Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hans Wolfgang Spiess erhält Zavoisky-Preis

05.10.2010
Professor Hans Wolfgang Spiess, Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, wurde für seine Forschungen der magnetischen Resonanz mit dem internationalen Zavoisky-Preis ausgezeichnet.

Spiess ist am 1. Oktober 2010 in Kazan, Hauptstadt der Republik Tatarstan, Russische Föderation, mit dem internationalen Zavoisky-Preis der Russischen Akademien der Wissenschaften ausgezeichnet worden.

Er erhielt den Preis in Form einer Medaille und eines Diploms aus den Händen des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Republik Tatarstan, R. F. Muratov in Gegenwart der Vizepräsidentin des Parlaments der Republik Tatarstan und dem Vizepräsidenten der dortigen Akademie der Wissenschaften.

Vertreter verschiedener internationaler Wissenschaftsorganisationen überbrachten Grussadressen. Dies unterstreicht den besonderen Stellenwert der Auszeichnung. Spiess erhielt den Preis für seine Pionierarbeiten auf dem Gebiet der gepulsten magnetischen Resonanz zur Erforschung von Struktur und Dynamik von supramolekularen Systemen.

Das mit Experten aus aller Welt unter Vorsitz von Kev Salikhov besetzte Preis-Komitee würdigte besonders jüngere Forschungen des Mainzer Wissenschaftlers zur Entwicklung von Methoden, die erstmals Abstandsmessungen zwischen definierten Molekülsegmenten im weiten Bereich von 0,1 bis 10 Nanometer ermöglichten. Diese werden heute von vielen Arbeitsgruppen in aller Welt u.a. erfolgreich zur Untersuchung von Biopolymeren eingesetzt.

Entscheidende Entwicklungen angestoßen

Supramolekulare Systeme umfassen organische Materialien, die heute als Hochleistungskunststoffe in Medizin und Technik, Informationstechnologie oder in Leuchtdioden (LEDs) vielfache Anwendung finden. Grundlegende Bedeutung besitzen sie vor allem aber für Biopolymere wie Proteine und Nukleinsäuren in Biologie und Medizin. Um solche Systeme entwickeln bzw. verstehen zu können, bedarf es einer genauen Kenntnis ihres Aufbaus. Hier spielen die von Spiess entwickelten Verfahren der magnetischen Resonanz-Spektroskopie, die Elektronmagnetische Resonanz (EPR) und Kernmagnetische Resonanz (NMR) umfasst, heute eine herausragende Rolle. Die Methode ist der Öffentlichkeit durch ihre Anwendung in der Magnetischen Resonanz-Tomographie (MRT) bekannt. Sie ermöglicht aber nicht nur einzigartige Einblicke in den menschlichen Körper, sondern auch in die Zusammenhänge zwischen molekularem Aufbau und Funktion von Materialien oder Enzymen.

Zavoiskys Entdeckung hat fächerübergreifende Bedeutung

Die Verleihung des Zavoisky-Preises an herausragende Wissenschaftler der EPR ist der Höhepunkt der jährlichen ‚Zavoisky-Woche’ und wird vom gleichnamigen Institut der Akademie der Wissenschaften, der Universität Kazan, der Akademie der Wissenschaften Tatarstan, sowie dem Springer-Verlag, Wien getragen. Sie erinnert an Evgeny Konstantinowich Zavoisky, der 1944 an der Universität Kazan die EPR entdeckte. Zavoisky erschloss damit ein Gebiet, ohne das viele der seitdem erzielten Erkenntnisse in Physik, Chemie, Biologie und Medizin nicht denkbar wären. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in zahlreichen Nobelpreisen für Pioniere der Magnetischen Resonanz in diesen Fächern wider.

Preisgekrönte Spitzenforschung

Die von Spiess geführte Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut in Mainz ist auf dem Gebiet der magnetischen Resonanz weltweit führend und begehrter Kooperationspartner für Kollegen aus dem In- und Ausland. Spiess’ Arbeiten gelten als anwendungsnah, interdisziplinär und fachübergreifend. Die besondere Beachtung seiner Forschung wird durch zahlreiche nationale und internationale Ehrungen und Preise belegt, u.a. Leibniz-Preis, Ampere-Preis, Liebig- und Walther Nernst Denkmünze, sowie verschiedene Ehrendoktorwürden ausländischer Universitäten. Im April dieses Jahres wurde Spiess bereits durch den internationalen Paul J. Flory-Forschungspreis geehrt. Die Verleihung des Zavoisky-Preises an ihn unterstreicht einmal mehr die besondere Bedeutung der Magnetischen Resonanz-Spektroskopie für den Wissenschaftsstandort Mainz.

Stephan Imhof | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpip-mainz.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie