Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy-Ticket Touch&Travel erhält ÖPNV-Innovationspreis

18.11.2008
Preisvergabe im Rahmen der 13. IIR-ÖPNV-Kongresses CiTOP
(11./12.November 2008, Berlin)
Mobile Ticket- und Fahrplanauskunftssysteme überzeugten die Jury des diesjährigen ÖPNV-Innovationspreises, der zum dreizehnten Mal im Rahmen des IIR-Kongress CiTOP am 11. November 2008 vergeben wurde.

Mit dem ersten Platz wurde das Pilotprojekt Touch&Travel der DB Mobility Logistics AG ausgezeichnet, den zweiten Platz gewann das „Mobile Tagging“ der PostAuto Schweiz AG. Die Essener Verkehrs-AG (EVAG) konnte sich auf dem dritten Platz mit ihrem Fahrgastkommunikations-System durchsetzen. Mit dem ÖPNV-Innovationspreis, der von der IIR Deutschland in Kooperation mit der Fachzeitschrift Nahverkehrs-praxis vergeben wird, werden innovative und Erfolg versprechende Produkte beziehungsweise Konzepte für Verkehrsunternehmen ausgezeichnet.

Touch&Travel zeichnet sich durch Übertragbarkeit aus

Grundlegend für die Entscheidung der Jury für Touch&Travel waren zum einen das Konzept und zum anderen die praktische Übertragbarkeit auf andere Verkehrsunternehmen. Vor Fahrtantritt meldet sich der Kunde mit seinem NFC-fähigen Mobiltelefon an Kontaktpunkten, den sogenannten Touchpoints, an und am Ende der Fahrt wieder ab. Mit den An- und Abmeldedaten wird im Hintergrund der Fahrpreis berechnet und auf dem Handydisplay angezeigt. Ziel des Projektes ist es, durch die Einführung eines neuartigen, einfach nutzbaren und kundenfreundlichen eTicketing-Systems Zugangsbarrieren zu reduzieren und die Attraktivität des öffentlichen Personenverkehrs zu steigern.

Touch&Travel läuft bereits erfolgreich seit Februar 2008 als Pilotprojekt und wird in der Pilotstufe 2 mit insgesamt bis zu 2.500 Testkunden weitergeführt werden. Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn: „Diese Auszeichnung bestätigt uns darin, mit Touch&Travel an der Spitze der innovativen eTicketing-Verfahren zu stehen. Unser Verfahren ist bequem und praktisch für den Kunden und zugleich wirtschaftlich interessant für die Verkehrspartner.“ Touch&Travel ist ein Gemeinschaftsprojekt der DB Mobility Logistics AG, Vodafone D2 GmbH und T-Mobile Deutschland GmbH, zusammen mit den Berliner Verkehrsbetrieben AöR (BVG), der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH und weiteren Technologie-Partnern.

Mobile Fahrplanabfrage in der Schweiz

Die PostAuto Schweiz AG ist in diesem Jahr der Gewinner des zweiten Platzes des ÖPNV-Innovationspreises. 2007 testete die PostAuto Schweiz AG im Appenzell erfolgreich die Fahrplanabfrage mit dem Handy. Für das Mobile Tagging benötigt man ein internetfähiges Mobiltelefon mit Kamera und Gratissoftware. Damit kann ein so genannter „Tag“ fotografiert und anschließend mit einer automatischen Internetverbindung der Fahrplan der nächstgelegenen Haltestelle abgefragt werden. Bestimmte Strecken und die Linien rund um Bern rüstet die PostAuto Schweiz AG ab Dezember 2008 mit dieser fortschrittlichen und einfachen Technik aus, mit der Echtzeitdaten mit Verspätungen oder Zusatzkursen abgefragt werden können.

Echtzeit-Fahrplanauskunft im Ruhrgebiet

Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Linkbox GmbH hat die Essener Verkehrs-AG (EVAG) für ein weiteres modernes Fahrgastkommunikationssystem den dritten Platz beim „ÖPNV Innovationspreis 2008“ belegt. Die Jury des Wettbewerbs zeichnete das Essener Pilotprojekt aus, mit dem Fahrgäste per Handy aktuelle ÖPNV-Verbindungen in Echtzeit auf ihr Mobiltelefon übertragen können. An einem Point of Interest (POI) befindet sich ein kleiner viereckiger Barcode, die so genannte Linkbox. Fokussiert ein Fahrgast mit seiner Handykamera nun diesen Barcode, erscheinen auf dem Handy-Display die nächstmöglichen Verbindungen von umliegenden Haltestellen zu verschiedenen Zielen in Essen. Während der Pilotphase diente eine Infosäule in der Philharmonie als Testobjekt. „Die Jury hat anerkannt, dass dieses System nicht nur die Komplexität des Nahverkehrs entzerrt, sondern darüber hinaus auch noch erweiterbar und somit zukunftsorientiert ist“, erklärt EVAG-Projektleiter Till N. Ponath. Dr. Rainer Babiel, Geschäftsführer des EVAG-Partners Linkbox GmbH ergänzt: „Die Linkbox vereinfacht nicht nur die Fahrgastkommunikation in Essen, sondern kann auch richtungsweisend und nachhaltig für den gesamten deutschen ÖPNV sein“.

„CiTOP“ - Attraktives Forum für die Branche“

Mit dem ÖPNV-Innovationspreis würdigen IIR Deutschland und die Zeitschrift Nahverkehrs-praxis seit dreizehn Jahren innovative Ideen im Bereich des Öffentlichen Verkehrs. Die Verleihung findet traditionell auf dem jährlichen IIR-ÖPNV-Kongress CiTOP statt. Eine Fachjury bewertet die eingesandten Projekte nach Kriterien wie Ausgangssituation, Entwicklung und Umsetzung, Beiträge der einzelnen Beteiligten, Ergebnisse unter Kosten-Nutzen-Relationen und zukünftige Erfolgsaussichten. Zur Jury gehörten in diesem Jahr neben Gudrun Arnold-Schoenen (Herausgeberin der Nahverkehrspraxis), Martin Baltes (IVB Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn), Martin Husmann (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr), Prof. Dr. Rudolf Juchelka (Universität Duisburg-Essen), Thomas Mager (tjm-consulting mobilitätsmanagement) und Ulrich Sieg (Hamburger Hochbahn AG).

Auf dem ÖPNV-Kongress CiTOP diskutierten in diesem Jahr eine Vielzahl von führenden Branchen-Vertretern über die Auswirkungen der Ende 2009 in Kraft tretenden EU-Verordnung 1370/2007 und die Novellierung des Personenbeförderungsgesetz (PBefG). Als Vertreter der Europäischen Kommission stellte Michaela Strohschneider die Inhalte, Hintergründe und Erwartungen der neuen EU-Verordnung vor. Über die geplante Bahnprivatisierung und deren Folgen für den öffentlichen Nahverkehr sprach Christian Schreyer von der Deutschen Bahn AG. Gemeinsam mit den zuständigen Bundestagsabgeordneten von SPD, CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen und Martin Weis (ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH) diskutierte er unter anderen über die Zukunft der Finanzierung des ÖPNV. Weitere Themen des Kongresses waren Eticketing, die Bedeutung von Bus und Bahn für den Klimaschutz sowie Mobilitätspläne im Rahmen moderner Stadtentwicklung.

Die Teilnehmer schätzen den CiTOP wegen der „guten und offenen Statements der Referenten gerade bei kritischen Themen und echten Wettbewerbssituationen“. Gelobt wird auch der „Austausch wichtiger Informationen und die Gelegenheit bilaterale Gesprächen zu führen“. Im nächsten Jahr bietet der 14. IIR-ÖPNV-Kongress CiTOP vom 27. bis 29. Oktober 2009 erneut „ein attraktives Forum für die Branche“.

Weitere Informationen:
www.citop-online.de


Pressekontakt

Dr. phil. Nadja Thomas
Senior-Pressereferentin
IIR Deutschland – ein Geschäftsbereich der INFORMA Deutschland SE
E-Mail: nadja.thomas@informa.com
Tel: +49 211 9686 3387

Dr. phil. Nadja Thomas | IIR Deutschland
Weitere Informationen:
http://www.iir.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie