Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heinz-Hopf-Preis 2011 geht an Prof. Michael Rapoport

25.10.2011
Der diesjährige Heinz-Hopf-Preis geht an Prof. Michael Rapoport von der Universität Bonn. Der Mathematikprofessor und Leibniz-Preisträger erhält den mit 30‘000 Schweizer Franken dotierten Preis für sein breites und aussergewöhnlich tiefes wissenschaftliches Wirken.

Die Preisverleihung findet heute anlässlich der Heinz-Hopf-Vorlesungen an der ETH Zürich statt.

Der 1948 geborene Michael Rapoport ist in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufgewachsen, die seine Eltern aus politischer Überzeugung zur Wahlheimat machten. Nach seiner Studienzeit in Berlin zog es den diesjährige Heinz-Hopf-Preisträger in die weite Welt. Er studierte Mathematik, in Paris, Princeton und Harvard und promovierte 1976 an der Université Paris-Sud. Alle diese Stationen prägten sein wissenschaftliches Interesse an bestimmten mathematischen Forschungsfeldern. Zusammen mit seiner ausserordentliche Begabung brachte ihm das während seiner Zeit als als Mathema-tikprofessor in Heidelberg, Bonn, Wuppertal und Köln viel Ruhm und Ehre ein. Seit 2003 ist Michael Rapoport Professor für arithmetische algebraische Geometrie an der Universität Bonn.

Erfolgreiche Wissenschaftskarriere
In der breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Rapoport, als er 1992 mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ausgezeichnet wurde. Er erhielt die prestige-trächtige Ehrung für seine Arbeiten über Shimuravarietäten und den Beweis der Langlands-Vermutung für lokale Funktionenkörper, den er gemeinsam mit den Mathematikern Gérard Laumon und Ulrich Stuhler erbracht hat. Das Langlands-Programm der Mathematik besteht aus einer Reihe von weitreichenden Vermu-tungen, die die Zahlentheorie und die Darstellungstheorie von Gruppen miteinander verknüpfen.

Zeichen der erfolgreichen Wissenschaftskarriere von Michael Rapoport war 2003 auch die Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina. Nun erfolgt eine weitere Ehrung mit dem Heinz-Hopf-Preis der ETH Zürich. «Wir waren beeindruckt von der Breite und ungewöhnlichen Tiefe des wissenschaftlichen Wirkens von Michael Rapoport», begründet Gisbert Wüstholz, Professor für Mathematik an der ETH Zürich die Wahl des Preisträgers. Schon in jungen Jahren habe Rapoport Massstäbe gesetzt und insbesondere bei der Arithmetik elliptischer Kurven in der Wissenschaft tiefe Spuren hinterlassen.

Zu Ehren von Heinz Hopf
Die ETH Zürich verleiht den Preis zu Ehren des 1971 verstorbenen Mathematikprofessors Heinz Hopf, der im Alter von 37 Jahren die Professur von Hermann Weyl an der ETH Zürich übernommen hatte. Hopf definierte die nach ihm benannte Hopf-Zahl als topologische Invariante der Abbildung von Sphären verschiedener Dimension. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, nahm Hopf die Schweizerische Staatsbürgerschaft an und verhalf zahlreichen deutschen Freunden zur Flucht vor den Nazis. Er führte ausserdem die Hopf-Algebra ein, die später unter anderem in der Theorie der Quantengruppen von fundamentaler Bedeutung war.
Brillante Mathematiker zu Besuch
Den Preis ins Leben gerufen hat ein ehemaliger Student von Heinz Hopf. Er spendet die Preissumme auch für die kommenden Jahre. «Diese grosszügige Spende ermöglicht es uns, aussergewöhnliche Mathematiker auszuzeichnen und für Vorlesungen an die ETH Zürich einzuladen», sagt Gisbert Wüstholz, Professor für Mathematik an der ETH Zürich. Mit 30'000 Schweizer Franken ist der Preis vergleichsweise hoch dotiert.

Zuständig für die Vergabe des Hopf-Preises ist ein Wahlkomitee, das jeweils von der Professorenkonferenz des Departments Mathematik der ETH Zürich vorgeschlagen und vom ETH-Präsidenten ernannt wird. Der Heinz-Hopf-Preis wird seit 2009 alle zwei Jahre verliehen und ging damals an Prof. Robert Mac-Pherson vom Institute for Advanced Study Princeton.

Weitere Informationen

ETH Zürich
Prof. Gisbert Wüstholz
Professur für Mathematik
Telefon:+41 44 362 34 50
gisbert.wuestholz@math.ethz.ch

Franziska Schmid | idw
Weitere Informationen:
http://www.math.ethz.ch/hopf

Weitere Berichte zu: ETH Heinz-Hopf-Preis Mathematik Princeton Wissenschaftskarriere

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften