügung.

In einer ersten Auswahlrunde wurden nun drei Projekte für diese Förderung ausgewählt. Alle drei stammen aus unterschiedlichen Bereichen, haben aber eines gemeinsam: Sie leisten neue Beiträge zur Lösung drängender Herausforderungen unserer Gesellschaft, die in den künftigen Helmholtz-Programmen berücksichtigt werden sollen. Neben dem Innovationspotenzial und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Forschung ist auch die stärkere Einbindung jüngerer Forscherpersönlichkeiten ein wesentlicher Erfolgsfaktor der langfristig ausgerichteten Zukunftsthemen.

„Wir müssen und wollen uns ständig weiterentwickeln und dynamisch bleiben, deshalb haben wir dieses Förderinstrument ins Leben gerufen“, sagt Wiestler. „Ich freue mich sehr, dass wir viele eindrucksvolle Ansätze für Zukunftsthemen erhalten haben und bin sehr gespannt, wie sich die ausgewählten Vorhaben mit Hilfe unserer Förderung in den kommenden Jahren entwickeln.“

Die drei geförderten Projekte sind:

Advanced Technologies for Navigation and Geodesy (ADVANTAGE)
Um ein exaktes Bild der Erde aus dem Weltall zu erhalten, ist die Präzision von Satelliten entscheidend. Ebenso für die verzögerungsfreie und genaue Satellitennavigation und der Vielzahl daraus gesteuerter Anwendungen im Alltag. Das Projekt ADVANTAGE widmet sich der Entwicklung innovativer Technologien für die Navigation und die Vermessung der Erdoberfläche. Die Ergebnisse dieses Zukunftsprojekts werden langfristig einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung solcher Messgeräte und damit zu einem Wissensgewinn und Technologieschub im Bereich der Raumfahrtforschung führen. Federführend geleitet wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), außerdem ist auch das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) an dem mit fast vier Millionen Euro geförderten Vorhaben beteiligt.

Scalable Solid State Quantum Computing
Quanteninformationsverarbeitung verspricht eine exponentielle Beschleunigung wichtiger Rechenleistungen sowie physikalisch abgesicherte Kommunikationskanäle. Zwar wurden viele grundlegende Anforderungen zum Erreichen dieser Ziele bereits gezeigt. Um in die praktische Anwendungen zu kommen, müssen die derzeitigen Experimente jedoch um Größenordnungen skaliert werden. Das Projekt, das vom Forschungszentrum Jülich geleitet wird, und dessen Expertise mit dem Wissen der Forscher an der RWTH Aachen und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bündelt wird, will einen entscheidenden Schritt auf dem langfristigen Weg zu skalierbaren Quantencomputeranwendungen gehen. Das Projekt wird mit sechs Millionen Euro gefördert.

Plasma Accelerator
Plasmabeschleuniger ermöglichen es, sehr kompakt und auf engstem Raum mittels Laser- oder Teilchenstrahl eine Plasmawelle anzuregen und sehr hohe elektrische Feldstärken zu erzeugen. Mit dieser Technik könnten in Zukunft herkömmliche Teilchenbeschleuniger durch sehr viel kleinere, kompaktere Anlagen ersetzt und sogar sehr viel größere Teilchenenergien erreicht werden. Das wäre ein Grundstein für die nächste Generation der Teilchenbeschleuniger. Ziel des aktuellen Vorhabens ist es, die existierenden Beschleunigertechnologien entsprechend weiterzuentwickeln und anlagentechnisch zu komprimieren. Die Miniaturisierung reduziert die Kosten solcher Beschleunigeranlagen und erweitert dramatisch das Spektrum potentieller Nutzer: von der Grundlagenforschung bis hin zu medizinischen Anwendungen in Kliniken. An dem mit sechs Millionen Euro geförderten Projekt wirken Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen am DESY, Helmholtz-Institut Jena, KIT und HZB.

Ansprechpartner: Andreas Schulze (andreas.schulze@helmholtz.de - +49 30 206329-75) und Dr. Tobias Sontheimer (tobias.sontheimer@helmholtz.de - +49 30 206329-17),

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit rund 38.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 For-schungszentren und einem Jahresbudget von vier Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

Roland Koch
Pressesprecher
Tel.: 030 206 329-56
roland.koch@helmholtz.de

Rebecca Winkels
Pressereferentin
Tel.: 030 206 329-38
rebecca.winkels@helmholtz.de

Presse und Medien, Forschungspolitik und Außenbeziehungen
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz.de
http://www.helmholtz.de/socialmedia

Roland Koch | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

nachricht EU fördert exzellente Nachwuchsforschung: Zehn Auszeichnungen gehen nach Nordrhein-Westfalen
15.09.2017 | Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie