Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Graduiertenkolleg „Modellqualitäten“ erhält Förderzuschlag in Höhe von 4,4 Millionen Euro

14.05.2012
Am 11. Mai 2012 entschied die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), den Forschungsverbund an der Fakultät Bauingenieurwesen für weitere 4,5 Jahre zu fördern.
Das Graduiertenkolleg mit dem Titel „Bewertung gekoppelter numerischer Partialmodelle im Konstruktiven Ingenieurbau“ (Kurztitel: Modellqualitäten) geht damit in seine zweite Phase und wird ab dem 1. Dezember 2012 für weitere 4,5 Jahre forschen können. Die Fördersumme beläuft sich über den gesamten Zeitraum auf 4,4 Millionen Euro, inklusive etwa 700.000 Euro Fördermittel als Programmpauschale zur Unterstützung bzw. Verbesserung der Grundausstattung im Umfeld des Kollegs.

Bereits seit Juni 2008 bearbeiten die Mitglieder des Graduiertenkollegs die wichtige Fragestellung nach der qualitativen Bewertung numerischer Simulationsergebnisse im Bereich des Konstruktiven Ingenieurbaus. Solche Simulationen werden genutzt, um das Tragverhalten komplexer Bauwerke wie Brücken, Türme oder Hallen zu prognostizieren, den Bauprozess zu begleiten und im Anschluss das wichtige Bauwerkmonitoring zu unterstützen. Das grundsätzliche Ziel des Graduiertenkollegs sind bessere, zuverlässigere und umfassendere Prognosen über Chancen und Risiken für Bauwerke unter extremen Belastungen, wie z.B. Erdbeben, Sturm oder Schneelasten.

War die erste Phase der Förderung nur den theoretisch/numerischen Simulationsmodellen gewidmet, sollen nun in der zweiten Phase experimentelle Modelle näher betrachtet werden. Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, um die Robustheit, die Sensitivität, und die Unsicherheit von experimentellen Modellen und deren Verknüpfungen mit den numerischen Simulationsmodellen bewerten zu können.

Im Mittelpunkt steht zusammengefasst die Frage, wie realitätsnah die Aussagen von Simulationsmodellen über Bauwerke, die außergewöhnlichen dynamischen Bedingungen standhalten müssen, sind. Die Besonderheit der Herangehensweise in Weimar liegt in der ganzheitlichen Betrachtung der Thematik. Bisher wurden vor allem Einzelaspekte, wie beispielsweise der Baugrund oder die Tragstruktur eines Bauwerks, von verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hinsichtlich dieser Fragestellung untersucht. Die Einzelergebnisse wurden dann im Nachhinein mit oftmals unbekanntem Fehlerpotenzial zusammengeführt. Im Graduiertenkolleg sind diese Untersuchungen nun von Anfang an ganzheitlich und interdisziplinär angelegt.

Durch die Fokussierung des Forschungsprogramms und eines strukturierten Qualifizierungskonzepts konnten die bislang geförderten Kollegiatinnen und Kollegiaten in der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit (Förderung jeweils drei Jahre) exzellente Ergebnisse vorweisen, die international veröffentlicht und in den einzelnen Promotionsarbeiten zusammengefasst werden. Speziell im Hinblick auf die Aus- und Weiterbildung der Kollegiatinnen und Kollegiaten wird eine Mischung aus theoretisch hoch anspruchsvollen, zeitlich konzentrierten Veranstaltungen, die Teilnahme an spezialisierten Vorlesungen der Bauhaus-Universität Weimar und jährlichen Sommerkursen realisiert. Exkursionen und Diskussionen mit Praktikern bieten Grundlagen für Realitätsnähe und Selbstreflektion in der Arbeit.

Das Graduiertenkolleg ist ausgesprochen international aufgestellt. So hat jede Doktorandin und jeder Doktorand neben seinen Betreuern von der Bauhaus-Universität Weimar einen ausländischen Betreuer zur Seite, verbringt bis zu sechs Monate im Ausland und verfasst alle Ergebnisse in englischer Sprache. Sieben der derzeit zwölf Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher kommen aus dem Ausland.

Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Promotionsstudierende erhalten in Graduiertenkollegs die Möglichkeit, ihre Promotion im Rahmen eines koordinierten Forschungsprogramms durchzuführen. Sie werden dadurch in die Forschungsarbeit der beteiligten Einrichtungen einbezogen. Das Forschungsprogramm eines Graduiertenkollegs zeichnet sich durch hohe wissenschaftliche Qualität und Originalität auf internationalem Niveau aus.

Kontakt:
Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Bauingenieurwesen
Prof. Frank Werner, Sprecher des Graduiertenkollegs
Professur Stahlbau
Tel.: +49 (0) 36 43/58 44 44
E-Mail: frank.werner@uni-weimar.de

Bei Rückfragen können Sie sich auch gern an Claudia Goldammer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät Bauingenieurwesen, Telefon +49 (0) 36 43/58 11 93 oder per E-Mail unter claudia.goldammer@uni-weimar.de wenden.

Claudia Weinreich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-weimar.de/grk1462

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten
24.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht „Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern
24.01.2017 | Bundesamt für Naturschutz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie