Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Google Humanities Award für die Humboldt-Universität

06.01.2011
Der Internetkonzern Google hat seine „Google European Digital Humanities Awards“ verliehen und auch die Humboldt-Universität zu Berlin ausgezeichnet.

50.000 amerikanische Dollar gingen an das exzellente Digitalisierungsprojekt “Annotated Corpora in Studying and Teaching Variation and Change in Academic German” unter Leitung von Prof. Dr. Anke Lüdeling des Instituts für deutsche Sprache und Linguistik. Die Google European Digital Humanities Awards zeichnen geisteswissenschaftliche Fächer und Projekte aus, die in besonderer Weise moderne Informationstechnik nutzen. Innerhalb von Europa wurde der Preis zwölfmal verliehen.

Für viele linguistische Forschungsfragen braucht man Textdaten. Die Korpuslinguistik beschäftigt sich mit dem Aufbau, der Aufbereitung und der Auswertung von (elektronischen) Korpora. Korpora sind Textsammlungen, die gemäß linguistischen Fragestellungen zusammengestellt werden – heute meistens digital aufbereitet. Die Texte in einem Korpus sind oft mit Informationen wie Wortart, Satzstruktur, Bedeutung etc. angereichert. Mit der geeigneten Software ist es möglich, sowohl auf den Texten als auch auf den hinzugefügten Informationen beliebige Einheiten zu zählen und statistisch auszuwerten. So erhält man zuverlässige Informationen über den Sprachgebrauch in einer bestimmten Textsorte, einem Zeitraum oder von bestimmten Autoren. Man kann auf diese Art auch unterschiedliche Korpora vergleichen.

In dem geförderten Projekt soll die Entwicklung des akademischen Stils untersucht werden. Im Mittelalter wurden wissenschaftliche Inhalte meistens auf Latein wiedergegeben – als man dann anfing, wissenschaftliche Inhalte auch in den ‚Volkssprachen’ wie Deutsch aufzuschreiben, musste sich zunächst ein wissenschaftlicher Stil entwickeln. Der wissenschaftliche Stil hat sich natürlich immer verändert (und verändert sich ständig weiter). "Um diese Veränderung besser zu verstehen, werden wir historische Korpora von akademischen Texten für verschiedene Zeitstufen zusammenstellen, bearbeiten und auswerten", sagt Anke Lüdeling. Dies soll nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Lehre eine Rolle spielen: Studierende sollen dabei lernen, wie man Sprachwandel genau beschreibt und mit digitalen Ressourcen arbeitet.

Mithilfe des Preisgeldes möchte Prof. Dr. Lüdeling einerseits die Kosten decken, die durch die Erweiterung der von ihr mitentwickelten Such- und Visualisierungssoftware ANNIS (Annotation of Information Structure) mit zusätzlichen statistischen Funktionen entstehen. Gleichzeitig sollen regelmäßige Tutorien und Veranstaltungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesem Forschungsgebiet finanziert werden.

Prof. Anke Lüdeling hat Allgemeine Sprachwissenschaft und Informatik an der Universität Hamburg studiert. Anschließend war sie Mitglied des Graduiertenkollegs Integriertes Linguistikstudium an der Universität Tübingen. Ihre Promotion schrieb sie zum Thema: On particle verbs and similar constructions in German. Bevor sie 2002 einen Ruf als Juniorprofessorin für Korpuslinguistik am Institut für deutsche Sprache und Linguistik an die Humboldt-Universität bekam, war Anke Lüdeling als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung der Universität Stuttgart sowie am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück tätig. Seit 2008 ist sie ordentliche Professorin für den Bereich Korpuslinguistik an der HU.

WEITERE INFORMATIONEN
Prof. Dr. Anke Lüdeling
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für deutsche Sprache und Linguistik
Korpuslinguistik
Tel: 030 2093-9799
E-Mail: anke.luedeling@rz.hu-berlin.de

Mirja Meyerhuber | idw
Weitere Informationen:
http://www.hu-berlin.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften