Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grippeforscherin mit Jürgen-Wehland-Preis ausgezeichnet

10.09.2012
Stephanie Bertram erhält Nachwuchsforscherpreis des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung
Dr. Stephanie Bertram, Wissenschaftlerin am Deutschen Primatenzentrum wurde am 7. September mit dem Jürgen-Wehland-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ihre herausragende Forschung über Grippeviren und neue Therapiemöglichkeiten. Die Preisverleihung findet im Rahmen des dritten „North-Regio-Day on Infection“, kurz NoRDI III statt.

Influenza-Viren, die Erreger der Grippe, stehen jeden Winter im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wenn die Krankheit vermehrt auftritt. Neben dieser saisonalen Grippe kommt es auch immer wieder zur pandemischen Grippe: Da sich Influenzaviren ständig verändern kann ein Virus entstehen, gegen das nur wenige Menschen immun sind. „Gängige Medikamente richten sich gegen Virusstrukturen, die sich jedoch im Laufe einer Therapie rasch wandeln. Als Folge entstehen resistente Viren“ beschreibt Stephanie Bertram die Nachteile derzeitiger Medikamente. Ihre Forschung könnte nun dazu beitragen, dass zukünftige Grippemedikamente die Resistenzentwicklung umgehen. Sie und andere Forscher haben herausgefunden, dass nicht nur Virus-Moleküle für die Infektion wichtig sind.

Auch körpereigene Moleküle, die sogenannten Typ II Transmembran Serinproteasen, sind für die erfolgreiche Infektion erforderlich. Diese molekularen Maschinen aktivieren ein wichtiges Virusprotein – erst dadurch wird das Virus infektiös. Bertram wies nach, dass sie in Zellen vorhanden sind, die üblicherweise von den Viren befallen werden. Somit hat sie einen Baustein im Infektionsprozess gefunden, der sich nicht so schnell ändert wie die Virusmoleküle.

Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Therapie von Viruserkrankungen: Richten sich Medikamente gegen körpereigene, aber für den Menschen entbehrliche Moleküle, besteht nicht die Gefahr, dass die Viren resistent werden. Die Preisträgerin fühlt sich durch die Anerkennung angespornt: „Die Auszeichnung mit dem Jürgen-Wehland-Preis bedeutet für mich als junge Wissenschaftlerin eine große Ehre. Außerdem ist es eine schöne Bestätigung für meine bisherigen Forschungsergebnisse und motiviert mich, weiter an den Grundlagen der Virus-Wirtszell-Interaktion zu forschen“, so Stephanie Bertram.

Bertram studierte Biologie in Braunschweig und Hamburg. Bereits während ihrer Promotion an der Medizinischen Hochschule Hannover erforschte sie Influenza-Viren. Diese Viren und ihre Aktivierung untersucht sie nun auch als Wissenschaftlerin am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen.

Der Jürgen-Wehland-Preis wird dieses Jahr zum zweiten Mal vom HZI und dem HZI-Förderverein vergeben. Er würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung ist nach Prof. Jürgen Wehland benannt, der wissenschaftlicher Geschäftsführer am HZI war und sich sehr für junge Forscher eingesetzt hat.

Der „North Regio Day on Infection” wurde 2010 ins Leben gerufen, damit sich Infektionsforscher aus dem Raum Norddeutschland über aktuelle Fragen der Infektionsforschung und die neuesten technischen Entwicklungen austauschen können. Das englischsprachige Treffen stößt mittlerweile auch über die Region hinaus auf Interesse. Insbesondere Nachwuchswissenschaftlern bietet es die Möglichkeit, ihre Forschung mit bekannten Infektionsforschern zu diskutieren.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Inhoffenstraße 7
D-38124 Braunschweig
Tel 0531 6181-1401
Fax 0531 6181 1499

| Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics