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Heinz Maier-Leibnitz-Preise: Auszeichnung für neun junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

02.05.2013
Breites Spektrum an Disziplinen / Anzahl der Preise und Preisgeld erhöht

Die diesjährigen Trägerinnen und Träger des wichtigsten Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland stehen fest. Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) berufene Auswahlausschuss wählte jetzt vier junge Wissenschaftlerinnen und fünf junge Wissenschaftler für die „Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2013“ aus.

In diesem Jahr stellt das BMBF erstmals 20 000 Euro statt 16 000 Euro pro Preis zur Verfügung. Auch die Zahl der Ausgezeichneten hat sich erhöht, nachdem in der Vergangenheit pro Jahr sechs Preise vergeben wurden. Verliehen werden die Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2013 am 3. Juni in Berlin.

Die höhere Zahl der Preise und die Aufstockung der Mittel trägt dem hohen Renommee des seit 1977 jährlich verliehenen Preises Rechnung. In einer Umfrage des Magazins „bild der wissenschaft“ wurde der Heinz Maier-Leibnitz-Preis von den bedeutendsten Forschungseinrichtungen zum drittwichtigsten Wissenschaftspreis in Deutschland gewählt – nach dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten. Die DFG sieht den Heinz Maier-Leibnitz-Preis als Anerkennung und zugleich Ansporn, die wissenschaftliche Laufbahn geradlinig weiterzuverfolgen.

In diesem Jahr werden ausgezeichnet:

Christine Hentschel, Soziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Lena Maier-Hein, Medizinische Informatik, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Nuno Maulide, Organische Chemie, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim

Nicole Megow, Diskrete Mathematik/Informatik, Technische Universität Berlin

Thomas Pfeifer, Physik, Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

Holger Johannes Pletsch, Astrophysik, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Hannover

Volker Presser, Materialwissenschaft, Leibniz-Institut für Neue Materialien, Saarbrücken

Daniel Stein, Amerikanistik, Universität Göttingen

Clarissa Vierke, Afrikanistik, Universität Bayreuth

Für die Preisrunde 2013 waren insgesamt 123 Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Von den nominierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kamen 45 in die engere Wahl, aus der der Auswahlausschuss schließlich die neun Preisträgerinnen und Preisträger bestimmte.

Die Vorsitzende des Auswahlausschusses für den Heinz Maier-Leibnitz-Preis, DFG-Vizepräsidentin Professor Dorothea Wagner, betont besonders die thematische Breite der Auszeichnungen: „Über die Jahre hinweg zeigt der Preis eine schöne Ausgewogenheit und die große Vielfalt des deutschen Wissenschaftssystems. In diesem Jahr freut mich besonders, dass wir einige Preisträgerinnen und Preisträger aus den sogenannten „kleinen“ Fächern auszeichnen können und auf die herausragende Arbeit auch in diesen Disziplinen hinweisen können.“

Der Preispatron Professor Heinz Maier-Leibnitz war Physiker und von 1974 bis 1979 Präsident der DFG. Der nach ihm benannte Preis wurde während seiner Amtszeit an der Spitze der DFG aus der Taufe gehoben und erstmals verliehen.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger im Einzelnen:

Christine Hentschel (33), Soziologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Stadtstrukturen und Stadtsoziologie sind das Forschungsthema der Politologin Christine Hentschel, die seit 2012 an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig ist. Sie möchte Forschungsperspektiven aus dem afrikanischen und asiatischen Kontext auch auf europäische Städte anwenden; beispielsweise auf den sich rasch wandelnden Berliner Stadtteil Neukölln. Zum Thema urbane Infrastrukturen bringt sie Stadtgeografie, -soziologie, -anthropologie, Architektur und Geschichte zusammen.
Lena Maier-Hein (32), Medizinische Informatik, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

In ihrer Arbeitsgruppe „Computerassistierte Interventionen“ am Deutschen Krebsforschungszentrum arbeitet die Medizininformatikerin Lena Maier-Hein an Bildverarbeitungs- und Computerassistenzsystemen in der Krebsdiagnose und -therapie. Dabei konnte sie unter anderem einen etablierten Algorithmus zur Erfassung und Registrierung von dreidimensionalen Oberflächen verbessern. Maier-Hein hat bei ihrer Tätigkeit stets die Anwendung der Systeme in der Klinik und ihre Evaluation im Blick.

Nuno Maulide (32), Organische Chemie, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim
Der in Portugal geborene Chemiker Nuno Maulide studierte an der Ecole Polytechnique in Paris, promovierte sich in Belgien und arbeitete in den USA, ehe er 2009 Leiter einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung wurde. 2011 erhielt er einen ERC Starting Grant. Er und sein Team interessieren sich für die Schnittstelle zwischen „klassischer“ organischer Chemie, asymmetrischer Katalyse und chemischer Biologie. Maulides besonderes Forschungsinteresse liegt dabei in unkonventionellen Reaktionsprofilen organischer Verbindungen.

Nicole Megow (36), Diskrete Mathematik/Informatik, Technische Universität Berlin
Die Wirtschaftsmathematikerin Nicole Megow befasst sich mit Optimierungsproblemen, die durch Fragestellungen der industriellen Praxis motiviert sind. Schon seit ihrer Promotion arbeitet sie an der sogenannten Optimierung unter Unsicherheit und mithin an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung. Megow, die seit 2012 eine DFG-geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe leitet, entwickelt dabei Algorithmen und Methoden, die auch trotz unsicherer Datenlage gute beziehungsweise beweisbar optimale Lösungen berechnen.
Thomas Pfeifer (35), Physik, Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg
Der Physiker Thomas Pfeifer untersucht am Max-Planck-Institut für Kernphysik schnellste elektronisch korrelierte Prozesse und fundamentale Kopplungen von Elektronen in Atomen und Molekülen. Hierzu baute er ein bisher einmaliges zeit- und energieaufgelöstes Attosekundenspektroskopielabor auf. Außerdem befasst er sich mit der Physik von Freien-Elektronen-Lasern und betrachtet hier die Lichterzeugung ebenso wie die Wechselwirkung intensiver weicher Röntgenstrahlung mit Atomen und Molekülen.

Holger Johannes Pletsch (30), Astrophysik, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Hannover
Bis heute sucht die Astrophysik nach einem Nachweis der von Albert Einstein vor mehr als hundert Jahren vorhergesagten Gravitationswellen. Neue Detektoren nehmen unter anderem schnell rotierende Neutronensterne als mögliche Quellen von Gravitationswellen ins Visier. Holger Pletsch hat dazu eine Methode entwickelt, die riesigen Datenmengen trotz beschränkter Computerressourcen optimal zu filtern. Die Methode eignet sich auch für andere Himmelsphänomene und führte unter anderem zur Entdeckung neuer, interessanter Pulsare.

Volker Presser (30), Materialwissenschaft, Leibniz-Institut für Neue Materialien, Saarbrücken
Neue schnell ladende, hocheffiziente Energiespeicher aus umweltfreundlichen und kostengünstigen Materialien sind ein Forschungsgebiet des Materialwissenschaftlers Volker Presser, der 2008 auch den Bernd Rendel-Preis der DFG erhielt. Er beschäftigt sich mit elektrochemischer Energiespeicherung und entwickelt Doppelschicht- und Pseudokondensatoren aus Kohlenstoffen und Hybridmaterialien: beispielsweise effizientere und mechanisch flexible Elektroden aus Kohlenstoffnanofasern oder auch aus zwei-dreidimensionalen Karbiden und Karbonitriden.

Daniel Stein (37), Amerikanistik, Universität Göttingen
Unter anderem in der DFG-Forschergruppe „Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ bringt Daniel Stein seine Expertise als Kenner der nordamerikanischen Populärkultur ein. Seine Spezialgebiete sind afro-amerikanische Musik wie Jazz und Blues, aber auch Comics als ein populäres Medium, das die Literaturwissenschaft sich erst sukzessive erschließt. Seine Dissertation zu „Louis Armstrong’s Jazz Autobiographics“ behandelte Literatur und Musik methodologisch. Stein richtet den Blick immer auch auf zentrale literatur- und kulturwissenschaftliche Fragen.

Clarissa Vierke (32), Afrikanistik, Universität Bayreuth
Clarissa Vierke verbindet sprach-, literatur-, kulturwissenschaftliche, philologische und anthropologische Methoden, um kulturspezifische Formen der Text- und Wissensorganisation in Afrika zu erforschen. Sie betrachtet Poetik, Wissenschaftsgeschichte, Sprachkontakt und populäre Kultur in verschiedenen Manuskriptkulturen und beschreibt Sprach- und Textentwicklungen. Mit diesem interdisziplinären Ansatz hat sie das gängige Instrumentarium erweitert. Sie legt – auch bei ausgedehnten Feldstudien – großen Wert auf die Perspektive der Akteure vor Ort.
Weiterführende Informationen

Medienvertreter sind zur Preisverleihung am 3. Juni 2013, 14 Uhr, im Magnus-Haus, Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin, herzlich eingeladen. Um vorherige Anmeldung wird gebeten im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG: Tel. +49 228 885-2443, Jutta.Hoehn@dfg.de

Ausführliche Informationen zum Preis und den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich unter:

www.dfg.de/maier-leibnitz-preis

Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:
Annette Lessenich, Gruppe Qualitätssicherung und Verfahrensentwicklung, Tel. +49 228 885-2835,

Annette.Lessenich@dfg.de

Cornelia Lossau | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

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