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Hannelore Kohl Förderpreise an drei hervorragende Nachwuchswissenschaftler verliehen

04.03.2015

Drei exzellente Nachwuchswissenschaftler wurden am 26. Februar mit dem Hannelore Kohl Förderpreis ausgezeichnet. Den ersten Platz teilen sich Dr. med. Tareq A Juratli und Dr. med. Nicole Terpolilli, der zweite Platz ging an Dr. rer. nat. Christiane Albert-Weißenberger.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ist Auszeichnung für hervorragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Erforschung, Entwicklung und Erprobung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren in der Neurorehabilitation Schädelhirnverletzter sowie der Prävention von Schädelhirnverletzungen.


Die Preisträger mit Dr. Kristina Schröder (Präsidentin ZNS), Verena Bentele (Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und Prof. Dr. Jan Schwab (Vorstand ZNS)

ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Zugleich ist der Hannelore Kohl Förderpreis Anreiz für junge Forscher, die Heilungschancen für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen zu verbessern. Den Preisträgern eröffnet er die Chance, neue Kontakte zu knüpfen und potenzielle Geldgeber für ihre Forschungsprojekte zu finden. „Wenn das Experten-Gremium der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung eine Arbeit würdigt, wird man beim nächsten Projektantrag gleich ernster genommen“, sagt zum Beispiel Peter Riess, ZNS-Förderpreisträger 2008.

Der von Frau Dr. h.c. Hannelore Kohl initiierte Förderpreis wurde in diesem Jahr zum elften Mal vergeben. Eingereicht wurden zehn hervorragende Arbeiten junger Wissenschaftler, die von einem hochrangig besetzten Preisrichterkollegium bewertet wurden.

Die Preisträger und ausgezeichneten Arbeiten sind:

Platz 1 (geteilt)
Dr. med. Tareq A Juratli, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Carl-Gustav-Carus Universität, Technische Universität Dresden:
Prospektive Studie zur Progression von Hirnblutungen nach isoliertem Schädel-Hirn-Trauma: Gerinnungsstörungen bestimmen das Patienten-Outcome
Die Studie gibt Hoffnung, dass in Zukunft durch eine frühzeitige erweiterte Gerinnungsdiagnostik gefährdete Patienten rechtzeitig entdeckt und durch eine umgehende Verabreichung geeigneter Gerinnungsfaktoren die negativen Auswirkungen der Hirnblutungen begrenzt werden können.

Platz 1 (geteilt)
Dr. med. Nicole Terpolilli, Abteilung für Neurochirurgie LMU, München:
Inhaled nitric oxide reduces secondary brain damage after traumatic brain injury in mice“ (Circulation Research, J Cereb Blood Flow Metabolism)
Die Studie untersucht eine neue Therapie zur Verringerung des Absterbens von Hirngewebe nach einem Schädelhirntrauma.

Platz 2
Dr. rer. nat. Christiane Albert-Weißenberger, Abteilung für Neurologie, Universitätsklinik Würzburg:
Blocking of bradykinin receptor B1 protects from focal closed head injury in mice by reducing axonal damage and astroglia activation“ (J Cereb Blood Flow Metabolism)
Die Studie untersucht den Einfluss eines Rezeptors auf den Schaden nach einem Schädelhirntrauma.

Hirnverletzungen verändern das Leben der Betroffenen und ihrer Familien dramatisch. Ihre Erforschung und Behandlung ist auch für Wissenschaftler und Ärzte eine große Herausforderung, da mit dem Gehirn das komplexeste menschliche Organ im Mittelpunkt steht. „Die Ergebnisse der Studien unserer Preisträger haben eine unmittelbare Auswirkung auf die Verbesserung der zukünftigen Versorgung und Diagnostik von Patientinnen und Patienten mit Schädelhirntrauma,“ erläuterte Dr. Kristina Schröder, Präsidentin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, den Hintergrund zur Entscheidung des Preisrichterkollegiums.

Die feierliche Verleihung des Hannelore Kohl Förderpreises fand am vergangenen Donnerstag zum Auftakt des 9. Nachsorgekongresses der „Arbeitsgemeinschaft Teilhabe, Rehabilitation, Nachsorge und Integration nach Schädelhirnverletzung“ statt. An dem zweitägigen, interdisziplinären Kongress nahmen nicht nur Experten aus den Bereichen Medizin und Rehabilitation teil, er war zugleich Anlaufpunkt für schädelhirnverletzte Menschen und Vertreter von Selbsthilfeorganisationen.

Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung vergibt den nächsten Förderpreis im Jahr 2016. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Dezember 2015.

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für schädelhirnverletzte Menschen und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bisher konnten rund 30 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 670 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.

Spendenkonto 3000 3800
Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98
IBAN: DE31 3705 0198 0030 0038 00
SWIFT-BIC: COLSDE33
www.hannelore-kohl-stiftung.de

Kontakt für Rückfragen:
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Nicola Jung
Rochusstraße 24, 53123 Bonn
Tel.: 0228 97845-40
Fax: 0228 97845-55
E-Mail: n.jung@hannelore-kohl-stiftung.de

Nicola Jung | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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