Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz fördert neue Ausgründungen

31.05.2012
Mit dem Programm Helmholtz-Enterprise unterstützt die Helmholtz-Gemeinschaft sechs neue Ausgründungsvorhaben mit jeweils 100.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds.

Die Mittel werden vor allem in der kritischen Startphase der Ausgründung eingesetzt, um den Gründerinnen und Gründern Freiraum für die Vorbereitung der Gründung zu ermöglichen bzw. betriebswirtschaftliche Kompetenzen in die Spin-off-Projekte einzubinden. Die Förderung ist Teil der Technologietransferstrategie der Helmholtz-Gemeinschaft.

„Um den Transfer von anwendungsnahen Erkenntnissen in die Gesellschaft zu beschleunigen, fördert Helmholtz-Enterprise die Gründung von technologiebasierten Spin-offs.“, sagt Dr. Rolf Zettl, Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft. „Das Ziel des Programms ist erreicht, wenn wir die finanziellen Unwägbarkeiten der Anfangsphase abfedern können und schließlich die Gründung von High-Tech-Unternehmen gelingt.“

Mit Helmholtz-Enterprise unterstützt die Helmholtz-Gemeinschaft Ausgründungsideen, die das Potenzial haben, sich auf dem Markt erfolgreich zu bewähren. Mit der vollen Fördersumme von jeweils 100.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds und mindestens der gleichen Summe aus dem jeweiligen Helmholtz-Zentrum stehen den Ausgründungsprojekten damit für ein Jahr zusätzliche Mittel zur Finanzierung von Personal in der Ausgründungsphase zur Verfügung.

Ausgewählt werden die Projekte von einem externen Gutachtergremium, das regelmäßig alle sechs Monate über die Anträge entscheidet. Auf der 15. Auswahlsitzung wurden sechs neue Ausgründungsvorhaben zur Förderung empfohlen, so dass seit Beginn der Fördermaßnahme 2005 insgesamt 73 Gründerinnen und Gründer von der Zuwendung profitieren. Bislang führten über 40 der geförderten Gründungsideen dann auch zu Unternehmensgründungen, allein 10 davon im letzten Jahr.

Die Projekte und Ansprechpartner in den Helmholtz-Zentren:

Projekt Peicuris – Wirkstoffentwicklung Herz-Rhythmus-Störungen
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Das Projekt Peicuris vom MDC wird sich auf die vorklinische und frühe klinische Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen zur Behandlung und Prävention von Vorhofflimmern konzentrieren. Dabei baut der neue Therapieansatz auf einer Entdeckung aus der MDC-Forschung auf, mit der die positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren wesentlich verstärkt werden konnte. Durch den neuartigen Wirkansatz der Substanzen werden Vorteile gegenüber herkömmlichen Antiarrhythmika erwartet.
Ausgründer: Dr. Wolf-Hagen Schunck, , Prof. Dr. Dominik Müller, Dr. Robert Fischer
Mehr Informationen: Technologietransfer, Christine Rieffel-Braune, crieffel@mdc-berlin.de, Tel.: +49 30 9406 3754;

Pressestelle: Barbara Bachtler, bachtler@mdc-berlin.de, Tel.: +49 30 940 63896

FastLoc – Hochpräzises Mikroseismisches Echtzeit-Monitoring
Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Die Gründer entwickeln eine marktfähige Dienstleistung auf Basis einer innovativen Software, mit der in Echtzeit mikroseismisch die induzierten Brüche beim so genannten Fracking verfolgt werden können. Mit dem Fracking werden gezielt Mikrorisse in geologischen Gesteinsformationen erzeugt, um Schiefergas, Erdwärme oder flüssige Kohlenwasserstoffvorkommen zu erschließen.
Ausgründer: Prof. Dr. Georg Dresen, Prof. Dr. Marco Bohnhoff
Mehr Informationen: Technologietransfer, Dr. lngo Kapp, ingo.kapp@gfz-potsdam.de, Tel.: +49 331 288 1025

Pressestelle: Franz Ossing, ossing@gfz-potsdam.de , Tel.: +49 331 288 1040

mProbes – Nano-Mikroskopie mit dem Koala-Drive
Forschungszentrum Jülich
Die künftige mProbes GmbH hat mit dem KoalaDrive einen neuartigen Antrieb für Rastersondenmikroskope entwickelt, mit dem man Mikrowerkzeuge im Nanometerbereich positionieren kann. Dadurch kann bei einem Rastersondenmikroskop die Auflösung erhöht und auf teure Schwingungsdämpfung verzichtet werden. Außerdem lassen sich mehrere Sonden gleichzeitig einsetzen, wodurch perspektivisch auch Anwendungen in der Nanoelektronik und in der Qualitätskontrolle für die Halbleiterindustrie möglich werden. Aufgrund ihrer geringen Größe können KoalaDrive Mikroskope einfach in andere Apparaturen integriert werden.
Ausgründer: Prof. Dr. Bert Voigtländer, Dr. Vasily Cherepanov, Peter Coenen
Mehr Informationen: Technologietransfer, Stefan Apweiler, s.apweiler@fz-juelich.de, Tel.: +49 2461 61-3777

Pressestelle: Annette Stettien, a.stettien@fz-juelich.de, Tel.: +49 2461 61-2388

MarNaS – Marine Naturstoff-Synthese
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)
Gefördert werden Gründungsvorbereitungen für ein kommerzielles Syntheselabor naturidentischer Stoffe aus dem Meer für Pharmakologie, Wirkstoffforschung und physiologische Forschung. Eines der ersten Produkte ist ein neuartiger Farbstoff, Ageladine A, der sehr leicht in lebende Zellen und Gewebe eindringt und dort pH-abhängig fluoresziert. Der Farbstoff zeigt bisher keine Nebenwirkungen an Zellen und Tieren und ist deshalb besonders für in-vivo Färbungen und Messungen geeignet. Zur einfachen Anwendung soll der Stoff im gebrauchsfertigen Kit angeboten werden. Darüber hinaus sollen weitere hochwirksame Naturstoffe, deren Wirkungen am AWI beschrieben wurden, hergestellt und der Forschung, Pharma- und Wirkstoffindustrie angeboten werden.
Ausgründer: Dr. Ulf Bickmeyer, Dr. Thorsten Mordhorst
Mehr Informationen: Technologietransfer, Dr. Eberhard Sauter, eberhard.sauter@awi.de, Tel.: +49 471-4831-1517

Pressestelle: Ralf Röchert, Ralf.Roechert@awi.de, Tel.: +49 471/4831-1680

BioBASE – Biochemikalien zur Funktionalisierung von Oberflächen
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
Das Ausgründungsvorhaben BioBASE optimiert die Nutzungsmöglichkeiten nanoskaliger Materialien, die eine maximale reaktive Oberfläche ausbilden. Das Unternehmen wird biologisch basierte Beschichtungschemikalien anbieten. Kunden für die erste Anwendung der Technologie sind z.B. Betriebe in den Bereichen Kunststoffveredelung und kunststoffbasierte Medizinprodukte, die mit BioBASE-Chemikalien diese Materialien umweltfreundlicher und effizienter beschichten können. Darüber hinaus, lassen BioBASE Chemikalien eine universelle Beschichtung nahezu eines jeden Kunststoffs zu. Die Art der Beschichtung reicht dabei von dekorativen bis hin zu funktionellen Beschichtungen.
Ausgründer: Dr. Johannes Raff, Tobias Günther, Dr. Jürgen Hofinger, Stefanie Wengrzik

Mehr Informationen: Technologietransfer, Dr. Björn Wolf, B.Wolf@hzdr.de, Tel.: +49 351-260-2615; Pressestelle: Dr. Christine Bohnet, c.bohnet@hzdr.de, Tel.: +49 351 260-2450

SurgeryPad – Darstellung der Patientenanatomie auf Tablet-PC
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Die Ausgründer des DKFZs bieten mit dem SurgeryPad ein computergestütztes Navigationssystem an, das eine gezielte Gewebepunktion (Biopsie) und Therapie (z. B. von Nierentumoren) ermöglicht. Bei Gewebepunktionen benötigt der Operateur eine möglichst exakte, räumliche Vorstellung von der Patientenanatomie einschließlich Tumor und Risikostrukturen. Das SurgeryPad bietet diese mit Hilfe von erweiterter Realität (Augmented Reality, AR) auf einfache Weise z.B. auf gewöhnlichen Tablet-PCs. Die Gefahr der Punktion einer Risikostruktur wird verringert, Instrumente werden genauer und gezielter eingeführt, wodurch Eingriffe sicherer, schonender und günstiger werden.
Ausgründer: Dipl.-Inf. Med. Michael Müller
Mehr Informationen: Technologietransfer, Dr. Frieder Kern, F.Kern@dkfz.de, Tel.: 06221 422952; Pressestelle: Dr. Stefanie Seltmann, s.seltmann@dkfz.de, Tel.: +49 6221 422854; Dr. Sybille Kohlstädt, presse@dkfz-heidelberg.de, Tel.: +49 6221 422843

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Sie ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Weitere Informationen:
http://www.social.helmholtz.de
http://www.helmholtz.de/twitter
http://www.helmholtz.de/facebook
http://www.helmholtz.de/youtube

Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.social.helmholtz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise