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Helmholtz-Enterprise fördert drei neue Ausgründungsvorhaben

09.12.2010
Ein Stift für die Diagnose motorischer Schwächen von Schreibanfängern, ein miniaturisierter Biochip für die zellbasierte Bioforschung und ein robustes Gerät zur Aufnahme von Geosignalen, das sind die drei Produktideen aus der Helmholtz-Forschung, die in dieser Auswahlrunde durch Helmholtz-Enterprise gefördert werden können.

"Aus der Forschung entstehen viele herausragende Ideen, die hohes Anwendungspotenzial haben. Ausgründungen sind dabei ein sehr effizienter Weg für den Technologietransfer, sie müssen jedoch sorgfältig vorbereitet werden, damit der Markteintritt gelingt“, sagt Dr. Rolf Zettl, Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft.

Der Helmholtz-Enterprise-Fonds stellt den Instituten daher Mittel zur Verfügung, um in der Ausgründungsphase zusätzliches Personal zu finanzieren. „Dadurch können die Forscher ihr Gründungsvorhaben vorantreiben, ohne dass andere Aufgaben am Institut liegenbleiben“, so Zettl. Die Kosten von bis zu 200.000 Euro pro Vorhaben werden durch den Impuls- und Vernetzungsfonds und das jeweilige Helmholtz-Zentrum zu gleichen Teilen getragen. Die Förderdauer beträgt ein Jahr.

Gleich zwei Ausgründungsvorhaben kommen aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Am KIT-Institut für Produktentwicklung werden die Ingenieure Dr.-Ing. Hans-Georg Enkler, Dipl.-Ing. Markus Dickerhof und Dipl.-Ing. Benjamin Hessenauer einen Schreibstift für Kinder, die Schwierigkeiten beim Schreiben haben, zur Marktreife entwickeln. Der Stift ist mit geeigneter Sensorik ausgestattet, um die Bewegungen und Kräfte beim Schreiben zu erfassen. Ärzte und Therapeuten werden damit die individuellen Probleme betroffener Kindern besser diagnostizieren und ihnen gezielter helfen können. In der geplanten Ausgründung „iuvaris“ wollen sie dieses Produkt gemeinsam mit passender Lernsoftware vertreiben.

Das zweite Ausgründungsvorhaben trägt den Namen „Cell Arrays“ und kommt aus dem Institut für Toxikologie und Genetik des KIT: Die Ausgründer Dr. Pavel Levkin und Florian Geyer haben eine Methode entwickelt, um für die Bioforschung neuartige hochdichte Arrays für Mikroproben herzustellen. Damit lassen sich erstmals Kapazitäten von über 50000 (Mikro)proben auf der Größe von Standard-Mikrotiter-Platten erreichen, so dass zum Beispiel das gesamte menschlichen Genom auf einem einzigen handtellergroßen Biochip untersucht werden kann. Zeit und Kosten für die Experimente werden so stark reduziert.

Im Ausgründungsvorhaben GEORECS von Dr. Albrecht Schulze vom Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ soll ein robustes Aufnahmegerät für die Geoforschung produziert werden, das seismische und andere Signale aus der Erdkruste aufnehmen kann. Der „GCube“-Rekorder, der am GFZ entwickelt wurde, ist vergleichbaren Geräten auf dem Markt technisch überlegen. Die Geräte sind klein, haben eine sehr geringe Energieaufnahme und können daher mit einfachen Monozellen betrieben werden. Zehn Stück davon passen in einen Rucksack, deshalb sind diese Datenlogger ideal für den Einsatz in schwierigem Gelände.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 16 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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