Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gründerpreis für Mannheimer Wirtschaftsinformatiker

06.09.2011
Neue Technologie für Online-Kommunikation mit Innovationspreis des Bundeswirtschaftsministerium auf der IFA ausgezeichnet

Im Rahmen des „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ haben die Mannheimer Wirtschaftsinformatiker Dr. Stefan Seedorf und Christian Thum den Innovationspreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gewonnen. Damit wurden sie für die Entwicklung einer Anwendung ausgezeichnet, die die Zusammenarbeit von Internetnutzern erleichtert. Der Preis in Höhe von 6.000 Euro wurde am Freitag im Rahmen der Internationalen Funkaustellung (IFA) von Staatssekretär Stefan Kapferer verliehen.

Das Internet wird von immer mehr Menschen genutzt, um über große Entfernungen zusammenzuarbeiten und beratungsintensive Dienstleistungen auszutauschen. Für das Verständnis von komplexen Webseiten und Formularen ist oftmals eine direkte Interaktion zwischen mehreren Internetnutzern erforderlich, die sich per Chat oder Telefon, aber nicht visuell verständigen können. So genannte Screensharing-Tools sollen hier Abhilfe schaffen; sie müssen jedoch meistens erst auf den Rechnern der Internetnutzer installiert werden. Das Startup-Unternehmen der Mannheimer Wirtschaftsinformatiker Dr. Stefan Seedorf und Christian Thum hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zwischen mehreren Nutzern im Internet sofort und ohne Installation von Zusatzsoftware zu ermöglichen.

Christian Thum hatte die Vision zu einer neuartigen Lösung für die Online-Zusammenarbeit vor drei Jahren, als er neben seinem Studium an der Universität Mannheim bei der Unternehmensberatung Homburg & Partner arbeitete: „Bei komplexen Umfragen müssen die Berater und Interviewten den Fragebogen häufig gemeinsam ausfüllen, was früher die Anwesenheit des Beraters vor Ort erforderte. Wenn die Nutzer jedoch gleichzeitig im Internet sehen, worüber sie per Telefon oder Live-Chat sprechen, können sie nahtlos über große Entfernungen zusammenarbeiten.“ Ausgehend von dieser Idee entwickelte er die Lösung „synchronite“, bei der mehrere Nutzer auf einer Webseite, wie etwa einem Online-Shop, gemeinsam den Inhalt des Webbrowsers sehen und steuern können. „Da „synchronite“ ausschließlich auf verbreiteten Webtechnologien wie JavaScript basiert, läuft unsere Co-Browsing Lösung mit jedem modernen Webbrowser und auch auf mobilen Endgeräten wie Smart Phones oder Tablet PCs“.

Mit „synchronite“ wollen die beiden Gründer den Service im Pre- und Aftersales in Online-Shops verbessern. Dr. Stefan Seedorf erläutert: „Kunden, die eine Frage zu einem Produkt oder dem Bestellprozess haben, können von den Supportmitarbeitern viel schneller zum Ziel geführt werden. Das bringt nicht nur eine Zeitersparnis sondern verbessert die Servicezufriedenheit der Kunden nachhaltig.“ Im nächsten Schritt werden die Gründer die „synchronite“-Technologie so weiterentwickeln, dass sie als Zusatzmodul auf beliebigen Web-Portalen integriert werden kann.

Prof. Dr. Martin Schader vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik III, der das Gründungsvorhaben als Mentor begleitet, freut sich über den gelungenen Transfer der Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen und sieht ein hohes wirtschaftliches Potenzial: „Ein großer Nachteil des E-Commerce ist die bisher mangelnde persönliche Beratung. Fehlende Erläuterungen schlagen sich in den Umsätzen nieder. Über ein Drittel aller Kaufvorgänge im Web werden abgebrochen. Das bedeutet, allein dem deutschen Onlinehandel entgeht Jahr für Jahr ein Umsatzpotenzial von mehreren Milliarden Euro, weil zum wichtigen Zeitpunkt der Kaufentscheidung ein Ansprechpartner fehlt. Bei Versicherungen, Banken oder im Tourismusbereich kann die neue Technologie helfen, Produkte und Dienstleistungen zu erläutern, die nicht auf Anhieb verständlich sind.“

Der Wettbewerb „IKT innovativ“, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschrieben worden war, ist ein Bestandteil der Initiative Gründerland Deutschland, die das Bundeswirtschaftsministerium zur Belebung des Gründergeistes in Deutschland gestartet hatte. Vergeben wurden fünf mit jeweils 30.000 Euro dotierte Hauptpreise, die als Startkapital für die eigene Unternehmensgründung dienen sollen, sowie acht jeweils mit 6.000 Euro dotierte Preise. Zusätzlich haben die Unternehmen Attensity Europe, SAP und Siemens vier Sonderpreise in Höhe von insgesamt 10.000 Euro für Gründungsideen zum Thema „Internet der Dienste“ vergeben. Insgesamt waren 265 Ideen für den Wettbewerb eingereicht worden.

Kontakt:
Dr. Stefan Seedorf
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik III
Tel.: +49 (0)621 181 1644
E-Mail: seedorf@uni-mannheim.de
Katja Bär
Pressesprecherin
Universität Mannheim
Tel. 0621 / 181 - 1013
E-Mail: baer@uni-mannheim.de

Katja Bär | idw
Weitere Informationen:
http://www.synchronite.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise