Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größere Barrierefreiheit in Gebäuden und im Internet

25.11.2009
Innovationspreis 2009 im Audimax verliehen

Eine neuartige Hubtreppe für Rollstuhlfahrer, ein weltweit einsetzbares Identifikationsmanagement-Systems für Internetnutzer und eine Software, die den Support (Kundendienst) von Softwareherstellern automatisiert und effizienter gestaltet - das sind die Siegerprojekte des 8. Innovationspreis-Wettbewerbs "Innovative Lösung praxisnaher Probleme in Brandenburg".

Im Rahmen einer Preisverleihungsfeier am 24. November 2009 im Audimax der FH Brandenburg erhielten die Gewinner ihre Urkunden und ihre Geldpreise in Höhe von 3.000 Euro (Platz 1), 2.000 Euro (Platz 2), 1.000 Euro (Platz 3) sowie 500 Euro (Sonderpreis für Existenzgründer). Zugleich wurden ihre Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gesamtsieger des Innovationspreises 2009 ist ein Team von Studierenden der FH Brandenburg und eines Projektentwicklers der carestairs Hubtreppen GmbH, das eine neuartige Hubtreppe für mobilitätseingeschränkte Personen entwickelt. Die Studierenden Maria Rozinat, Toni Pieper, Tobias Gennat und Jahn Raether haben in der Betreuung von Dr. Karin Heinrich und in Zusammenarbeit mit Gunter Reinhold von carestairs die normgerechte Konstruktion und die Dimensionierung eines Prototypen erarbeitet. Dabei wurden die Konstruktionselemente modular nach Baukastenprinzip aufgebaut.

Die entscheidenden Vorteile der neuen Hubtreppe sind, dass sie sich zum einen in vorhandene Treppenanlagen einfügt und damit vor allem bei denkmalgeschützten Gebäuden eine optimale Lösung darstellt. Zum anderen ist sie fluchtwegtauglich, weil sie in jeder Betriebsstellung begehbar ist. Die neue Hubtreppe arbeitet mit einem Scherenlift und fährt über eine Mechanik die vorhandenen Stufen zu einer befahrbaren Ebene zusammen. Parallel dazu faltet sich eine neue Treppe auf, so dass zu jedem Zeitpunkt eine bzw. zwei Treppen mit jeweils durchgängigem Steigmaß vorhanden sind (siehe Grafik). Darüber hinaus bleibt das ursprüngliche Baubild erhalten und wird nicht durch Rampen oder Differenziallifte gestört.

Derzeit baut die carestairs Hubtreppen GmbH eine Produktionsschiene in Brandenburg auf und bereitet die TÜV-Zertifizierung vor. Auch finden Verhandlungen über ein Pilotprojekt mit der Stadt Regensburg zur Schaffung eines barrierefreien Zugangs zur Touristen-Information statt, die sich in einem denkmalgeschützten Altbau befindet.

Der 2. Preis wurde an das Projektteam IDEMA mit Nico Hecklau, Oliver Kuhlmey, Jens Adelmeier und Ingo Schäfer vergeben. Das Akronym IDEMA steht für ein weltweit einsetzbares Identitätsmanagement-System in Form eines Internetportals, dass für eine Vielzahl von Internetanwendungen eingesetzt werden kann. IDEMA steht dabei für einfache, schnelle, transparente und sichere Kommunikation und Interaktion im World Wide Web. Neben einem hohen Sicherheitsgrad bietet IDEMA dem Internetnutzer ein individuelles SingleSignOn-Verfahren, das heißt, Nutzer müssen sich zukünftig nicht mehr eine Vielzahl von Benutzernamen, Passwörtern und Internetadressen merken und auch eine Änderung personenbezogener Daten nicht jedem Service-Provider einzeln mitteilen. Die persönlichen Datensätze werden durch den Benutzer über einen zentralen Zugriffspunkt kontrolliert, aktualisiert und zur Abwicklung einer Transaktion dem jeweiligen Betreiber zur Verfügung gestellt. Der Nutzer hat jederzeit Einblick in die gespeicherten Daten und kann selbst-ständig entscheiden, welche Informationen dem jeweiligen Anbieter übermittelt werden.

IDEMA ist aus einem Forschungsprojekt der FH Brandenburg hervorgegangen. Seit März 2009 wird das IDEMA-Team durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert. Ziel ist es bis Ende der Förderungsphase (März 2010) einen marktfähigen Prototypen des Systems zu entwickeln. Derzeit befindet es sich in der Entwicklung. Die erste Version konnte bereits im August 2009 fertiggestellt werden. Die Gründung des Unternehmens ist für das erste Quartal 2010 geplant.

Der 3. Preis und zugleich der Sonderpreis für Existenzgründer geht geht an Matthias Meisdrock, Alexander Boers und Sven Engelmann, die Gründer des Start-up-Unternehmens OMQ. Ausgezeichnet werden sie für ihre Software "OMQ Support System", die den Support von Softwareherstellern automatisiert und effizienter gestaltet. Die Idee dabei ist einfach: Softwareprobleme die schon einmal durch einen Support-Mitarbeiter gelöst wurden, werden zentral gespeichert und stehen später anderen Kunden mit den gleichen Problemen zur Verfügung. Basis für die Produkte ist eine intelligente Sensorik, die supportrelevante Daten bewertet und automatisch zuvor gespeicherte Lösungen vorschlägt.

Im 4. Quartal 2009 wird OMQ die erste fertige Version des Produktes "OMQ diagnostic" auf den Markt bringen. Ein halbes Jahr später wird das dazu ergänzende Produkt "OMQ endoscopy" folgen.

Stefan Parsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-brandenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie