Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gutenberg Lecture Award 2008 an international renommierten Materialforscher vergeben

23.10.2008
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht an Prof. Dr. Michele Parrinello von der ETH Zürich / Lugano

Die Graduiertenschule MAINZ der Johannes Gutenberg-Universität zeichnet einen international herausragenden Materialforscher mit dem Gutenberg Lecture Award aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht an Professor Dr. Michele Parrinello von der ETH Zürich / Lugano.

Michele Parrinello ist seit dem 1. Juli 2001 Professor für Computational Science an der ETH Zürich, bis März 2003 war er außerdem Direktor des Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) in Manno, Tessin. Er wurde 1945 in Messina, Italien, geboren und hat sein Physikstudium 1968 mit der Laurea an der Universität Bologna, Italien, abgeschlossen. Bevor er an die ETH berufen wurde, war er Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. Zuvor war er am IBM Forschungslabor Zürich tätig und lehrte als ordentlicher Professor an der SISSA in Trieste, Italien. Die wissenschaftlichen Interessen von Prof. Parrinello übergreifen die Fächer Physik, Chemie und Biologie und schließen die Untersuchung von komplexen chemischen Reaktionen, Wasserstoffbindungen in verschiedenen Systemen, katalytischen Prozessen und viele andere Probleme der Materialforschung ein.

Zusammen mit Roberto Car entwickelte er die Ab-initio-Molekulardynamik. Dieses Verfahren, das als Car-Parrinello Methode bekannt wurde, eröffnet ein neues Forschungsgebiet und hat im Bereich der Berechnung von elektronischen, strukturellen und dynamischen Eigenschaften von Festkörpern, Flüssigkeiten und Molekülen einen Durchbruch ermöglicht. Prof. Parrinello hat sich auch einen Namen mit der Parrinello-Rahman Methode in der Molekulardynamik gemacht, die es ermöglicht, Phasenübergänge im Festkörper unter Druck zu untersuchen. Für seine Arbeiten wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Preis für theoretische Chemie 2001 der American Chemical Society, der Rahman-Preis 1995 der American Physical Society und der Hewlett-Packard-Preis 1990 der European Physical Society. Er ist Auswärtiges Mitglied des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung sowie Fellow der American Physical Society und Mitglied der International Academy of Quantum Molecular Science und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Graduiertenschule MAINZ ist eine im Rahmen des Bundesexzellenzwettbewerbs ausgewählte Initiative von Arbeitsgruppen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Technischen Universität Kaiserslautern und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz, die exzellenten Studierenden aus dem In- und Ausland eine herausragende Ausbildung auf dem Gebiet der Materialwissenschaft bieten möchte. MAINZ bietet ca. 70 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit zur Promotion. Ziel der wissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden und ihrer Professoren ist es, neue Materialien mit neuen Eigenschaften als Grundlage für den Fortschritt der Technologien zu entwickeln. Dazu gehören neuartige Supraleiter ebenso wie Materialien für die Biomedizin, die Informations- oder Energietechnik.

Zur Graduiertenschule MAINZ gehören die beiden Graduiertenprogramme der Exzellenz: "Polymers in advanced materials" (POLYMAT) und "Strongly correlated quantum systems" (MATCOR) - ein Gemeinschaftsprojekt mit der TU Kaiserslautern -, die von der Landesregierung im Rahmen des Hochschulprogramms "Wissen schafft Zukunft" bewilligt wurden. In den Exzellenzprogrammen MATCOR und POLYMAT sind derzeit 70 Promotionsstellen besetzt, weitere 20 Bewerbungen liegen vor. Dritte Säule der Exzellenzschule ist die International Max Planck Research School for Polymer Materials Science (IMPRS), die jährlich ca. 15 junge Forscher betreut.

Im Rahmen ihrer Exzellenzförderung vergibt MAINZ verschiedene Preise, sowohl an Promovenden und Doktoranden als auch an führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Entwicklung funktionaler Materialien. Bei der erstmaligen Verleihung des Gutenberg Lecture Award im Mai 2006 wurde der Chemie-Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn aus Straßburg ausgezeichnet. Es folgten der Magnetismus-Experte Prof. Dr. Albert Fert von der Université Paris Sud und Prof. Dr. Eugene A. Demler von der Harvard University, der auf dem Gebiet stark korrelierter Quantensysteme forscht. Im vergangenen Jahr wurden Prof. Benjamin Chu, Department of Chemistry der State University of New York in Stony Brook, und Prof. Murugappan Muthukumar von Universität von Massachusetts in Amherst, einer der bedeutendsten Polymertheoretikern der Gegenwart, ausgezeichnet.

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.mainz.uni-mainz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie