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Greifswalder Plasmaforscher mit dem Innovation Award ausgezeichnet

05.07.2016

Den Plasma Physics Innovation Award der European Physical Society (EPS) erhalten in diesem Jahr Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann und Prof. Dr. Thomas von Woedtke vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP). Geehrt werden sie für ihre international bedeutsame Pionierarbeit auf dem Gebiet der Plasmamedizin und darüber hinaus für den gelungenen Transfer der Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in die medizinische Anwendung.

Die Auszeichnung mit dem Plasma Physics Innovation Award empfinden die beiden Wissenschaftler des Leibniz-Institutes als große Ehre. Vor allem aber auch als Anerkennung für die erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am INP.


Die beiden Preisträger Prof. Klaus-Dieter Weltmann (li) und Prof. Thomas von Woedtke (re) auf der EPS-Konferenz in Leuven (Belgien)

INP Greifswald

„Vor etwa 10 Jahren fassten wir den Entschluss, die traditionell starken Gebiete Plasmaphysik und Medizin in der Forschung zusammen zu führen. Das neue Gebiet Plasmamedizin stand damals weltweit ganz am Anfang. Diese Ehrung bestätigt, dass unsere Entscheidung richtig war“, erläutert Weltmann, Direktor des Greifswalder INP.

„Heute gilt Greifswald international als das Zentrum für Plasmamedizinforschung“, fügt er hinzu. Dafür steht auch die weltweit erste Professur für Plasmamedizin, welche der Greifswalder Pharmazeut Thomas von Woedtke seit Juli 2011 innehat. Die Berufung an die Universitätsmedizin Greifswald erfolgte in Kooperation mit dem INP Greifswald. Hier ist von Woedtke gleichzeitig als Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsschwerpunktes Plasmamedizin tätig.

Die Grundlagenforschung am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie führte im Mai 2013 in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Greifswald, der Charité Berlin und mehreren Industriepartnern zur erfolgreichen Einführung des Plasmagerätes kINPen MED in der Medizin. Das am INP entwickelte Medizinprodukt war damit weltweit der erste Plasmajet, der zur Anwendung an Patienten zugelassen wurde.

Die Plasmatherapie, mit der Krankheitserreger abgetötet und Zellheilungsprozesse stimuliert werden, hatte ihren Siegeszug in Greifswald begonnen. Der kINPen MED wird inzwischen deutschlandweit sowie in Teilen Europas in Kliniken und Praxen zur Therapie chronischer Wunden und infektiöser Hauterkrankungen angewendet.

Selbst chronisch therapieresistente Wunden, teilweise mit MRSA-Besiedlung, können unter der Behandlung mit Plasma abheilen, MRSA-Erreger werden abgetötet - Ein erfolgreicher Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis mit großem Anwendungspotential.

Durch die stetige Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Greifswald konnte sich das INP international als Themenführer auf dem Gebiet der Plasmamedizin etablieren. Die plasmamedizinische Forschung am Institut widmet sich momentan der Optimierung und Erweiterung der Plasmageräte. Auf der Basis der Forschungsergebnisse werden neben der Plasmaanwendung zur Wundheilung sowie zur Behandlung infektiöser Hauterkrankungen weitere medizinische Anwendungsfelder in der Dermatologie, der Zahnmedizin, der Inneren Medizin und auch der Tumortherapie erschlossen.

Der Plasma Physics Innovation Award:
Verliehen wird der Preis für herausragende Innovationen der Plasmaphysik im Rahmen der 43. EPS Conference on Plasma Physics, die in diesem Jahr vom 4. bis 8. Juli in Leuven (Belgien) stattfindet. Die Veranstaltungsreihe wird von der Plasma Physics Division der EPS organisiert und befasst sich mit dem gesamten Gebiet der Plasmaphysik, von Niedertemperaturplasmen bis hin zur Kernfusionsforschung. Seit 2008 wird der Plasma Physics Innovation Award jährlich im Rahmen dieser Konferenz verliehen, um international überragende Erkenntnisse und außergewöhnliche Innovationen auf dem Gebiet der Plasmaforschung zu würdigen. Die European Physical Society (EPS) ist ein Zusammenschluss von 42 Physikalischen Gesellschaften in Europa mit Sitz in Mülhausen (Frankreich).

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald):
Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp – Mit mehr als 165 Wissenschaftler(inne)n, Ingenieur(inn)en und weiteren Fachkräften ist das Greifswalder INP europaweit eine der führenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu Niedertemperaturplasmen, deren Grundlagen und technischen Anwendungen. Neben der anwendungsorientierten Grundlagenforschung fördert das Leibniz-Institut die Entwicklung plasmagestützter Verfahren und Produkte. Die Themen orientieren sich dabei an den Erfordernissen des Marktes. Damit bietet das INP neben kundenspezifischen Lösungen auf dem Gebiet der Plasmatechnologie auch Serviceleistungen wie Machbarkeitsstudien oder Beratungen an. Derzeit stehen Plasmen für Oberflächen und Materialien, Umwelt und Energietechnik sowie interdisziplinäre Themen in Biologie und Medizin im Mittelpunkt des Interesses. Innovative Produktideen aus der Forschung des INP werden letztendlich direkt mit der Industrie erforscht oder durch die Ausgründungen des Institutes in marktfähige Produkte und Dienstleistungen transferiert.

Ansprechpartner am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann
Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor
Tel.: +49 3834 554-310
weltmann@inp-greifswald.de

Cathleen Möbius
Stabsstelle Kommunikation
Tel.: +49 3834 554-3828
cathleen.moebius@inp-greifswald.de

Weitere Informationen:

http://www.inp-greifswald.de
https://www.youtube.com/user/INPGreifswald
http://www.neoplas-tools.eu
http://plasma.ciemat.es/eps/awards/innovation-award
https://kuleuvencongres.be/eps2016

Cathleen Möbius | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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